Blende Freisteller

Hinfallen im Sportunterricht erwünscht

Von: Georg Schmitz
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Die Jungen und Mädchen der Ge
Die Jungen und Mädchen der Gemeinschaftsgrundschule Geilenkirchen und der Kindertagesstätte Bauchem hatten beim außergewöhnlichen Sportunterricht auf Inlinern ihren Spaß. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die Kinder purzelten reihenweise mit ihren Inlinern auf den Boden der Turnhalle, und das bereitete ihnen sichtlich viel Spaß. Hinfallen war erlaubt, ja sogar gewollt.

Denn die zahlreichen Übungen absolvierten die Jungen und Mädchen der GGS Geilenkirchen und der Kindertagesstätte Bauchem aus Anlass eines Fahrsicherheitstrainings der dem bundesweiten Skatenetwork angeschlossenen Skateschule Nordrhein-Westfalen.

Die beiden offiziellen Trainer Julian Hammes und Michael Siegers vermittelten zwölf Kindern der 1. Grundschulklasse und zehn Vorschulkindern der Kita Bauchem den richtigen Umgang mit den „Schuhen auf Rollen”. Die Gemeinschaftsgrundschule hatte sich in Kooperation mit der Kindertagesstätte Bauchem für den Brems- und Sicherheitskurs im Rahmen eines K2-Förderprogramms beworben. „Viele Eltern lassen ihre Kinder in der heutigen Zeit zu Hause, deshalb bewegen sie sich nachmittags kaum noch”, erzählt Konrektorin und Sportlehrerin Ulla Richter-Rosenkranz. Die Kinder mobiler zu machen, mehr Bewegung in den Alltag zu bringen, sei ein Grund für die Aktion, so Schulleiterin Annette Maxheim.

Das Thema „Rollen und Gleiten” sei ein Bestandteil des Sportlehrplans, und deshalb passe das Skaten mit den Inlinern bestens zum Unterricht. „Nach vorne auf die Knie und mit dem Handgelenkschonern abstützen”, ruft Michael Siegers den Kindern zu. Der Trainer übt mit den Jungen und Mädchen die so genannte „Notfallbremse”, die bei einem plötzlich auftretenden Hindernis gefordert ist.

Fallen will gelernt sein, wissen die Trainer. Und deshalb messen sie den Fallübungen auch eine besondere Bedeutung bei. Natürlich geht es bei dem Fahrsicherheitstraining nicht nur ums Fallen, auch Standübungen zählen zu dem Unterrichtsstoff.

Dass ohne Kopfschutz sowie Knie-, Ellbogen- und Handgelenkschonern gar nichts läuft, bekommen die Kinder ganz deutlich „eingetrichtert”. Die Verletzungsgefahr wird dank Schoner und Helm stark minimiert. Die Jungen und Mädchen können sich in der GGS-Turnhalle auf ihren Rädern richtig austoben. Die eigentlich noch kleinen Akteure kommen sich an diesem Tag ganz groß vor.

Weitere Gefahren

Auch die Schulleiterin und ihre Kollegin wundern sich, wie groß die Kids auf den Rollen erscheinen. Die „Verlängerung” der Körpergröße macht gut und gerne bis zu 20 Zentimeter aus. Im Verlauf des Skatetrainings machen Julian Hammes und Michael Siegers auf weitere Gefahren aufmerksam, die sich auf dem Weg ergeben können. Dazu zählt zum Beispiel das Steinchen, das einen Inliner zu Fall bringt. Nach dem außergewöhnlichen Unterricht dürften sich die Jungen und Mädchen der Gefahren beim Skaten jetzt bewusst sein.

Im vorigen Jahr konnte Skatenetwork das Fahrsicherheitstraining bundesweit an rund 1000 Schulen für insgesamt 47 000 Kinder und Jugendliche anbieten.
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