Hauptschüler basteln nach der „Penne” ihre eigene Ampel

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
ampel-foto
Die vier Hauptschüler Patrick Müller, Niko Grabe, Jannick Hagen und Muhammet Arslan (vorne,v.l.) freuen sich mit Hanno Derichs (l.), Meister Andreas Heinen (r.) sowie Schulleiter Johannes Nellißen (2.v.r) und Jörg Tackmann (2.v.l.) von der Firma Mobau über das erfolgreiche Ampelprojekt. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Für vier Schüler ist es in den vergangenen Wochen an sechs Freitagen nicht direkt nach der „Penne” nach Hause gegangen. Sie machten sich auf den Weg von der Gemeinschaftshauptschule (GHS) Übach-Palenberg in die Daimlerstraße.

Dort hat die international tätige Firma Verfahrenstechnik Derichs ihren Sitz. Meister und Ausbildungsleiter Andreas Heinen nahm die Schüler in Empfang und arbeitete mit ihnen an einem ganz besonderen Projekt. Denn im Rahmen der im November 2007 zwischen der GHS und verschiedenen Firmen, darunter auch Derichs, geschlossenen „Kurs”-Lernpartnerschaft, wurden die Schüler in den Betrieb gebracht.

Fachkundige Anleitung

„Normalerweise ist hier freitags um halb eins Schluss”, weiß auch Hanno Derichs, Geschäftsführender Gesellschafter von Verfahrenstechnik Derichs. Doch für die vier Hauptschüler wurde das Technikum, wie die Werkshalle heißt, eigens geöffnet. Dort planten und bauten sie dann in Eigenregie und unter fachkundiger Anleitung ihre ganz eigene Ampel.

Bevor allerdings das mannshohe Teil die ersten Lichtsignale gab, war viel zu tun. Auf dem berühmten „weißen Blatt” entwickelten die Schüler ihr Projekt. Da wurde entworfen, gezeichnet, verworfen und das fertige Konstrukt, natürlich noch im Entwurfsstadium, dem Meister vorgelegt. Eigenständig mussten sich die Jugendlichen aufmachen, um alle benötigten Materialien zu beschaffen. Und hier waren kurze Wege in jeder Hinsicht Trumpf.

Denn als Nachbar von Derichs war Mobau, ebenfalls im Pool von „Kurs” organisiert, bereit, den Schülern bei ihrer Ampel unter die Arme zu greifen. Jörg Tackmann kümmerte sich um das gesamte Material, mit dem die vier von der GHS dann wieder im Technikum aufschlugen.

„Dann konnten die Schüler mal sehen, was ein Feinwerkmechaniker oder auch Mechatroniker so macht”, kommentierte Heinen. Er war allerdings enttäuscht darüber, dass sich zwar zwölf Interessenten fanden, letztlich aber nur vier wirklich das Angebot annahmen.

Dennoch machten sich die Jungs mit Eifer ans Werk, bauten jeweils rund drei Stunden pro Nachmittag, bis das Werk fertig war. „Die elektronische Steuerung haben wir allerdings noch ergänzt”, schließt Heinen. So entstand ein Modell, das nicht nur mit Stolz präsentiert wird, sondern in Zukunft auch auf Informationsständen der Firma Derichs, beispielsweise auf Berufsbörsen, zeigen soll, was die Zusammenarbeit von Schule und Betrieb bringt.

Nicht nur Mausklicks

„Das sind Wege, die wir früher so nicht beschritten haben”, wirft auch Johannes Nellißen, Leiter der GHS, ein. Er sieht die Verknüpfung solcher Projekte mit der Berufsorientierung und Berufsvorbereitung als sehr vielversprechend an. Und auch die Betriebe profitieren letztlich von der Lernpartnerschaft. „Denn nur mit Mausklicks können wir keine Anlage bauen”, unterstreicht Hanno Derichs, „es braucht Ingenieure, die sie entwerfen und Handwerker, die sie bauen”.

Für die Schüler war es ein toller Blick in die bald anstehende Berufswahl. „Es war interessant, einen Einblick in den Betrieb zu bekommen und die Kollegen ein bisschen kennenzulernen”, sagt Patrick Müller. „Rohre schneiden, schweißen, Rohre bearbeiten, zuletzt noch die Verdrahtung und die Elektronik ans Laufen bringen, war eine tolle Erfahrung”, meint auch Niko Grabe; Jannick Hagen und Muhammet Arslan, die weiteren zwei in der Runde, nicken zustimmend.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert