Übach-Palenberg - Heiner Weißborn gibt Amt als Chef des SPD-Stadtverbands ab

Heiner Weißborn gibt Amt als Chef des SPD-Stadtverbands ab

Von: Wilfried Rhein
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Heiner Weißborn tritt von seiner Funktion als Vorsitzender des SPD-Stadtverbands zurück.

Übach-Palenberg. Den Entschluss hat er alleine getroffen, ohne Debatten. Danach erst hat Heiner Weißborn seine Parteiangehörigen darüber informiert, dass er mit Ablauf dieses Jahres seinen Vorsitz im SPD-Stadtverband aufgibt. „Es ist Zeit, sagen zu können, was man denkt“, beschreibt der 54-Jährige seine Situation. Und das heißt für dessen politische Fokussierung allein die Führung der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Übach-Palenberg.

Nun ist es nicht so, dass Heiner Weißborn seit seinem Einstieg in die Kommunalpolitik, das war 1984, Zurückhaltung bei politischen Äußerungen geübt hätte. „Ach, ich habe mich immer eingemischt“, sagt der Sozialdemokrat nicht ohne Vergnügen. Kritik darauf kam nicht nur aus den anderen politischen Lagern. Aber Heiner Weißborn hat jüngst zur Halbzeit eine „eindeutige Mehrheit“ in seiner jetzt zehnköpfigen Ratsgruppe bekommen, als man laut Satzung den Vorsitzenden bestimmte. Das Amt versieht der Orthopädie-Schuhmachermeister seit 1999; und bis dahin war er zehn Jahre lang auch stellvertretender Bürgermeister von Übach-Palenberg.

Als Vorsitzender des SPD-Stadtverbands aber will er nun aufhören. „Ich mache das seit 2004, und ich habe das intensiv betrieben – wie alles in der Kommunalpolitik“, spricht Heiner Weißborn durchaus von einer hohen Belastung in dieser Funktion, „vor allem als beruflich Selbstständiger“.

Aber da kam noch etwas hinzu. „Es hat etliche Versuche gegeben, mich zu beschädigen“, zählt der gebürtige Niedersachse auf. „Es wurden – auch im Internet – wahnsinnige Lügen über mich verbreitet. Beispiel: Ich soll bei der SPD-geführten Landesregierung intrigiert haben, Zuschüsse für die Stadt zurückzuhalten. Welch ein Quatsch! Und dann wurden an meinem Eigentum Beschädigungen verübt, wurden Schaufenster verklebt…“

Heiner Weißborn hat die Gründe seines Rücktritts von der Stadtverbandsspitze in einer Mitgliederversammlung „offen dargelegt“, wie er sagt. In einer solchen am 16. Januar 2013 soll es zur Wahl einer neuen Stadtverbandsführung kommen. „Namen für die Nachfolge werden schon gehandelt. Aber ich möchte der Entscheidung der Basis nicht vorgreifen.“ Den möglichen Kandidaten für den Posten spricht der 54-Jährige „große Befähigung für dieses Amt“ zu. Und er macht das auch nicht abhängig von einem Mandat in der Fraktion. Bei der Besetzung des Vorsitz‘ will er „keine Strippen ziehen“, versichert er, „auch wenn das schon mal behauptet worden ist“.

Heiner Weißborn verspricht der kommenden Führungsperson alle Unterstützung, „denn ich gehe ja nicht im Groll“, wie er betont. Es gehe ihm darum, vor dem Amt keine Hürden aufzubauen. „Der neue Vorsitz muss Themen für die Zukunft selbst entwickeln und propagieren – und sie bei den Mitgliedern akzeptabel machen“, sagt der Sozialdemokrat. Akzeptiert hat Heiner Weißborn beispielsweise nicht das Verhalten seines ehemaligen Fraktionsgenossen Herbert Mlaker, der im August die Ratsgruppe verlassen hat, nach eigenem Bekunden zwischenzeitlich auch die Gesamt-SPD, und der nun mit der FDP eine Liste bildet. „Herbert Mlaker hat bei den vorigen Wahlen zum Stadtverbandsvorstand als Bewerber für ein Besitzeramt drei von 50 Stimmen bekommen. Anstatt das einmal zu reflektieren, hat er mir Kungelei vorgeworfen.“

„Ein guter Zeitpunkt“

Das sei nicht seine Art, nicht sein Ziel. Was er möchte sei die gestaltungsreiche, kraftvolle Arbeit der SPD – mit den Grünen – im Rat der Stadt Übach-Palenberg. Und ein Wiedererstarken der Sozialdemokraten bei der nächsten Kommunalwahl. „Zwei Jahre vor diesem Zeitpunkt den Stadtverbandsvorsitz niederzulegen“, sagt Heiner Weißborn, „ist, glaube ich, ein guter Zeitpunkt.“

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