Handel setzt auf „kühle” Preise

Von: Georg Schmitz
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Jörg Stamm hadert zwar auch etwas mit den unwinterlichen Temperaturen, erkennt aber eine deutliche Belebung der Innenstadt nach der Sanierung. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die Kernstadt ist „wie neu”, die Geschäftslokale laden die Kunden ein. Aber für manchen Fachhändler entpuppt sich die augenblickliche Wetterlage als verkaufshemmend für die klassische Winterware. Dennoch herrscht Optimismus in der City.

Die Innenstadt hat sich ein neues Outfit zugelegt, und die Veränderungen sind überall sichtbar. In den vergangenen Jahren musste die Geschäftswelt in der City eine Durststrecke überstehen, denn aufgrund der mehr als zwei Jahre dauernden Bauphase scheute manch Auswärtiger den Weg in den Stadtkern. Nun sind die beiden wichtigsten Bauabschnitte abgeschlossen, und das Einkaufszentrum (Gelo-Carré) hat mit Dezemberbeginn seine Pforten geöffnet.

Für eine repräsentative Analyse über die Auswirkungen der städtebaulichen Veränderung auf den bestehenden Einzelhandel scheint es noch zu früh. Doch wird man dem Ziel einer Belebung der Innenstadt ein ganzes Stück näher gekommen sein. Wenn auch die überfällige kühle Jahreszeit dafür sorgt, dass beim Handel die Winterware in größeren Mengen noch in den Regalen liegt, zeigt sich der Großteil der Geschäftsleute sehr angetan von dem bisher Erreichten, wie eine Umfrage bei einigen Einzelhändlern ergab.

„Die Innenstadt hat sich durch das Einkaufszentrum deutlich belebt, wovon auch der Einzelhandel profitiert”, ist die Meinung von Jörg Stamm. Der Herrenausstatter hatte schon vor einigen Jahren die Zeichen der Zeit erkannt und sich mit einem kompletten Umbau seines Geschäftes und Modernisierung der Fassade in der Konrad-Adenauer-Straße für die Zukunft fit gemacht. „Viele unserer Kunden loben die Umgestaltung der Stadt, und mir gefällt es auch”, blickt er auf die Erneuerung. Der Fachhändler hegt jetzt noch den Wunsch, dass sich einige höherwertige Geschäfte in Geilenkirchen ansiedeln.

Derzeit ist er damit beschäftigt, die Preise für Winterbekleidung zu reduzieren. „Aufgrund des bisherigen milden Winters sind die Lager mit Winterware gut gefüllt, so dass die Kunden ab sofort allerlei Schnäppchen machen können”, sagt Jörg Stamm, der die Entwicklung des Einzelhandels in der Stadt grundsätzlich positiv sieht: „Dazu werden auch die noch im Bau befindlichen und im Sommer fertig gestellten Geschäftsbereiche beitragen.”

Nicht nur positiv, sondern „mit Begeisterung” blickt Johannes Kamps auf die zurückliegenden Wochen. „Wegen der guten Geschäftsentwicklung haben wir im Dezember drei neue Mitarbeiter eingestellt”, freut sich der Juwelier. In den Wochen vor Weihnachten habe sich so viel Interesse eingestellt, dass die Kunden sogar teilweise bis vor der Türe angestanden hätten. Die Belebung sei zum einen auf eine kurz vor dem Weihnachtsgeschäft fertig gestellte Modernisierung des Schmuck- und Uhrengeschäftes zurückzuführen, zum anderen auf die abgeschlossenen Baumaßnahmen im Zentrum. „Wir werden aus Geilenkirchen zwar kein zweites Heinsberg machen, aber die Stadt ist auf dem richtigen Weg”, kommt ein dickes Lob von Johannes Kamps.

„Nach dem Umbau der Innenstadt kann ich eine deutlich höhere Kundenfrequenz feststellen”, vergleicht Oliver Schleypen das Halbjahr 2011 mit dem „Baustellenhalbjahr 2010”. Nach Öffnung des „Gelo-Carré” habe sich für ihn allerdings geschäftlich nichts verändert. Aufgrund des momentan „warmen” Winters sei ein rasanter Verkauf von Stiefeln oder gefütterten Schuhen nicht passiert. „Schuhe sind ohnehin keine klassischen Geschenke für Weihnachten, denn sie müssen schließlich anprobiert und auch der Geschmack der Beschenkten getroffen werden”, sagt der Inhaber von Shoe Point. Taschen, Geldbörsen und Gürtel seien in den zurückliegenden Wochen aber vermehrt gekauft worden.

Auch Oliver Schleypen sieht die Entwicklung in der Stadt mit Freude. „Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich das neue Geilenkirchen - und das finde ich schön!”
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