Gymnasium St. Ursula will internationaler werden

Von: Danielle Schippers
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Schulleiter Jürgen Pallaske will die Internationalisierung des St.-Ursula-Gymnasiums verstärken. Eine niederländische und polnische Schule stehen auf seiner Wunschliste. Foto: Danielle Schippers

Geilenkirchen. Individualität und Teamfähigkeit auf allen Seiten fördern und daran wachsen, das Miteinander noch weiter stärken und gemeinsam die Schule weiterentwickeln: So umschreibt Jürgen Pallaske seine Pläne. Nachdem er vor einem halben Jahr das Amt des Schulleiters des St.-Ursula-Gymnasiums Geilenkirchen angetreten hat, spricht er über seine Erfahrungen und wirft einen Blick in die Zukunft.

Sie sind seit August Schulleiter am Gymnasium. Wie wurden Sie aufgenommen? Wie geht es Ihnen in Geilenkirchen?

Pallaske: Ich fühle mich hier in Geilenkirchen an St. Ursula wirklich wohl. Die Lehrer, Schüler und Eltern haben mich in einer wunderbaren Begrüßungsfeier willkommen geheißen. Ich bin sehr freundlich aufgenommen worden von der Stadt, dem Bürgermeister, der Stadt- und Schulverwaltung, den ortsansässigen Schulen und auch von beiden Kirchen. Ich finde, Geilenkirchen ist eine sehr sympathische Stadt.

Und von den Schülern?

Pallaske: Auch die Schüler sind mir sehr offen entgegengekommen. Bei meiner Einführung hat mir die Schülervertretung eine bunte Schultüte geschenkt, für meinen ersten Schultag, das fand ich lustig und hat mich sehr gefreut. (Pallaske lacht und deutet auf die Schultüte, die immer noch sein Büro schmückt). Die Zusammenarbeit mit der SV macht Spaß und ist sehr konstruktiv, die Schüler sind nett und kooperativ. Zum Glück unterrichte ich noch fünf Stunden Englisch in der Woche in einer 5. Klasse – sonst würde mir wirklich etwas fehlen!

Was ist Ihnen als Schulleiter und Lehrer besonders wichtig im Umgang mit den Schülern?

Pallaske: Ich möchte für die Probleme jedes Kindes und jedes Jugendlichen ansprechbar sein und versuchen, die individuellen Fähigkeiten jedes Einzelnen zu fördern. Wichtig ist auch, dass man sich von Vorurteilen jeglicher Art freimacht und manchmal auch ein Auge zudrückt. Denn viele Schüler haben auf dem Weg zum Jugendlichen oder zum Erwachsenen auch einmal eine schwierige Phase.

Welche Erfahrungen aus Ihrer Zeit als Lehrer haben Sie mitgenommen, die jetzt als Schulleiter wichtig sind?

Pallaske: Da fällt mir als Erstes ein, dass man Empathie braucht. Die Fähigkeit, die Dinge auch aus anderen Sichtweisen zu verstehen, ist als Lehrer und als Direktor unverzichtbar. Und ich glaube, eine grundsätzliche Offenheit ist wichtig. Als Lehrer habe ich aber auch gelernt, Menschen zu motivieren, Schüler sowie Lehrer. Alle sollen sich mit ihren Fähigkeiten einbringen können, umso zufriedener ist jeder Einzelne und trägt zu einer guten Atmosphäre bei.

Wie waren Sie denn als Schüler?

Pallaske: Mir haben immer diejenigen imponiert, die nicht so ganz stromlinienförmig waren.

Was haben Sie bei Ihrem Dienstbeginn als Erstes geändert?

Pallaske: Direkt zu Beginn habe ich einen runden Tisch in mein Büro gestellt. Hier können wir diskutieren und unsere Schulentwicklung gemeinsam gestalten. Zum Beispiel auch mit unserer engagierten Schülervertretung. Ich nehme die Schüler und ihre guten Ideen sehr ernst. Ich möchte, dass wir auch das Know-How der Schüler im fairen Miteinander nutzen, um die Schule zu verbessern.

