Hennenbetrieb: Ein brisantes Thema

Von: agsb
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Bei der Veranstaltung des CDU-Ortsverbands Gillrath-Hatterath in der Halle Kohnen wurde es voll. Einwohner sorgten sich um die Lebensqualität in Nachbarschaft mit einer Hühnerfarm von knapp 40.000 Stück. Foto: agsb

Gangelt/Geilenkirchen. Die Stichworte Massentierhaltung und Legehennenbetrieb haben eine gewisse Brisanz in Gangelt. Jetzt war es der CDU-Ortsverband im benachbarten Gillrath-Hatterath, der zur Information der Bürger eingeladen hatte.

Nach Veranstaltungen in Birgden und Waldenrath über eine geplante Anlage zwischen Birgden und Waldenrath sah der Ortsverband Informationsbedarf, vor allem darüber, ob je nach Windrichtung eine Geruchsbelästigung für die Hastenrather/Gillrather Bürger eintrete.

Wie schon in Waldenrath, versuchte Josef Nießen vom Umweltdezernat die Gerüchte zu zerstreuen. „Es liegt kein schriftlicher Antrag vor. Es gibt wohl Planungsabsicht für zwei Hallen mit jeweils 19.950 Hennen, Fläche mit 2,4 Hektar.

Der Kreis ist in der Genehmigungspflicht, das Planungsrecht liegt bei der Gemeinde Gangelt. Die ist auf dem richtigen Weg und hat schon im Vorfeld nach mündlicher Anfrage eines möglichen Investors einige Konzentrationsflächen in ihrem Gemeindegebiet geprüft.”

Der Dezernent legte die Sach- und Rechtslage dar. Ganz wichtiger Punkt sei die Bodenhaltung. Die Hühner dürfen nicht in Käfigen gehalten werden; der Tierschutz sei eindeutig vorgegeben. In Bezug auf die Rechtslage ließ Josef Nießen wissen, dass der Kreis im Genehmigungsverfahren eingebunden sei, das Interesse der Menschen und auch der Landwirtschaft an oberster Stelle stehe.

Die sich anschließende Diskussionsrunde ließ den Unmut in der Bevölkerung erkennbar werden. „Ein verrücktes Europa”, so eine Wortmeldung, „denn nach meiner Information soll der Betreiber aus niederländischer Seite acht Euro für jede Henne vom Staat erhalten, wenn dieser seinen Standort nach Deutschland verlegt.”

„Wir haben ebenfalls von Summen gehört. Der Kreis hat die Behörden in den Niederlanden angeschrieben, aber wir haben noch keine Antwort. Nennen Sie uns bitte die Quelle, dann können wir schneller in der Sache arbeiten”, reagierte Josef Nießen.

Darüber hinaus wären viele Bürger auch deshalb verunsichert, weil es widersprüchliche Informationen über Anlieferung und Abtransport gebe.

Die Gemeinde Gangelt hatte sich derweil um Aufklärung bei einem möglichen Investor - mit derzeitigem Legehennenbetrieb in Koningsbosch/NL - bemüht. Interessierte Einwohner und Ratsvertreter nahmen die Einladung an.

Dr. Heiner Breikmann, CDU-Fraktion, versuchte das Vorurteil zu widerlegen, ein Wohnen in unmittelbarer Nähe dieser Anlage(n) sei auf Grund der Geruchsbelästigungen kaum möglich.

„Es ist ein ganz moderner Betrieb”, schilderte er seine Eindrücke von dem Besuch, „und wir konnten absolut keine Geruchsbelästigungen feststellen.” Mehr noch, so Heiner Breikmann, seien in der Nähe sogar neue Häuser gebaut worden.
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