Heinsberg-Kirchhoven - Hartz IV treibt immer mehr Tiere ins Heim

Hartz IV treibt immer mehr Tiere ins Heim

Von: Pia Wilbrand
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Die Labrador-Mischlingshündin Molly gehört zu den „Problemkindern” des Tierheims. Birgit Funke und ihre Mitstreiterinnen hoffen auf Spenden für die Hüftoperation. Foto: Pia Wilbrand

Heinsberg-Kirchhoven. Sommerzeit ist Ferienzeit. Jetzt fahren viele in den Urlaub. Doch wohin mit dem Haustier? Eine Tierpension ist zu teuer, der Nachbar hat keine Zeit und mitnehmen geht erst recht nicht. Deswegen werden zur Zeit wieder vermehrt Tiere ausgesetzt und die Tierheime sind überfüllt. So auch in Kirchhoven.

„Jedes Jahr werden mehr Tiere gefunden und bei uns abgegeben”, bedauert Birgit Funke, ehrenamtliche Mitarbeiterin des Tierheims Heinsberg. „Dabei können Tierhalter bei frühzeitiger Anmeldung ihre Tiere in der Ferienzeit für zehn Euro am Tag zur Pflege bei uns abgeben”, ergänzt Ines Amfelder, eine der vier festangestellten Pflegerinnen.

Die erhöhte Zahl an Tierabgaben liege aber auch daran, dass Tiere nun ihren Nachwuchs bekämen, weil sie nicht kastriert wurden. „Ihre Tiere kastrieren zu lassen, ist den Leuten wahrscheinlich zu teuer oder sie denken nicht an die Konsequenzen”, vermutet Birgit Funke. Zum anderen mache sich aber auch die Angst um den Job und das fehlende Geld in Zeiten der Wirtschaftskrise bemerkbar. „Einige Tiere nennen wir Hartz IV-Fälle, weil die Besitzer sich nicht mehr in der Lage sehen, das Futter und ärztliche Behandlungen für ihre Tiere finanziell zu übernehmen.”

Manchmal komme es vor, dass die Mitarbeiter des Tierheims vermuten, Fundhunde seien gar keine. Aus Scham oder Angst vor anfallenden Kosten würden sie als solche abgegeben. Dabei sei es wichtig, so viel wie möglich über die Tiere zu wissen, auch um unnötige Kosten beim Tierarzt zu sparen.

Im Jahr 2007 gab das Tierheim nämlich etwa 75.000 Euro für Tierarztkosten aus, 2008 waren es schon 120.000 Euro. Ende Juli 2009 sind sie schon bei 80.000 Euro angelangt. Da der Tierschutzverein für den Kreis Heinsberg ein privater Verein ist, bekommt er lediglich für Fundtiere für einen Zeitraum von vier Wochen finanzielle Unterstützung von der Stadt und ist immer auf Spenden angewiesen.

Hündin Molly braucht dringend Hilfe

Molly ist ein Labradormischling. Sie ist zwischen fünf und sieben Jahre alt. Aufgrund eines Hüftleidens muss sie operiert werden. Das Tierheim sucht für die Zeit ihrer Genesung eine Pflegestelle oder Personen, die die verschmuste Hündin gerne auf Dauer behalten möchten. Die Schutzgebühr beträgt 180 Euro.

Auch Spenden werden gerne angenommen für die 600 bis 800 Euro teure Operation. Unter dem Verwendungszeck „Molly, OP” können Geldspenden überwiesen werden an: Tierschutzverein für den Kreis Heinsberg e.V., Raiffeisenbank Heinsberg, BLZ 370 694 12, Konto-Nr. 330 135 6012.

Öffnungszeiten: Mo., Di., Do., Fr. 16 bis 18 Uhr; Sa. 14 bis 16 Uhr; So. 10 bis 12 0 Uhr. Mittwochs und an Feiertagen geschlossen. Telefonnummer: 02452/ 7773, Faxnummer: 02452/1565760.

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