Hans-Josef Neunfinger: Vom Azubi zum Geschäftsführer

Von: Stefan Schaum
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Die halten durch: Das gilt fü
Die halten durch: Das gilt für die Tragegurte wohl ebenso wie für „Spanset”-Geschäftsführer Hans-Josef Neunfinger. Foto: Stefan Schaum

Übach-Palenberg. Die ganze Karriere begann mit einem großen Irrtum. Weil der Papa nämlich dachte, dass die bei der Firma Spanset doch sicher was mit Spanplatten machen.

„Mein Vater war Schreiner, deshalb wollte er, dass ich in einer Schreinerei eine Ausbildung mache”, erinnert sich Hans-Josef Neunfinger. Also stand der Sohn damals mit seiner Bewerbungsmappe in der Übach-Palenberger Firma auf der Matte.

Nur um festzustellen, dass dort kein Mensch mit Holz hantierte, sondern mit neuartigen Haltegurten aus Kunststoff. Dumm gelaufen. Doch der 16-Jährige blieb einfach da und wurde Industriekaufmann. Und heute, genau 40 Jahre später, ist er immer noch dort. Als Geschäftsführer.

Dass aus den damals noch kaum bekannten Gurtsystemen eine landläufige Befestigungstechnik geworden ist, ist auch seinem Einsatz zu verdanken. Knapp 20 Jahre war Hans-Josef Neunfinger dazu auf der Straße unterwegs und hat im Außendienst bei Kunden die Klinken geputzt.

„Die konnten anfangs gar nicht glauben, dass man an solche Schlaufen aus Synthetikfasern locker drei Tonnen Gewicht hängen kann”, sagt er. Wieder und wieder hat er es demonstriert und so die Skeptiker überzeugt. „Hat viel Spaß gemacht”, sagt er heute über die Zeit, während der er ganz Deutschland kennengelernt habe.

Derweil wuchs in Übach-Palenberg der Sitz der Firma, einer Tochter eines schwedischen Unternehmens. Neunfinger: „Als ich anfing, wurden hier vielleicht 2000 Quadratmeter Fläche genutzt, heute haben wird 14.000.” Von der Fertigung bis zum Vertrieb geschieht alles vor Ort. Auch eine Weberei gehört zum Haus, in der die zugfesten Plastikseile entstehen.

160 Mitarbeiter arbeiten im Zwei-Schicht-System, seit sieben Jahren ist Neunfinger der Chef des Ganzen hier. „Das war gar nicht so leicht, vom Kollegen zum Vorgesetzten zu werden”, sagt er. Das habe er erst mühsam lernen müssen. „Ich hab immer versucht, mich da nicht zu verbiegen.”

Alltäglich ist das nicht, in ein und demselben Unternehmen vom Azubi zum Chef zu werden. Klar, auch Neunfinger hat mal darüber nachgedacht, den Job zu wechseln. „Ich hab sogar ein paar Bewerbungen geschrieben”, sagt er, „doch dann hab ich mich immer dafür entschieden, hier zu bleiben.” Die Ortsverbundenheit mag dabei eine Rolle spielen, die netten Kollegen. „Man weiß, was man hat.” Privat mag es der Vater zweier erwachsener Töchter ruhig. Kürzlich hat er Yoga für sich entdeckt.

Nicht bloß als Ausgleich zu seinem bisweilen stressigen Job. „Das tut meinem Rücken einfach gut, denn den hab ich mir im Lauf der ganzen Fahrerei im Außendienst doch ein wenig ramponiert.” Fit will er bleiben, denn noch liegen ja ein paar Jährchen vor ihm. In „seiner” Firma, wo auch sonst? „Ich hab nie damit gerechnet, so lange hier zu sein. Aber ich habe es auch nie bereut.” Und das ist doch auch mal was.
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