Historischer Rückblick: Schützenfest in Hatterath

Von: agsb
Letzte Aktualisierung:
8297621.jpg
Der Stroh-Schützenbruder an der Umgebungsstraße (B221) verweist auf das Fest der St.-Peter-und Paul-Schützenbruderschaft Hatterath. junge christliche Männer gründeten 1903 den „Schützenverein von Hatterath“. Foto: agsb

Geilenkirchen-Hatterath. Mit dem Dekanats-Schützenfest vom 15. bis 18. August steht für die St.-Peter-und Paul-Schützenbruderschaft Hatterath ein weiterer Höhepunkt an. Mehr als tausend Schützen, Spielmannsleute und ebenso viele Kirmesgäste werden erwartet.

Der Grundstein zur Bruderschaft wurde 1903 gelegt. Damals entdeckten junge christliche Männer wie Wilhelm Drießen, Hubert Schröder, Leonhard Frohn, Adolf Hahnen, Heinrich Görtz, Franz Klinkenberg und Jakob Plum – alle gehörten zum ersten Vorstand – das Schützenwesen und gründeten den „Schützenverein von Hatterath“. Zehn Jahre später wurden neue Statuten beschlossen und die Bruderschaft in St. Peter und Paul umbenannt.

Vaterlandsliebe pflegen

„Am Feste Peter und Paul gehen die Mitglieder gemeinschaftlich zur Kommunion. Ferner verfolgt die Gesellschaft den Zweck, bei ihren Mitgliedern die Vaterlandsliebe zu pflegen und daran mitzuarbeiten, dass sie treue und brauchbare Staatsbürger sind und bleiben“, so lauteten einst die Grundsätze der Bruderschaft.

In den Geschichtsbüchern ist auch fest verankert, dass nur die Schützen Mitglied des Vorstandes werden konnten, die lesen, rechnen und schreiben konnte. Die Mitglieder einer Schützenbruderschaft hatten einen großen Stellenwert in der Gesellschaft. Auch Nöte wie eine leere Vereinskasse durch die Inflation 1923 brachten das Schützenwesen nicht zum Erliegen.

Am Patronatstag Peter und Paul wurde auf einer Wiese ein Tanzboden ausgelegt, dort konnte dann getanzt werden. Erst ab 1928 melden die Geschichtsbücher eine dreitätige Sommerkirmes im Ort. Die Herbstkirmes wurde als „Prumekermes“ betitelt.

Politischer Stempel

Anfang der 30er Jahre zog der Geist des dritten Reiches auch nicht an den Schützenbrüdern und anderen Vereinswesen spurlos vorbei. Es wurde versucht, die Vereine mit ihrem privaten und religiösen Charakter abzuschaffen oder einen politischen Stempel aufzudrücken. Alle Schützenbruderschaften wurden dem Reisschützenbund unterstellt.

Nach den verheerenden Kriegswirren waren es besonders die Vereine, die wieder so einigermaßen das Leben in den Ortschaften zurückbrachten. In Hatterath wurde am 11. Mai 1947 ein neuer Schützengeist entfacht. Trotz der schlechten wirtschaftlichen Zeiten hatten alle den Wunsch, die Hatterather Kirmes zu feiern. Fahne und Königssilber gingen verloren, eine neue Fahne wurde 1948 in der Pfarrkirche Gillrath eingeweiht.

König per Los ermittelt

Da die britische Militärregierung in der hiesigen Zone keinen Vogelschuss erlaubte, wurde der König unter allen Mitgliedern per Los ermittelt. Erster Nachkriegskönig der Hatterather Bruderschaft wurde Gerhard Verspeek, seine Gattin Elisabeth die erste Königin. Das erste große Fest feierte die Bruderschaft 1953 mit ihrem 50-jährigen Bestehen. Das Vereinsleben generell kam so langsam wieder in Schwung und brachte neuen Dorfgeist.

Der damalige Pfarrer Dahmen bat in seinem Grußwort, dass die Schützenbrüder stets zur Fahne und den Schützenidealen mit Glaube, Sitte, Heimat stehen. Zu dieser Zeit gehörte die Bruderschaft dem Dekanats-Verband Geilenkirchen an, wechselte dann 1964 zum Dekanats-Verband Gangelt-Selfkant.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert