Gymnasiasten bieten Leistung „auf Pump“ für sozialen Zweck

Von: g.s.
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Wiljo Caron, Carolin Holldorf (v.r.) und Klaus Rehberg (2.v.l.) freuen sich über die insgesamt 3000 Euro, die Tanja Sakowski (Mitte) und Jürgen Pallaske (l.) für das St.-Ursula-Gymnasium überreichten. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Das Gleichnis mit den anvertrauten Talenten aus dem Matthäus-Evangelium hatte die Basis für ein Schulprojekt des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula gelegt. „Basierend auf diesem Gleichnis bietet die Aktion allen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ihr außergewöhnliches Können in den Dienst hilfsbedürftiger Kinder zu stellen“, nennt Tanja Sakowski, Lehrerin für Biologie und Englisch, den sozialen Effekt des Projektes.

All zu oft gehe es in der Schule um Fachwissen und -können, wie Vokabeln, naturwissenschaftliche Formeln und Daten aus Vergangenheit und Gegenwart. Viele unentdeckte Interessen und Talente der Schüler blieben jedoch im schulischen Alltag verborgen. Unter dem Motto „Kinder helfen Kindern – mit Talenten wuchern“ sei die Aktion nun genau diesen unerforschten Schätzen auf der Spur gewesen.

Mit einem Eröffnungsgottesdienst startete die Projektphase Mitte September des vorigen Jahres. Nach einer Einführungsstunde in evangelischer und katholischer Religion wurden Gruppen gebildet, die nicht abhängig waren von Jahrgangsstufen. Es begann die Abstimmung mit den 29 betreuenden Lehrern und Lehrerinnen sowie die Ideensuche.

Der Förderverein des Gymnasiums (VFF) stellte in Form eines Darlehens das Startkapital zur Verfügung, wobei jeder Schüler bis zu zehn Euro „auf Pump“ beantragen konnte. Bei dem Projekt galt das kaufmännische Prinzip von Einkauf und Verkauf, der Überschuss sollte sozialen Zwecke zugute kommen.

Die hohe Teilnehmerzahl von 357 Schülern verlangte dem Förderverein insgesamt 1700 Euro ab, die später zurückgezahlt werden mussten. Mit dem Geld sollten die Gymnasiasten die Grundlagen erwerben, um ihre Fähigkeiten dann in die Produktion umzusetzen. So machten sich die jungen Leute erst einmal auf den Weg und erledigten die notwendigen Einkäufe. Die Backgruppe beispielsweise deckte sich mit den Mischungen ein. Die für die Herstellung von Gelees und Marmeladen zuständigen Schüler besorgten eben fruchtige Zutaten. Die Strickwarengruppe schaffte Garne und Wolle an. Und es gab auch die „St. Ursulaner“, eine Gruppe, die Dienstleistungen anbot, beispielsweise gegen einen Obolus Hunde ausführte, in Altenheimen oder Kindergärten Texte vorlasen oder auch Gartenarbeiten erledigten. Die hergestellten Textilien oder Leckereien verkauften die Schüler beim Elternsprechtag und auf dem Geilenkirchener Nikolausmarkt.

Kurz vor Weihnachten war die Aktion beendet, es folgten Kassensturz und die Rückzahlung der Darlehen. Nach der Ermittlung des Überschusses waren jetzt nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer erstaunt. Rund 3300 Euro hatten die Jugendlichen für soziale Zwecke erwirtschaftet.

Schon im Vorfeld war unstreitig, dass der Betrag an Hilfsorganisationen im Raum Geilenkirchen/Heinsberg ausgezahlt werden sollte. Dem spendablen Förderverein der Schule wurden 300 Euro zuerkannt. Je 1000 Euro erhielten aus der Hand von Koordinatorin Tanja Sakowski und Schulleiter Jürgen Pallaske die Kinderkrebshilfe Ophoven, die Jugendeinrichtung „Franz von Sales Haus“ in Geilenkirchen und das Jugendzentrum NewCom Geilenkirchen. Die Spenden werden für Nachsorgekuren der krebskranken Kinder und Ferienfreizeitmaßnahmen verwendet.

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