Haushaltsentwurf für 2017: Gangelt legt seine Zahlen vor

Von: Thorsten Pracht
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Gangelt. Keine Steuererhöhungen, keine Gebührenerhöhungen – so fasste Bürgermeister Bernhard Tholen (CDU) den Haushaltsentwurf der Gemeinde für das Jahr 2017 zusammen. Und das sei für die Bürger schließlich das Wichtigste. „Für uns ist zudem wichtig, dass wir im kommenden Jahr viele neue Dinge anpacken können“, betonte Tholen, ehe er im Haupt- und Finanzausschuss an den „Herrn der Zahlen“ abgab. Traditionell bringt in Gangelt der Kämmerer den Haushalt ein.

Und Gerd Dahlmanns bewies in seiner kurzen Rede, dass er durchaus auch mit Worten umgehen kann. Er garnierte seine Ausführungen mit diversen Zitaten kluger Köpfe. Etwa bei der erneut gestiegenen Kreisumlage, die Landrat Stephan Pusch (CDU) als „Kompromiss“ bezeichnet hatte. „Ein Kompromiss ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, dass jeder glaubt, er habe das größte Stück bekommen“, zitierte Dahlmanns den ehemaligen Bundeskanzler Ludwig Erhard – verbunden mit der Hoffnung, dass in Zukunft „insbesondere die Aufwandseite des Kreishaushalts stärker in den Fokus rückt“. Diese Hoffnung dürfte er mit allen Kämmerern des Kreises teilen.

In der Tat machen die sogenannten Transferaufwendungen, also Leistungen der Kommune an Dritte wie etwa die Kreisumlage, fast die Hälfte der Gesamtaufwendungen in Höhe von 23,7 Millionen Euro aus. Weil bei den Erträgen im Gegensatz dazu nur knapp 22 Millionen im Etatplan stehen, ergibt sich ein erwarteter Fehlbetrag von 1,7 Millionen Euro. Weil der Fehlbetrag vollständig über die Ausgleichsrücklage gedeckt wird – diese betrug zum 31. Dezember 2015 6,5 Millionen Euro – gilt der Gangelter Haushalt für 2017 als „fiktiv ausgeglichen“.

Nervös wird ob des kalkulierten Defizits jedenfalls niemand in Gangelt, wobei die Debatte über den Haushalt erst in der Ratssitzung kommende Woche stattfindet. Auch für das laufende Jahr hatte Dahlmanns ein Minus prognostiziert, das mit 2,1 Millionen Euro sogar noch höher lag. Abschließen wird die Gemeinde das Jahr wohl mit einer schwarzen Null, wie der Gangelter Kämmerer es im Gespräch mit unserer Zeitung prognostiziert. So bleibt Gangelt in Sachen Finanzen ein Musterschüler. „Die Gemeinde ist mit einer weiterhin hohen Liquidität (am 11. November 2016 = 10,8 Millionen Euro) ausgestattet“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Ein Darlehensbedarf sei bis einschließlich 2020 nicht zu erwarten.

Trotzdem erreiche das Investitionsvolumen „einen Spitzenwert“. Rund 4,1 Millionen Euro will Gangelt 2017 in die Hand nehmen, dafür allein 3,1 Millionen für Bautätigkeiten. Größte Maßnahmen werden laut Dahlmanns der Endausbau des Neubaugebiets Gangelt Nord/IV, die Erschließung der Neubaugebiete Klein Feldchen II in Schierwaldenrath, Jankerfeld II in Birgden sowie die Erschließung des Gewerbegebiets Gangelt sein.

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