Hasenbaby aus den Klauen zweier Krähen gerettet

Von: Georg Schmitz
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Dem Hasenbaby mit dem kreativen Namen „Hase“ geht es inzwischen bei Familie Weidner wieder richtig gut. Im Garten der Familie erhält das kleine Tier jetzt ein eigenes Gehege. Foto: Georg Schmitz
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Marie Weidner rettete den Wildhasen vor den tödlichen Schnäbeln der Krähen und päppelte ihn zusammen mit Mutter Tanja wieder auf. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Tanja und Marie Weidner haben ein Herz für Tiere. Dies zeigte sich schon mehrfach anhand der Tatsache, dass sie verletzte oder verlassene Tierkinder aufzogen. So pflegten sie eine kranke Gans, die nicht mehr laufen konnte und päppelten eine verletzte Amsel wieder auf, bis diese in der Lage war, eigenständig weiterzuleben.

Dann war da noch vor zwei Jahren ein nur wenige Tage altes Spatzenkind, dass vollkommen nackt und ohne geöffnete Augen auf dem Weg lag. Weil es unter die Wärmelampe mit Babynahrung und später Mehlwürmern gefüttert wurde, entwickelte sich der Spatz prächtig. Als er flügge war, entließen ihn die Weidners in die Freiheit und auch heute noch kommt der Vogel die Familie in Niederheid des Öfteren besuchen. „Wir pflegen eigentlich jedes Jahr ein Tier“, schmunzelt Mutter Tanja Weidner.

Der aktuelle Pflegefall lebt nun seit zwei Monaten bei den Weidners und hat schon ein schlimmes Erlebnis hinter sich. Es handelt sich um einen wilden Hasen, den Tochter Marie eines Tages aus den Klauen seiner Feinde rettete. Die 16-Jährige ging am 1. Februar mit Hund „Chilli“ im Feld unweit des Wohnhauses spazieren, als sie auf ein lautes Schreien zweier Krähen aufmerksam gemacht wurde. Die Rabenvögel waren gerade dabei, ein erst etwa eine Woche altes Hasenbaby zu töten, um es dann zu verspeisen.

Als Marie näher kam, flüchteten die Krähen. Das Häslein lag wimmernd und von den Schnäbeln der Raubvögel übel zugerichtet in einer Ackerfurche. Glücklicherweise hatten die Krähen dem Baby noch nicht die Augen ausgehackt. Die Natur kann grausam sein, denn das ist bei ihnen so üblich, damit die „Beute“ nicht mehr fliehen kann.

Marie nahm das Hasenbaby mit nach Hause und säuberte erst einmal die blutenden Wunden am Körper und am Kopf. Zusammen mit Mutter Tanka schaute Maria im Internet nach, wie mit dem Nachwuchs von Wildhasen umzugehen ist und informierte sich über deren Essgewohnheiten.

Katzenaufzuchtsmilchpulver, gemischt mit Tee, sei idealerweise zu verwenden, hieß es da. Die Nahrung sowie eine spezielle Spritze mit Nucki-Aufsatz musste erst einmal besorgt werden. Alle vier Stunden, auch nachts, musste das Tier gefüttert werden. „Das ist wie bei einem kleinen Kind, das Hasenjunge muss auch nach dem Essen den Bauch massiert bekommen“, erzählt Tanja Weidner. In der Prägephase ist sie die Ersatzmutter für den Hasen geworden, denn Tochter Marie muss schließlich noch zur Schule.

Nach zwei Monaten ist „Hase“, so der fantasievolle Name für den Findling, prächtig herangewachsen. Die Wunden sind verheilt, nur noch ein wenig Kruste an manchen Stellen erinnern daran, was die Krähen dem Tier zugefügt haben.

Nase an Nase mit dem Haushund

„Hase“ kuschelt gerne und sucht die Wärme zu Tanja Weidner. Stubenrein ist er auch, er erledigt sein Geschäft immer in den Sägespänen des Hasenklos. „Wir haben schon 200 Euro für den Hasen ausgegeben“, meldet sich Ehemann Matthias zu Wort, der die Liebe zu den Tieren mit Gattin und Tochter teilt. „Das ist es uns aber wert“, schiebt Tanja Weidner noch hinterher.

Noch ist er zu klein, um frei gelassen zu werden, aber wie geht es weiter, wenn „Hase“ erwachsen ist? „Das kann zum Problem werden“, weiß Tanja Weidner. Denn zwischenzeitlich hat der Hase keine Angst mehr vor Menschen und sitzt auch schon mal Nase an Nase mit dem Haushund. „Wenn ein Hase keine Angst vor Hunden hat, läuft er auch nicht weg“, sind sich die Weidners bewusst und wollen ihrem vierbeinigen Familienmitglied erst einmal ein größeres Gehege in einem Winkel des Gartens einrichten. So kann sich „Hase“ auch schon ein wenig an die Freiheit gewöhnen.

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