Geilenkirchen - Heiner Coenen: Optimist, Heimatforscher, Aktionskreis-Sprecher

Heiner Coenen: Optimist, Heimatforscher, Aktionskreis-Sprecher

Von: Udo Stüßer
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Der Aktionskreis Geilenkirchen will den Besuchern in der Stadt ein Einkaufserlebnis bieten. Foto: Udo Stüßer
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Gar nicht so dramatisch sieht der kommissarische AK-Geschäftsführer Heiner Coenen die Leerstände... Foto: Udo Stüßer
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... wie hier im Bild auf der Konrad-Adenauer-Straße. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren“: Mit dieser Maxime hat Heiner Coenen das Amt als kommissarischer Geschäftsführer des Geilenkirchener Aktionskreises übernommen. Er gibt sich nicht nur kämpferisch im Wettstreit der Kommunen um Kunden und Kaufkraft, sondern zeigt sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit auch als grenzenloser Optimist.

Für ihn ist das Glas immer halb voll, niemals halb leer. „Wir müssen positiv denken. Wer sich selbst nicht mag, kann nicht erwarten, dass andere ihn mögen. In Geilenkirchen hat man viele Jahre viel zu negativ gedacht“, sagt er.

Studiendirektor a.D. Heiner Coenen, der als Dipl.-Betriebswirt 20 Jahre lang das Wirtschaftsgymnasium in Geilenkirchen geleitet hat, liebt gute Bücher („Gute Bücher haben eine Seele“), hat sich als Heimatforscher durch seine unzähligen Veröffentlichungen einen guten Namen gemacht und ist Buchautor. In der Region bekannt ist er auch durch seine Führungen durch das Begas-Haus.

Warum übernimmt der fast 70-Jährige nun ein Amt beim Aktionskreis? „Ich suche ständig neue Herausforderungen“, sagt er und weiß als Ökonom: „Man muss eine Firma übernehmen, wenn sie pleite ist.“ Dieses Zitat bezieht er, so versichert er energisch, nicht auf den Aktionskreis, sondern lediglich auf die nach dem Rückzug von Uwe Eggert vakant gewordene Position des Geschäftsführers. Und er versichert weiter: „Es war ein Wechsel ohne Knatsch.“

Erste Kontakte zum Aktionskreis hatte Coenen im vergangenen Jahr als Autor der Festschrift, die großen Anklang gefunden hat. Als er nun von Vorstandsmitgliedern gefragt wurde, ob er das Amt des Geschäftsführers übernehmen wolle, konnte er nicht Nein sagen. „Auffällig bei der Zusammenarbeit mit dem Vorstand war das hohe menschliche Niveau. Ich war beeindruckt von dem Respekt, mit dem man sich begegnet.“ Die gute Zusammenarbeit war die eine Seite der Medaille, die andere Seite erklärt er mit dem Satz: „Als Leistungssportler kann man mit 70 nicht einfach vom Rad steigen, dann bist du tot.“

Seine „Mission“ sieht er nun darin, die positive Atmosphäre, die im Vorstand herrscht, auf die Mitglieder und dann möglichst auf die ganze Stadt zu übertragen. Förderlich für sein neues Amt, so erklärt er, ist nicht nur die Tatsache, dass viele seiner ehemaligen Schüler heute leitende Positionen in mittelständischen oder großen Unternehmen inne haben.

Coenen war 20 Jahre Mitglied des Stadtrates, zehn Jahre SPD-Fraktionsvorsitzender und 15 Jahre Ortsvorsteher in Lindern. „Ich muss keine neuen Kontakte aufbauen, ich muss meine bestehenden Kontakte für den Aktionskreis wieder aufleben lassen.“ In der nächsten Zeit will Coenen in Gesprächen mit den Mitgliedern Impulse aufnehmen, er freut sich über Anregungen und will auf Beschwerden reagieren. Zunächst will er mit offenen Augen durch die Stadt gehen und an vielen kleinen Stellschrauben drehen.

„Es geht doch darum, den Menschen ein Einkaufserlebnis zu bescheren. Dafür muss man alle Sinne des Kunden ansprechen.“ Den Geschäftsleuten wolle er sich nicht aufdrängen. Aber er wolle sich auf Gespräche einlassen, wenn sie gewünscht werden. „Ich kann doch nicht den Oberlehrer raushängen lassen“, meint er.

Sicherlich weiß auch Coenen, dass das Einkaufserlebnis der Klassiker ist, aber auch andere Verkaufskanäle genutzt werden müssen. „Wir müssen uns ständig fragen, wie wir die Verbindung zum Kunden verbessern können. Wenn der Kunde nicht kommt, müssen wir mit Hilfe des Internets zum Kunden kommen und dann eine persönliche Bindung aufbauen“, erläutert der Ökonom.

Heiner Coenen setzt auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Aktionskreis und Verwaltung, zwischen ökonomischer Kompetenz und administrativer Zuständigkeit. Er stellt aber auch klar, „wer hier Koch und wer hier Kellner ist“: „Wir befinden uns auf Augenhöhe mit der Verwaltung. Das ist ganz wichtig. Die Kaufleute und Gewerbetreibenden erwirtschaften mit ihren Mitarbeitern das Ergebnis. Die Verwaltung hat das Ergebnis administrativ zu begleiten.“

Mehr Parkflächen in der Innenstadt oder zumindest intelligentere Lösungen und eine Aufwertung der B-Lagen, also der Randlagen wie beispielsweise Hünshoven, sind für ihn künftige Themen. Aber auch beim Aufbau der verschiedenen Verkaufskanäle will er die Gewerbetreibenden unterstützen.

„Die Erfolgreichen in der Stadt müssen für die anderen Vorbild sein. Früher hat man sich gegenseitig nach unten gezogen. So, wie die Atmosphäre derzeit ist, hat die Stadt Geilenkirchen eine zusätzliche Chance, ihre Lage zu verbessern.“

Auch angesichts der oft kritisierten Leerstände verfällt Coenen nicht in Depressionen: „Leerstände sind überall. Man muss sie aktiv im Zaum halten. Wir dürfen einfach nie aufgeben.“

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