Heimatforscher entdeckt zerstörtes Wegkreuz

Von: g.s.
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Das Wegkreuz am ehemaligen Verlauf der Landesstraße 42 zwischen Geilenkirchen und Teveren wurde aus dem beschädigten Original aufwändig instandgesetzt. Dafür setzten sich nicht zuletzt Wolfgang Jansen, Heiner Molz und Rainer Gies (v.l.) ein. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. In neuem Glanz zeigt sich das alte Wegkreuz an der Landesstraße 42 zwischen Geilenkirchen und Teveren seit einigen Tagen. Das gusseiserne Kreuz mit dem Korpus Christi lag zerstört und versteckt im Gebüsch in der Sackgasse des ehemaligen Verlaufs der Landstraße und war schon fast in Vergessenheit geraten. Dann kam der heimatkundlich interessierte Geilenkirchener Heiner Molz, der das beschädigte Wegkreuz vor etwa zwei Jahren entdeckte und Bauhofleiter Wolfgang Jansen einschaltete.

Der veranlasste den Transport des Kreuzes zum Bauhof nach Nieder­heid und informierte zudem Rainer Gies, den Leiter der Meisterei Heinsberg-Moers-Nettetal vom Landesbetrieb Straßen NRW. Denn der Landesbetrieb ist Eigentümer des entsprechenden Straßenabschnitts und auch Herr über geschätzt mehr als 1000 Wegkreuze im Kreis Heinsberg und den Nachbarkreisen am Niederrhein.

„Rund 100 Wegkreuze im Kreis sind in der Denkmalliste eingetragen, dieses hier sicherlich auch“, schaut Rainer Gies auf das vor ihm auf einem 90 Zentimeter Sockel stehende und 1,50 Meter hohe Kreuz. „Das Wegkreuz wurde von Bauhofschlosser Helmut Görtz aufwändig instandgesetzt“, erzählt der Leiter der Meisterei und verweist auf die hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem Bauhof und dem Landesbetrieb.

Das große Lob erfreute Bauhofleiter Wolfgang Jansen, der wiederum die Arbeit des Landesbetriebs hervorhebt. Denn diese Dienststelle hat den Klinkersockel ausgebessert und verputzt sowie den Vorplatz gepflastert, mit einem in Blaustein gefertigtem Kreuz in der Pflasterung. „Es ist leider nicht bekannt, wie alt das Wegkreuz ist“, bedauert Heiner Molz. Er geht davon aus, dass es sich um ein Ende des 19. Jahrhunderts, etwa um 1880 hergestelltes Kreuz handelt.

Denn gusseiserne Symbole traten vor allem von 1870 bis 1930 häufig auf und hatten damals die oft verwitterten Holzkreuze ersetzt. Es ist überliefert, dass die starke Verbreitung der industriell gefertigten Gusseisenkreuze mit der Entwicklung des Eisenkunstgusses einherging. Der Zweite Weltkrieg soll dann die Produktion beendet haben, weil die Gussformen zerstört wurden. Kreuze sind als markante und häufige Kleindenkmale in der Landschaft in großer Zahl vertreten und werden auch als Station bei einer Prozession angelaufen.

Das Aufstellen von Kreuzen am Wegesrand diente dazu, den Segen Gottes und den Schutz vor Bösem für Mensch und Tier und die Fluren zu erbitten.

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