Was ist für die nähere Zukunft geplant, was wollen Sie ändern?

Pallaske: Wir wollen verstärkt an Konzepten arbeiten, um die individuelle Förderung für alle Altersstufen und für jeden einzelnen Schüler weiter auszubauen. Da wollen wir investieren.

Was heißt das konkret?

Pallaske: Schon im nächsten Halbjahr werden wir zunächst in den 5. Klassen in den Hauptfächern eine Stunde pro Woche mit einem zweiten Lehrer gestalten. So können die zwei Lehrer zum Beispiel kleinere Gruppen bilden und differenziert mit Schülern arbeiten, aber auch ihre besonderen Talente fördern. In der Mittelstufe ist es wichtig, auf die spezifischen Fähigkeiten und Probleme dieser Altersgruppe einzugehen. Wir sind personell gut aufgestellt, um das zu schaffen.

Am Schultor steht ein Baugerüst, was passiert dort?

Pallaske: Da wird gerade umgebaut. Die ehemalige Wohnung des Hausmeisters wird kernsaniert, dort entsteht eine Cafeteria für die Schüler, in der sie in Freistunden zusammensitzen können. Schule ist ja nicht nur Lernen, sondern auch der soziale Zusammenhalt soll dadurch gefördert werden. Außerdem können unsere Schüler und Lehrer zukünftig bei uns dann auch eine warme Mahlzeit essen.

Was ist das Besondere am Gymnasium St. Ursula, was ist Ihnen aufgefallen?

Pallaske: Wir haben ein aufgeschlossenes und motiviertes Kollegium, das sehr viel leistet, auch weit über den eigentlichen Unterricht hinaus. Außergewöhnlich ist auch die intensive Zusammenarbeit mit den Eltern, das ist nicht selbstverständlich und überaus gewinnbringend für mich. Die Elternpflegschaft und der Förderverein sind sehr engagiert, daraus entstehen große Vorteile für die ganze Schule.

Und die inhaltliche Ausrichtung der Schule? Wird sich da etwas verändern?

Pallaske: Ich möchte, dass die Gleichgewichtung der Fächergruppen, also Sprachen, Naturwissenschaften, gesellschaftliche und musisch-künstlerische Fächer beibehalten wird. Die zusätzlichen Angebote in Musik, Kunst, Literatur, Religion und Sport werden auch weiterhin unsere Schule prägen, neue Angebote wird es in den Naturwissenschaften geben. Das Tutorium, unser freiwilliges Zusatzangebot, das mehr ist als eine bloße Hausaufgabenbetreuung, wird sehr gut angenommen und ist ein großes Plus.

Und außerhalb des regulären Unterrichts, wird sich da etwas verändern?

Pallaske: Wir wollen die Internationalität der Schule verstärken und versuchen neben den schon bestehenden Partnerschaften mit Schulen in England, Frankreich und Argentinien weitere Schulen in neuen Ländern als Partner zu gewinnen, aktuell beispielsweise eine polnische Schule in Lubin. Ich würde mir für die Zukunft auch eine Zusammenarbeit mit einer niederländischen Schule wünschen. Auslandskontakte sind in der heutigen Zeit schließlich essenziell, auch langfristig für die berufliche Orientierung der Schüler durch internationale Praktika. Auch in der Studien- und Berufsorientierung liegt ein Schwerpunkt, die Berufs- und Studieninformationsbörse „Be Future“ im Herbst soll weiter ausgebaut werden, da sie sehr gut ankommt bei den Schülern.

Wie positionieren Sie sich im Kollegium und als Direktor?

Pallaske: Ich möchte eine klare Position beziehen und partnerschaftlich zusammenarbeiten. Mir ist ein Klima wichtig, in dem wir auf Augenhöhe mit vernünftigen Argumenten diskutieren können, im Lehrerkollegium sowie mit den Eltern und Schülern.

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