Gangelt - Heiner Breickmann: Kein Gegenbewerber weit und breit

Heiner Breickmann: Kein Gegenbewerber weit und breit

Von: dawin
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Die Gans und der Tierarzt: Beide sind auf ihre Art feste Größen in Gangelt. Die Muhrepenn steht für die Historie, Dr. Heiner Breickmann als langjähriger Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes für die kommunalpolitische Gegenwart. Foto: dawin

Gangelt. Zehn Jahre macht er den Job nun. Und es scheint, als hätte Dr. Heiner Breickmann ein Abo auf den Vorsitz des CDU-Gemeindeverbandes Gangelt. Denn am Donnerstag wird der 61-jährige Tierarzt erneut zum CDU-Chef gewählt – davon darf man getrost ausgehen, zumal es weit und breit keinen Gegenbewerber für das Amt gibt.

Anlässlich seines Jubiläums zieht Breickmann im Gespräch mit unserer Zeitung eine positive Bilanz und wagt im Vorfeld seiner Wiederwahl auch einen Blick auf die nächsten beiden Jahre.

Zehn Jahre. Wenn Sie auf die vergangene Dekade als Vorsitzender zurückblicken, welches Fazit können Sie ziehen?

Breickmann: Als ich den CDU-Gemeindeverband übernommen habe, waren die Zeiten recht turbulent. Bernhard Tholen hatte zum zweiten Mal die Bürgermeisterwahl mit klarem Votum gewonnen. Der Wahlkampf damals wurde begleitet von parteiinternen Querelen. Gleichzeitig wurde mit Kalle Milthaler ein neuer Fraktionsvorsitzender bestimmt. Es ist trotz aller Hektik gelungen, Gemeindeverband und Fraktion zu einer funktionierenden Einheit zu formen, die bis heute – und darüber bin ich sehr froh – Bestand hat. Vor diesem Hintergrund ließ und lässt sich natürlich konstruktiv in der Kommunalpolitik arbeiten.

Wie kommt es, dass Sie ununterbrochen zehn Jahre den Vorsitz inne haben und offensichtlich keine Wachablösung in Sicht ist?

Breickmann: Es liegt zum einen daran, dass die Arbeit des Verbandsvorstandes in seiner Gesamtheit offensichtlich die allgemeine Wertschätzung besitzt und dem gesamten Vorstand die Arbeit immer noch Spaß macht. Es liegt zum anderen aber auch daran, dass sich leider so leicht keiner finden lässt, der diese Arbeit machen möchte. Bei den jüngeren Mitgliedern fehlt wohl das Engagement. Das ist daran zu erkennen, dass die Junge Union in der Gemeinde Gangelt zwar auf dem Papier vorhanden ist, aber nicht wirklich funktioniert.

Vor diesem Hintergrund dürfte Ihnen für die kommenden zwei Jahre einmal mehr der Vorsitz des Gangelter CDU-Gemeindeverbandes sicher sein …

Breickmann: … davon kann man ausgehen. Es sieht für mich wie auch für den restlichen Kernvorstand relativ gut aus.

Es wird viel von Politikverdrossenheit bei den Bürgern gesprochen. Haben auch Sie diese Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren so feststellen können?

Breickmann: Die Tendenz dahin, dass sich immer mehr Menschen auf sich und die eigenen vier Wände konzentrieren, ist spürbar. So hatten wir 2013 in der Reihe „Gangelt aktuell“ zu durchaus interessanten, themenbezogenen Veranstaltungen wie etwa zur Einbruchsdiebstahlprävention und zur Energiewende eingeladen. Die Resonanz aus der Bevölkerung war jedoch enttäuschend.

Dieser Versuch, das Wahlvolk zu erreichen, ist offensichtlich gescheitert. Welchen Schluss ziehen Sie daraus?

Breickmann: Die CDU Gangelt hat seit 2014 einen Internetauftritt. Mit den neuen Medien können wir uns besser präsentieren und auch mehr Menschen ansprechen. Zudem verteilen wir künftig zweimal im Jahr eine bürgernahe Faltbroschüre namens „Gangelt direkt“, im Dezember erschien sie erstmals, zum Thema Grünanlagen und dem neuen, erfolgreichen Coaching-Plan.

Es zählen am Ende die kommunalpolitischen Leistungen, wenn Sie die Bürger überzeugen wollen. Welche Erfolge sind auf der Haben-Seite der CDU?

Breickmann: Nun ja, da gibt es das Gesamtschulkonzept, das anfangs dem einen oder anderen Bauchschmerzen bereitete, weil Realschule und Hauptschule auslaufen, aber das ist eine Maßnahme, die erforderlich ist, um die schulische Präsenz im Ort zu halten. Da gibt es die Versorgung der ganzen Gemeinde mit der schnellen Glasfaser; da gibt es den Bau von Bürgerhäusern und Sportheimen, ebenso gibt es die Ausweisung neuer Baugebiete, um dem Wachstum der Kommune Rechnung zu tragen. Da gibt es die Errichtung des Bürgerservice-Centers für den Naturpark und den Wohnmobilstellplatz. Und da gibt es natürlich last, but not least den erfreulichen Umstand, dass die Gemeinde schuldenfrei ist, das ist zwar in erster Linie das Verdienst von Bürgermeister Tholen, aber die CDU hat mit ihren Entscheidungen dazu beigetragen. All dies zeigt, dass die CDU in Gangelt als stärkste Fraktion die Politik zum Wohle der Bevölkerung maßgeblich mitbestimmt.

Aber da gibt es auch das Schwimmbad, das nicht nur in Gangelt ein Zuschussgeschäft ist. Wie beurteilt die CDU diesen Wermutstropfen?

Breickmann: Vor Jahren wurde das Bad mit einer großen Rutsche attraktiver gemacht. Gerade erst wurde das Becken saniert. Es ist ein echter Magnet, und trotzdem bewegt es sich in der Verlustzone. Aber wenn man sieht, wie stark das Bad von morgens früh bis abends genutzt wird, kann man es nicht schließen. Es bietet ein Stück Lebensqualität, die es zu erhalten gilt.

Unterm Strich lässt sich konstatieren: die kommunalpolitische Welt der CDU Gangelt ist heil. Aber auf dem Erreichten wird sich die CDU nicht ausruhen wollen. Welche Ziele gibt es für die Zukunft?

Breickmann: Es gibt in nächster Zeit keine Bundes- und Landtags- oder Kommunalwahlen, die uns in der Parteiarbeit zeitlich immer stark belasten. Diese Verschnaufpause werden wir dazu nutzen, bislang liegengebliebene Dinge aufzuarbeiten. Und wir wollen ein Konzept erarbeiten, wie wir Mitglieder vor allem für die Junge Union werben können.

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