Hat Hückelhovener Tauchlehrer Fehler gemacht?

Von: rei
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Heinsberg/Geilenkirchen. Vor dem Geilenkirchener Schöffengericht wurde am Dienstag das Verfahren gegen den Tauchlehrer Werner K. aus Hückelhoven wegen eines Tauchunfalls eröffnet, der sich bereits am 2. Juni 2013 im Lago Laprello in Heinsberg ereignete.

Am Ende eines etwa halbstündigen gemeinsamen Tauchganges kam die heute 20-jährige Monique M. aus Wassenberg aus bisher ungeklärten Gründen nicht wieder an die Oberfläche. Durch die unmittelbar eingeleiteten Rettungsmaßnahmen konnte die Taucherin schnell gefunden und lebend geborgen werden.

Sie erlitt dennoch schwerste Verletzungen, unter denen sie noch heute leidet. Aufgabe des Amtsgerichts Geilenkirchen unter Vorsitz von Richter Thomas Schönig ist es nun festzustellen, ob den Monique M. damals beim Tauchgang begleitenden 52-jährigen Hückelhovener am Unfallgeschehen ein irgendwie gearteter Schuldvorwurf treffen könnte.

So ist jedenfalls die Ansicht von Staatsanwalt Michael Wehrstedt und des Nebenklägers, Lothar M., der als Betreuer für seine Tochter auftrat sowie die seines Rechtsanwalts Peter Schetter aus Köln. Diese hatten ein Sachverständigengutachten des Ingenieurbüros Gottschalch aus Ichenhausen vorgelegt, das den Angeklagten belasten soll. Hierin wurden die Ausrüstung des Unfallopfers und der Tauchcomputer von Werner K. überprüft.

Und eben gegen die Person dieses – zum Termin auch persönlich erschienenen – Sachverständigen richtete sich der kurz zuvor schriftlich eingereichte und gleich zu Beginn der Verhandlung vorgebrachte Antrag der beiden Strafverteidiger der Kanzlei Kroheck & Thomas aus Essen. Die Rechtsanwälte wollen Frank Gottschalch als Sachverständigen abgelehnt wissen, weil in dessen Gutachten ein „erheblicher Belastungseifer festzustellen sei“.

Nach Ansicht der Rechtsanwälte seien hierin „rechtliche Fragen behandelt und beantwortet worden sowie Rückschlüsse gezogen worden, die dem Sachverständigen nicht zustünden“. Er sei bei der Beantwortung der gestellten Fragen „von der rein wissenschaftlichen Bearbeitung unerlaubt abgewichen und habe vorschnell Thesen aufgestellt, die auch sachlich falsch seien“.

Das Gutachten gehe von einem Tauchanzug und dessen Eigenschaften aus, der aber tatsächlich nicht getragen worden sei. Auch sei der Ablauf des für das Ergebnis des Gutachtens wohl entscheidenden „Bubble Checks“ (Test des Atemreglers durch Überprüfung von aufsteigenden Bläschen) vor dem Tauchgang falsch dargestellt worden.

Dem trat vor allem der Anwalt der Nebenklage – seines Zeichens Fachmann für Tauchunfälle – sofort entgegen. Das Gericht hingegen betonte ausdrücklich, in dieser Beziehung absoluter Laie zu sein und demgemäß diese Fragen nicht beantworten zu können. Aus diesem Grunde wurde an dieser Stelle die Verhandlung auch vertagt und alle erschienenen Zeugen entlassen.

Fortgesetzt werden soll das Verfahren am 3. Mai, um 11.30 Uhr. Dann wird zunächst über den Antrag der Verteidigung entschieden werden. Erst im Rahmen der weiteren zwei vorgesehenen Termine werden Zeugen des eigentlichen Vorfalls gehört.

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