Hip-Hop-Unterricht: Immer wieder der gleiche Beat

Von: mabie
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Vor den großen Spiegeln in der Frelenberger Turnhalle trainieren die eifrigen Hip-Hop-Tänzerinnen, bis die Haare genau so fliegen wie geplant und jeder Schritt sitzt. Foto: Markus Bienwald
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Frelenberg. „Bumm Bumm“ macht es immer wieder an diesem sonnigen Nachmittag in der Turnhalle der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Frelenberg. An der Annastraße ist der für nicht recht zuhörende Ohren eintönige Basssound das Einzige, was sofort auffällt.

Für Mandy Seibel ist das aber ganz anders. Die 24-Jährige weiß genau, warum sie immer und immer wieder den gleichen Beat spielt. Denn die jungen Teilnehmerinnen – Jungs gibt´s in dieser Gruppe nicht – werden mit jedem Bassschub besser. „Ihr müsst genau auf den Takt achten, dann genau das machen, was ich Euch jetzt zeige“, ruft Mandy in die Runde der gut 20 Mädchen, die sich hier dem Beat, hingeben.

Wie ein Soldat

Mandy marschiert vor der Reihe aufmerksamer Mädchenaugen ein wie ein altgedienter Soldat, die Hände an die unsichtbaren Uniformhosennähte gelegt und hält genau Takt. Natürlich trägt sie keine Uniform, sondern bequeme Hip-Hop-Klamotten, die jeden Move mitmachen, den sie zeigt. Doch mit dem Zeigefinger ist sie nie unterwegs, denn es geht ruhig und konzentriert zur Sache.

Nun sind die jungen Mädchen dran, genau das Gesehene umzusetzen. Ein Mal, zweimal, dreimal geht das so, bis auch die Letzte ganz hinten links die Schritte perfekt umgesetzt hat. Mandy lächelt zufrieden, denn schließlich hat sie es hier mit Kindern zu tun, nicht mit Profis. Die jungen Nachwuchstänzerinnen, die inzwischen bei Festen und Veranstaltungen weit über Frelenbergs Ortsgrenzen hinaus bekannt und gern gebucht sind, kommen alle über den Förderverein für Kinder und Jugend Frelenberg in den Kurs.

Getanzt wird immer dienstags und freitags, alle ab fünf Jahren können mitmachen. „Natürlich auch Jungs, wenn sie wollen“, ergänzt Arnd Hansen lächelnd. Der Vorsitzende des Fördervereins freut sich, dass Mandy mit ihrer zugleich hoch-professionellen und lockeren Art und Weise die Kinder so gut unterrichtet. „Mandy ist seit zweieinhalb Jahren bei uns und ein echter Glückstreffer“, freut sich Hansen. „Vor den Sommerferien hatten wir noch drei Gruppen, nach den Ferien sind fünf geplant“, sagt der Fördervereins-Chef, „Was vor ein paar Jahren mit einer Gruppe startete, ist jetzt ein Dauerbrenner geworden.“

Mit Sabrina Seipel und Simon Roberts, beide 17 Jahre jung, leitet Seibel seit dieser Zeit die erfolgreichen Hip-Hop-Gruppen des Vereins. Mandy selbst kommt aus Eschweiler, wohnt in Aachen und studiert eigentlich Produktdesign in der Kaiserstadt. Ihr allergrößtes Hobby ist Tanzen, aber sie hat noch weitere Qualitäten neben ihren tänzerischen, kreativen und pädagogischen Fähigkeiten. „Sie kreiert die herrlichsten Torten, Cakepops oder Muffins“, sagt Arnd Hansen mit einem vielsagenden Lächeln.

Wenn die Backschürze am Aufhänger in der Küche ruht, tanzt sie noch selbst in einer Gruppe von sechs Mädels in Aachen und ist stellvertretende Übungsleiterin in einem Aachener Turnverein. Doch das ist gerade nicht wichtig. Denn mit einem kritischen Blick prüft sie die Bewegungen ihrer Eleven. Drei große Spiegel helfen, den Schülerinnen genau zu zeigen, wie sie sich bewegen. Und wenn die Spiegel manchmal leicht im Takt der Musik hüpfen und so ein kleines Zerrbild des real Getanzten zeigen, können sich Kinder wie auch Mandy Seibel sicher sein, dass am Ende doch genau alles so kommt, wie es einstudiert wurde.

Schließlich ist die Lehrerin selbst früher erfolgreich bei Westdeutschen und Deutschen Meisterschaften im Hip-Hop aufgetreten. Und so entwickelt sich in 60 bis 90 Minuten Training, je nach Alter der Kinder, aus einem eintönigen Beat eine vielschichtige Choreographie, die in der Gruppe natürlich für Jubel sorgt, wenn alles klappt.

Falls trotzdem mal ein Schritt danebengeht, hilft der Bass, ganz schnell wieder in den richtigen Tritt zu kommen.

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