Geilenkirchen - Hilfe für Menschen am Rand der Gesellschaft

Hilfe für Menschen am Rand der Gesellschaft

Von: Udo Stüßer
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Sie setzt auf Kooperation und Vernetzung: Danuta Dorosz. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. „Mit den wirtschaftlichen Sorgen kommen auch oft soziale und psychische Probleme.“ Die Diplom-Sozialpädagogin Danuta Dorosz kennt diese Probleme nur zu genau aus unzähligen Gesprächen, Telefonaten und E-Mails. Seit nunmehr zwei Jahren hilft sie in den Beratungsstellen der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Erwerbslosen im Kreis Heinsberg in Geilenkirchen und Erkelenz.

„Die Einrichtung der Erwerbslosenberatungsstelle ist möglich geworden, nachdem über mehrere Jahre Männer und Frauen in der Region Heinsberg überlegt haben, wie unsere Kirche auch hier für Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden und auch daher unserer Hilfe bedürfen, ein Angebot der Beratungshilfe schaffen kann“, blickt die 51-Jährige auf die Anfänge zurück.

Getragen vom Katholikenrat, dem regionalen Caritasverband, von Amos, einem Verein gegen Armut und Arbeitslosigkeit, vom Büro der Regionaldekane sowie der KAB und abgestimmt mit dem Regionaldekan, Pfarrer Gottfried Maria Graaff, gibt Danuta Dorosz erwerbslosen Menschen seit über zwei Jahren guten Rat. Seit dem 1. Januar 2011 fördert das Land NRW mit Mitteln der Europäischen Union das Beratungsangebot zu 80 Prozent, weitere 20 Prozent fließen aus dem „Solidaritätsfonds für arbeitslose Menschen im Bistum Aachen“. War das Projekt zunächst für zwei Jahre bewilligt, wurde es nun um zwei weitere Jahre verlängert. „Der Bedarf ist da. Viele Menschen kommen aber spät, manche zu spät, um Probleme zu lösen“, hat Danuta Dorosz festgestellt.

Die 51-Jährige steht erwerbslosen Menschen zur Seite, wenn sie Hilfe bei der Antragstellung suchen, prüft Bescheide, vermittelt zwischen Sachbearbeitern und Ratsuchenden, klärt über rechtliche Möglichkeiten und Pflichten auf, zeigt berufliche Perspektiven auf. Bei Bedarf vermittelt sie ihre Klienten an andere Einrichtungen, beispielsweise an die Schuldnerberatung oder psychosoziale Beratungsstellen. „Arbeitslose Menschen haben Angst, in Hartz IV abzugleiten. Sie suchen nach Möglichkeiten, da nicht hinzukommen“, sagt sie.

Sie kennt die Befürchtungen von arbeitslosen Menschen. Sie hilft, Bewerbungsmappen zusammenzustellen, gibt Tipps für ein Vorstellungsgespräch und rät zu Fortbildungsmaßnahmen. Das Beratungsangebot richtet sich nicht nur an Erwerbslose, sondern auch an Menschen, denen Arbeitslosigkeit droht.

Oft sind es Frauen, die bei einem Wiedereinstieg in das Berufsleben ihren Rat suchen. „So manches Mal muss auch eine Hemmschwelle überwunden werden“, hat die Pädagogin in langen Gesprächen mit Frauen erfahren, deren Ehe geschieden wurde. Es sind manches Mal Frauen, die während der Ehe nicht gearbeitet haben. Das Unterhaltsgeld des Ex-Mannes reicht dann nicht zum Leben. „Diese Frauen schämen sich sogar, den eigenen Kindern etwas von ihrer Not zu sagen, erst recht gilt das für die Schule.“ Immer, so sagt Danuta Dorosz, müsse zuerst die wirtschaftliche Situation gesichert werden.

Da allerdings manche Menschen ohne Job in ihrer Krise auch familiäre Probleme haben, geht es nicht nur darum: Dann kann auch eine psychosoziale Unterstützung erforderlich sein. In diesem Fall vermittelt sie ihre Klienten an die Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch kranke Menschen der Caritas. „Ich gebe diesen Menschen Rat, allerdings keine rechtliche Beratung“, stellt sie fest. Oft ist auch schnelle Hilfe erforderlich. So kommt es vor, dass einem Klienten der Strom gesperrt oder der Gashahn zugedreht wird. Dann nimmt sie schnellstmöglich Kontakt mit dem Energielieferanten, bei Bedarf auch mit dem Jobcenter auf.

Netzwerkarbeit spielt für sie eine große Rolle: So ist eine Kooperation mit dem Jobcenter, der Caritas, dem Arbeitslosen-Zentrum Amos, der Diakonie, der AWO, dem KAB-Frauentreff in Birgden, Integrations- und Migrationsfachdiensten und anderen Beratungsstellen unverzichtbar.

So manches Mal kann sie mit einem kurzen Telefonat helfen, ein anderes Mal kann sie mit einer E-Mail. Andere Klienten kennt sie schon seit Eröffnung Beratungsstelle.

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