Herr Ministerpräsident, Sie haben ihr Plakat vergessen!

Von: jpm
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Werbung des Wahlsiegers Armin Laschet in Scherpenseel - fotografiert vier Tage, nachdem sie hätte entfernt werden müssen. Foto: Jan Mönch

Geilenkirchen/Übach-Palenberg. Es ist ja äußerst umstritten, wie groß der Effekt von Wahlplakaten wirklich ist. Hört man sich im Volke um, findet dieses die Plakate entweder nervig oder nichtssagend oder beides. Allerdings wird kaum eine Form von Reklame explizit gewünscht, man denke nur an die Werbeunterbrechungen im Spielfilm.

 Dass die Spots wirken, bezweifelt trotzdem keiner. Vielleicht also spielt sich auch die Wirkung von Wahlwerbung eher im Unterbewusstsein ab.

So wie das Aufhängen beziehungsweise Aufstellen von Wahlplakaten zur Zeit vor der Wahl gehört, so gehört zur Zeit nach der Wahl, dass Parteien und Kandidaten vergessen, sie wieder zu entfernen. Dabei sind sie dazu verpflichtet. Auf der Heerlener Straße in Scherpenseel grüßte am Tag vor Christi Himmelfahrt noch immer der designierte Ministerpräsident Armin Laschet Autofahrer und Fußgänger.

Dabei war der Stichtag zum Entfernen seines jovialen Lächelns aus dem öffentlichen Raum vier Tage zuvor, am 20. Mai, wie das Übach-Palenberger Rathaus bestätigt. Schneller waren die Wahlhelfer von Laschets Parteifreund Bernd Krückel, der in der gleichen Straße um Stimmen buhlte und stellenweise von wirklich jedem Laternenmast grüßte. Am Mittwoch waren die Krückel-Plakate bereits verschwunden.

Anders sieht das in Geilenkirchen aus, wo man kaum durch die Stadt gehen kann, ohne auf gedruckte Herr Krückels zu treffen. Auch die Grünen sind anscheinend noch nicht zum Aufräumen gekommen. Allerdings ist das hier im Moment auch noch in Ordnung. Die Entscheidung, wann die Plakate weg müssen, obliegt der Kommune, in der sie hängen, und Geilenkirchen war da offenbar großzügig: Die Werbung muss erst bis Mittwoch, 31. Mai, abgenommen worden sein.

Halten die Parteien die Frist nicht ein, werden sie von den Stadtverwaltungen dazu aufgefordert. Geschieht dann immer noch nichts, kümmern die Ordnungsämter sich selbst drum oder beauftragen eine Firma. Die Rechnung erhalten dann die Parteien. Theoretisch kann auch ein Bußgeld verhängt werden. Dazu kommt es aber normalerweise nicht.

Übrigens: Wer den Parteien helfen möchte, indem er die Plakate selbst abnimmt, sollte davon lieber Abstand nehmen. Sie bleiben Privateigentum, auch wenn sie nicht mehr im öffentlichen Raum hängen dürften.

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