„Heimi“, ein beliebter Lehrer und begnadeter Erzähler

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Eine stolze Familie: Freya, der kleine Tobias (5), Stefan (10) Günther und Ingrid Heim (v.l.) freuen sich über die Neuauflage von „Heimis unheimliche Geschichten“. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt-Schierwaldenrath. „Heimis Geistergeschichten“ ist eine in Buchform gegossene Sammlung von außergewöhnlichen Erzählungen von Günther Heim. Er war ein Lehrer, der in den 70er Jahren seine Tätigkeit begann und es sehr schnell verstand, seine Schüler zu fesseln.

Auf der einen Seite war er sicher in seinem „kindgerechten“ Mathe- und Physikunterricht – auf der anderen Seite war er der Geschichtenerzähler, für den ihn seine Schützlinge geliebt haben und heute noch verehren.

Jetzt wurde das Buch neu aufgelegt und überarbeitet. „Heimis unheimliche Geschichten“ heißt der Band nun. Aufgezeichnet von Günther Heim, zu Papier gebracht und illustriert von seiner Gattin Ingrid Heim.

Immer nur häppchenweise

Als Lehrer hatte sich Heim angewöhnt immer am Ende einer Unterrichtsstunde Geschichten zu erzählen – sei es zur Belohnung, sei es zur Förderung der Aufmerksamkeit. Die Geschichten wurde aber nicht brav heruntererzählt, sondern immer nur häppchenweise.

Wurde es spannend oder nahm die Geschichte eine Wendung, wurden die Kinder mit einbezogen. Das, was der Fantasie entsprang, wurde von Günther Heim nebenbei als Kreidezeichnung auf der Tafel zu einem Bild rund um die Geschichte. „Generationen von Grundschülern haben fasziniert zugehört und konnten nicht genug davon bekommen“, erzählt seine Frau und ehemalige Lehrerkollegin Ingrid.

Dass Günther Heim von Schülern „Heimi“ genannt wurde, ist ein weiteres Indiz für das außergewöhnliche Verhältnis zwischen ihm und den meisten der rund 500 Schülern, die Heim an der Birgdener Grundschule von 1972 bis 2001 unterrichtet hat. Da verwundert es auch kaum, dass „Heimi“ von seinen Schäfchen geduzt wurde. „Das Verhältnis zu ihm war von großer Herzlichkeit und ebenso viel Respekt geprägt“, erinnert sich etwa Vanessa Krichel, vor über 30 Jahren eine seiner Schülerinnen. Sie besitzt eine signierte Erstausgabe.

24 Geschichten sind es, die alle einen wahren Kern haben. So oder in Teilen ähnlich sind sie Heim mündlich überliefert worden, in seiner Kindheit in Burg Reuland, Belgien, und in Hemeln an der Weser, aber auch später bei seinen zahlreichen Aufenthalten im Bayerischen Wald, dem Steigerwald und dem Spessart.

„Dichterische Freiheit“ machte sie dann zu dem, was Generationen von Schulkindern begeistert hat. „Wilhelm Meister“ spielt dann auf einem Friedhof, „Der Moormensch“ im Hohen Venn und im „Werwolf“ wird von einem Unglück mit einem verzauberten Spazierstock erzählt.

Was die Schüler abliefern

Zu Lehrzeiten hat Heim seine Erzählungen handschriftlich in drei Bänden verewigt. In diesen Ausgaben befinden sich neben den Erzählungen rund 40 Anekdoten über das, was seine Schüler so alles Bemerkenswertes abgeliefert haben. Diese Geschichten gehören inzwischen, wenn er zu Klassentreffen eingeladen wird, zu einem der Höhepunkte.

In die neue Auflage hat er keine Schüler-Geschichten gebracht: „Da werden Namen genannt und das will ich nicht“, war seine Meinung noch vor einem Jahr. Diese hat er inzwischen revidiert und im kommenden Jahr sollen dann die – sicher nicht minder spannenden Geschichten – aus dem Lehrerleben erscheinen.

Eine wahre Geschichte, die in „Heimis“ Leben eine völlig unerwartete Wendung nahm, kann aber auch Krichel als ehemalige Schülerin zu diesem Reigen beisteuern. Hatten die Kinder Fragen zum Unterricht, konnte man problemlos bei Heim zu Hause klingeln, und ihnen wurde in Ruhe geholfen. Bei einem dieser Gespräche fragte Krichel, warum „Heimi“ denn nicht seine Kollegin Ingrid heirate: „Ihr seid ein so schönes Paar!“ Als Antwort ein verstörter Blick: „Heiraten? Ich? Nein!“ Schließlich kam es anders.

Erhältlich sind „Heimis Geistergeschichten“ in Birgden bei Grosswardt, am Kiosk, in der Buchhandlung Mesche und bei Maler Pelzer sowie beim Herausgeber selbst in Schierwaldenrath, Palz 11. In Geilenkirchen ist es in der Buchhandlung Lyne von de Berg vorrätig.

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