Geilenkirchen - „Historische Klassenzimmer” feiert Geburtstag

„Historische Klassenzimmer” feiert Geburtstag

Von: Georg Schmitz
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Zu der geschichtsträchtigen S
Zu der geschichtsträchtigen Sammlung zählen auch die teilweise mehr als 100 Jahre alte Schulmöbel sowie viele Bücher und Hefte. Alles vereint in einem heimeligen Klassenraum einer richtigen Schule. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Das „Historische Klassenzimmer” feiert am 24. März sein 20-jähriges Bestehen. Das in Immendorf ansässige einzige Museum in Geilenkirchen lockt alljährlich mehr als 2000 Besucher in die Räume der Katholischen Grundschule an der Ringstraße.

Es beherbergt eine Sammlung von geschichtsträchtigen Kleinodien, mit Schwerpunkt Schulmobiliar und Unterrichtsbücher. Bürgermeister Thomas Fiedler hat für das Jubiläum die Schirmherrschaft übernommen, und auch Landrat Stephan Pusch wird beim Festabend ein Grußwort an die Gäste richten.

Zwei intensive Sammler

Auf Initiative von Karl-Heinz Gast, der 1988 mit einer Anfrage um Überlassung eines Klassenraumes an den damaligen Stadtdirektor Franz Kleinen herantrat, kam der Stein ins Rollen. In Peter Kück fand Karl-Heinz Gast einen fachkundigen Mitstreiter, und für beide begann nun die Zeit des Sammelns von relevanten Dingen für ein Historisches Klassenzimmer.

Der Status als „Museum” war offiziell anerkannt, nachdem sich 1992 der Verein „Museum Historisches Klassenzimmer” konstituiert hatte. Erster Vorsitzender war der zwischenzeitlich verstorbene Mit-Initiator Peter Kück, an den sich viele Menschen noch als Lehrer an der Hauptschule Immendorf und später der Geilenkirchener Gesamtschule erinnern.

Alte Schrift übersetzt

Das Sprichwort „Aller Anfang ist schwer” bewahrheitete sich besonders in den ersten Jahren. Nachdem man sich im Schwerpunkt auf Schulgeschichte festgelegt hatte begann das mühselige Zusammentragen und ordnen der Museumsstücke. So mussten die Gemeindechronik gelesen und die Schulbauabsätze von der alten Schrift in die deutsche Schrift umgesetzt werden. Wochenlang saßen Karl-Heinz Gast und Peter Kück zusammen, um das Schulkapitel abzuschließen.

1998 wurde der bei der Stadt Geilenkirchen tätige Beamte Karl-Heinz Gast als Nachfolger von Peter Kück gewählt. Wie viele Einzelstücke das Museum beherbergt, kann der Vorsitzende heute nicht mehr genau sagen, denn die Sammlung wird ständig erweitert.

Die zahlreichen „Schätzchen” im Historischen Klassenzimmer sind von großer Bedeutung, dazu gehören viele Unikate, die nirgendwo ein zweites Mal zu finden sind. Schulchroniken, handschriftliche Verzeichnisse, alte Urkunden, Gedichte und rund einhundert Jahre alte Werke, wie beispielsweise Brehms Tierleben aus dem Jahr 1929, komplettieren die Sammlung.

Tintenfass von 1910

Ein Tintenfass von 1910 zählt zu den Ausstellungsstücken in den neuen Vitrinen ebenso wie ein handbetriebener Filmprojektor von 1930. Ein 160 Jahre altes Lehrerpult wurde 1985 durch einen Zufall in einem Geilenkirchener Kuhstall gefunden und, da vom Holzwurm befallen, vom Klassenzimmer-Verein wunderschön restauriert. Noch mehr Schulmobiliar aus längst vergangenen Zeiten ist im Museum aufzufinden, dazu zählt auch das älteste Sammelstück, eine Schulbank aus dem Jahr 1830.

Blick auf die Waldzither

Vieles gibt es im Klassenzimmer zu erkunden, so auch die alte Klapptafel aus dem Jahr 1940. Einzigartig ist auch das Archiv an alten Klassenfotos, Zeugnissen, Schulheften und Urkunden. Musikin­strumente aus dem frühen 20. Jahrhundert bereichern die Museumssammlung, Blockflöten, Xylophon und Melodica gehören dazu. Hier lernt der Besucher auch die alte „Thüringer Waldzither” kennen, die im Eingangsbereich den Blick auf sich zieht.
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