Historische Traktoren: Zwölf PS, aber sechs Liter Hubraum

Von: g.s.
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Alle zwei Jahre ein fester Termineintrag für die Experten und Fans von teils historischen Land(zug)maschinen. In Waurichen bot sich den zahlreichen Gästen bei der IG Alte Traktoren ein herrliches Bild mit Kostbarkeiten aus privater Sammlerhand. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Deutz, Eicher, Fahr, Fendt, Ferguson, Kramer, Güldner, Krieger, Bautz, Hanomag, Lanz oder Zettelmeyer – bei diesen Namen schlägt das Herz eingefleischter Traktoren-Fans höher. Mehrere hundert dieser Errungenschaften landwirtschaftlicher Technik waren in Waurichen zu besichtigen.

Die IG Alte Traktoren hatte zum 10. Oldtimer-Treckertreffen in den Geilenkirchener Stadtteil eingeladen. Die alle zwei Jahre auf einem Wiesengelände rund um das Bürgerhaus stattfindende Ausstellung alter Landmaschinen hat sich von den Anfängen bis heute zu einer stattlichen Trecker-Schau entwickelt. Am Wochenende und besonders am Sonntag drängten sich die Menschen auf den Dorfplatz. Die Veranstaltung hat sich zu einer der publikumsträchtigsten in der Region entwickelt.

Kirmeswagen gut eingerichtet

IG-Vorsitzender Franz-Josef Reuters und sein Organisationsteam haben maßgeblichen Anteil am Zustandekommen der umfangreichen Ausstellung. Der Chef selbst erkennt viele Teilnehmer schon von weitem am Geräusch ihres Traktors.

Die Frauen und Männer reisen teilweise aus bis zu 100 Kilometer Entfernung an, auch aus Belgien und den Niederlanden. Deshalb hatten einige bereits am Vortag eingetroffene Teilnehmer ihre wunderschönen historischen Kirmeswagen mitgebracht, die sehr gut ausgestattet sind. Inklusive der Lebensmittelvorräte, die für rund drei Tage benötigt werden.

Die Gemeinschaft der Traktorensammler fühlt sich als „große Familie“, was sich auch in Waurichen wieder ausprägte. Geselligkeit, gepaart mit Fachsimpelei und viel Spaß bei den Oldtimerfreunden stehen obenan. Den Grundstein für das Interesse an alten Traktoren legen die meisten Trecker-Fans aufgrund einer Beschäftigung in der Landwirtschaft.

So sind das Ehepaar Marten und Heinz Jansen aus Isenbruch sowie Sohn Tim mit drei Traktoren des Herstellers Güldner angereist. Das Duo kommt seit Jahren immer wieder gerne zu den Traktorfreunden aus Waurichen. Die knallroten Mobile sind schon ein Hingucker, aber die beiden Möpse im Eingangsbereich ziehen noch mehr Blicke auf sich. Theo Honings aus dem niederländischen Landgraaf hat seinen Lanz HL 12 und dessen kleinere Version HL 8 mitgebracht. Der auch „Mops“ bezeichnete HL 12 – also 12 PS – aus dem Jahre 1912 verfügt über sechs Liter Hubraum, einen Zylinder und einen Gang. Die „Möpse“ wurden vornehmlich zum Ziehen von Dreschkästen genutzt. Während vom HL 12 knapp 100 Stück weltweit bekannt sind, gibt es von seinem „kleinen Bruder“ HL 8 nur noch ganze sieben.

Willkommener Besuch

Auf der Wiese nebenan fanden die beiden Kinder Lennard Hubert und Hubert Henrik ihren Spaß beim Traktor-Fahren. Mama Judith Gilles und Onkel Niklas Neffgen nahmen die Kids auf eine Kurztour über die benachbarten Wege mit.

Gleichgesinnte Vereine, wie die Treckerfreunde Körrenzig, geben den Wauricher Kollegen gern die Ehre eines Besuchs mit entsprechendem „Material“. Da ist dann der pinkfarbene Hanomag von Elke Lüttgens. Schon wegen der außergewöhnlichen Farbe eine Rarität, wird aber von eingefleischten Oldie-Liebhabern belächelt. Rosemarie Vetter ist zum wiederholten Mal aus Baden-Württemberg nach Waurichen gekommen und hat ihre Strohseilmaschine sowie einen Maisreppler mitgebracht. Letzterer „rappelt“ die Maiskörner von der Frucht.

Neu ist die Ölquetsche, die sie erstmals ins Golddorf mitbrachte. „Wir haben die erst kürzlich gefunden und wissen noch nicht genau wie sie funktioniert“, überrascht Rosemarie Vetter. Früher sei damit Öl aus Bucheckern gewonnen worden, demnächst will sie es mit Raps und Walnüssen versuchen.

Während des Festes in Waurichen war auch das Backes in Betrieb, mit dem Hubert Daahsen und Oliver Steiner ständig für frisches Brot sorgten. Damit und mit dem ganzen Ablauf des Treffens war das Team der IG rundum zufrieden. Schon bald beginnen Franz-Josef Reuters und Kollegen mit der Planung des nächsten Traktortreffens Mitte 2016 in Waurichen.

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