Geilenkirchen - Herrliche Auenlandschaft: Wurmufer wird für 2,2 Millionen renaturiert

Herrliche Auenlandschaft: Wurmufer wird für 2,2 Millionen renaturiert

Von: Udo Stüßer
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Das Wurmbett wird in Höhe von Burg Trips auf einer Länge von 550 Metern verlegt. Das alte, ziemlich gerade verlaufende Wurmbett wird zugeschüttet. Die Maßnahme wird im Herbst abgeschlossen sein. Fotos (5): Udo Stüßer Foto: Udo Stüßer
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Symbolischer Spatenstich: Vorstand Professor Wolfgang Firk, Technischer Beigeordneter Markus Mönter, Bürgermeister Georg Schmitz und Verbandsrats-Vorsitzender Paul Larue (v.l.) geben den Startschuss.
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Die Bagger stehen bereit: In den nächsten Tagen sollen die Arbeiten beginnen. Neben der Wurm entsteht bei Burg Trips ein ganz neues Flussbett. Bis zu einer Breite von 70 Metern wird abgegraben.
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Diese Brücke, die zu Burg Trips führt, ist marode und muss abgerissen werden. Während der Arbeiten wird eine Behelfsbrücke errichtet. Zwei neue Fugängerbrücken werden den Wurmweg kreuzen.
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Die neben der Tripser Mühle liegende Sohlrampe wird optimiert. Sie ist nicht für alle Tierarten durchwanderbar und wird im Rahmen der Renaturierung flacher gestaltet.

Geilenkirchen. Bei Burg Trips ist die Wurm Anziehungspunkt vieler Naturfreunde, Wanderer und Radfahrer. Hier befindet man sich in einer wahren Idylle, die man zu jeder Jahreszeit genießen kann. Wirft man einen Blick in die landschaftlich so reizvolle Umgebung, fällt sicherlich nur den wenigsten auf, dass die Wurm wie mit einem Lineal gezogen ziemlich gerade im Schatten der altehrwürdigen Burgmauern dahinfließt.

„Besonders nach dem Krieg hat man viele Flüsse begradigt. Sie benötigen dadurch weniger Platz, und man hat landwirtschaftliche Flächen gewonnen. Auch die Wurm ist kein natürliches Fließgewässer mehr“, erklärt Marcus Seiler, Sprecher des Wasserverbandes Eifel-Rur.

Doch mittlerweile denkt man – übrigens EU-weit – ganz anders. Denn: „Durch diese Begradigung von Flüssen ist es zur ökologischen Verarmung gekommen. Die Flüsse fließen schneller, das Gefälle ist steiler“, erläutert Seiler. Deshalb hat man in die Flussbetten Wehren eingebaut. „Doch die behindern die Wanderung der Fische“, erläutert Seiler.

Aus diesen Gründen renaturiert der Wasserverband Eifel-Rur nun wie überall in ihrem Zuständigkeitsgebiet auch einen Wurmabschnitt bei Burg Trips. Auf einer Länge von 550 Metern wird der Fluss wieder in einen naturnahen Zustand versetzt. Westlich des aktuellen Wurmverlaufs entsteht ein neues Flussbett, das teilweise dem ursprünglichen Verlauf entspricht.

Land zahlt 80 Prozent

„Durch die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union sind wir gehalten, die Flüsse in einen naturnahen Zustand zu bringen. Das machen wir mit Augenmaß, denn es ist auch eine Frage des Geldes“, erklärt der Dürener Bürgermeister Paul Larue, Vorsitzender des Verbandsrates, jetzt beim symbolischen Spatenstich. 2,2 Millionen Euro kostet die Maßnahme bei Burg Trips.

Das Land zahlt einen Zuschuss in Höhe von 80 Prozent, die restlichen 20 Prozent zahlen die am Wasserverband Eifel-Rur beteiligten Kommunen und Kreise. „Durch diese Maßnahme wird auch die Landschaft attraktiver. Es entsteht eine Auenlandschaft, und bei Hochwasser kann sich das Wasser besser verteilen“, erklärt Larue weiter.

Sicherlich könne man nicht die ganze Wurm durchgehend renaturieren, das geschehe punktuell. „Vor zwei Jahren haben wir die Wurm bei Zweibrüggen in Angriff genommen. Jetzt können wir etwas Gutes für Geilenkirchen erreichen“, führt er weiter aus.

Neue Brücken geplant

Dass die Wurm zu Geilenkirchen gehört, wie der Dom zu Aachen, erklärt Geilenkirchens Bürgermeister Georg Schmitz. Er habe den Fluss kennengelernt, als er sich wie ein Wurm durch Geilenkirchen geschlängelt hat. „Wir sind die einzige Stadt im Kreis Heinsberg, in der ein Fluss mitten durch die Stadt fließt. Es ist vor Jahren an der Politik gescheitert, dass die Wurm wieder geöffnet wurde. Die falsche Partei hatte wohl den Antrag gestellt. Heute würde die Öffnung der Wurm einen zweistelligen Millionenbetrag kosten“, sagt Schmitz.

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Firk, Vorstand des Wasserverbandes, erklärt, dass mit der Renaturierung der Wurm auch die zur Burg führende Wurmbrücke erneuert wird. In Kürze wird eine Behelfsbrücke errichtet. Zwei Radwegebrücken werden ebenfalls gebaut, weil die Wurm nach Fertigstellung der Maßnahme an zwei Stellen den Rad-Fußgängerweg kreuzen wird.

Firk rechnet damit, dass die gesamte Maßnahme im September oder Oktober fertig wird. Dann bietet die Wurm, die dann langsamer fließt, Ruheräume für Fische. In der dann entstandenen gewässertypischen Auenlandschaft wird eine landschaftliche und ökologische Aufwertung des Gewässers und der Uferbereiche erreicht. Die unterhalb der Zufahrtsbrücke zu Burg Trips liegende Sohlrampe wird optimiert und flacher gestaltet, so dass alle Tiere sie durchwandern können. In den nächsten Tagen kommen bereits die Bagger zum Einsatz. Das Gebiet, auf dem die Maßnahme vollzogen wird, umfasst 7,5 Hektar. Gegraben wird in einer Breite von bis zu 70 Metern.

Der Radwanderweg entlang der Wurm muss für die Dauer der Maßnahme zwischen der Realschule und Burg Trips gesperrt werden. Fußgänger und Radfahrer werden über eine Umleitung über den Tripser Weg geführt.

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