Hilfe für die Erdbeben-Opfer in Nepal

Von: Udo Stüßer
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Nina Bartz und Michael van der Giet, der als Ingenieur die Expedition der Medizin-Studenten begleitet hat, bei Messungen in einer Höhe von 5600 Metern, im Hintergrund ist der Mount Everest zu sehen. Foto: Prof. Dr. Thomas Küpper
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Das Krankenhaus in Khunde: Hier haben die Mitglieder der Aachener Expedition gearbeitet. Kontakte bestehen heute noch. Foto: Nina Bartz
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Nina Bartz will mit einem Vortrag auf die Not in Nepal aufmerksam machen und bittet um Spenden. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Wenn Nina Bartz die Nachrichten über die Lage in Nepal nach dem verheerenden Erdbeben mit über 8000 Toten und 17.000 Verletzten verfolgt, werden bei ihr Erinnerungen wach. Dann hat sie wieder die Bilder von der kleinen orthopädischen Klinik in der Hauptstadt Kathmandu vor Augen.

Bilder von dem alten Mann, der unter einen Erdrutsch geraten war und mit offenem Sprunggelenk viel zu spät in die 100-Betten-Klinik gekommen war. Der Knochen war zwischenzeitlich schon falsch zusammengewachsen, die Wunde infiziert, der Fuß faulte. Er musste amputiert werden.

Nina Bartz, Assistenzärztin in der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie des Geilenkirchener St.-Elisabeth-Krankenhauses, kennt die Probleme im Himalayaland nur zu gut: Menschen legen oft viele Tagesmärsche zurück, um in dem unwegsamen Gelände die Klinik zu erreichen. Und wenn sie sich auf den Weg zum Krankenhaus machen, ist es oft spät, manchmal zu spät. „Denn die Menschen sind arm, jede Arbeitskraft wird auf dem Feld gebraucht. Deshalb wird der Verletzte zu Hause gelagert und mit eigenen Heilmitteln notdürftig versorgt, bis die Erntezeit vorbei ist. Wird der Kranke oder Verletzte zum Krankenhaus gebracht, müssen Familienangehörige mit, um ihn zu pflegen. Auch diese Kräfte würden in der Erntezeit fehlen“, hat Nina Bartz vor Ort erfahren. Die Krankenschwestern in diesem Krankenhaus sind lediglich für die Medikamentenausgabe zuständig. Für Essen und Körperpflege müssen Angehörige sorgen, um die Kosten möglichst gering zu halten.

Zweimal war die 27-Jährige in Nepal: Dreieinhalb Monate arbeitete sie nach dem Abitur für den Bundesfreiwilligendienst in der Orthopädischen Klinik in Kathmandu. Während ihres Medizinstudiums an der RWTH Aachen war sie im Jahr 2011 im Rahmen einer Forschungsexpedition der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen unter Leitung von Professor Dr. Thomas Küppers in der Everest-Region. Dort hat sie neben wissenschaftlichen Ergebnissen für ihre Doktorarbeit viele Eindrücke und Erfahrungen gesammelt. Bei der reisemedizinischen Ademed-Forschungsexpedition der RWTH Aachen widmeten sich zehn Doktoranden unter der Leitung von Professor Dr. Thomas Küpper sozialmedizinischen Themen und Fragen der Höhenmedizin, erforschten Höhenkrankheiten, untersuchten das Trinkwasser in Brunnen und arbeiteten mit einem kleinen Krankenhaus in Khunde zusammen.

Dieses Krankenhaus liegt acht Tagesmärsche von der nächsten Straße entfernt. In diesen sechs Wochen reiste Nina Bartz viel durch Nepal, lernte die Kultur und die Menschen eines der ärmsten Länder der Welt kennen und hat erfahren, wie stark die Religion, Hinduismus und Buddhismus, das Leben prägen.

„Die Menschen sind freundlich, hilfsbereit und gastfreundlich. Sie haben nur wenig. Aber das Wenige teilen sie.“ Auch heute noch stehen die zehn Doktoranden mit dem Krankenhaus in Khunde in enger Verbindung. „Das Krankenhaus ist leicht beschädigt, aber es steht noch. Stärker von dem Erdbeben betroffen sind die Dörfer. In dem Tal, in dem das Krankenhaus liegt, gibt es Gott sei Dank nur wenige Tote und eine überschaubare Anzahl von Verletzten. Aber oberhalb der Klinik gibt es viele Verletzte, die es nicht bis ins Krankenhaus schaffen“, hat die Assistenzärztin erfahren.

Die Teilnehmer der Forschungsexpedition wollen unter der Überschrift „2011 forschen – 2015 helfen“ die Erdbebenopfer finanziell unterstützen. „Wir wollen Geld sammeln, denn das einzige was in Nepal hilft, ist Geld“, sagt Nina Bartz. Aus diesem Grunde hält sie am Donnerstag, 21. Mai, 19 Uhr, im Geilenkirchener Krankenhaus (Versammlungsraum des ambulanten Reha-Zentrums) einen Vortrag. Neben allgemeinen Informationen zu dem Land im Himalaya, seinen Menschen und deren Kultur wird es einen Bericht über die Ademed-Forschungsexpedition der RWTH Aachen und einen kurzen Ausflug in die Höhenmedizin geben. Anstelle eines Eintrittspreises wird um eine Spende für die Erdbebenopfer gebeten. Der Erlös wird an die Sir Edmund Hillary Foundation, benannt nach dem neuseeländischer Bergsteiger, der den Mount Everest bezwungen hat, gespendet.

„Da es sich bei der Sir Edmund Hillary Foundation um eine kanadische Organisation handelt, verdoppelt die kanadische Regierung die Spenden, die bis zum 25. Mai eingehen“, hofft die Ärztin auf großen Zuspruch bei ihrem Vortrag in Geilenkirchen. Jeder ist herzlich eingeladen.

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