Grünen-Fraktionschef Benden äußert sich zur Kritik an seiner Person

Von: Udo Stüßer
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Maja Bintakys-Heinrichs und Jürgen Benden haben wenig Verständnis für die geäußerte Kritik. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Jürgen Benden, Fraktions- und Parteichef der Geilenkirchener Grünen, ist schon häufig als Populist bezeichnet worden. Dass der Geilenkirchener CDU-Fraktionschef Max Weiler ihn aber im Gespräch mit unserer Zeitung (siehe Samstagausgabe vom 19. November) als „Ego-Shooter“ bezeichnet hat, will er so nicht stehen lassen.

 „Zuerst einmal musste ich schmunzeln, dann googeln, um zu erfahren, was das ist: ein Mann, der bei Ballerspielen die Waffe in der Hand hält. Da finde ich mich überhaupt nicht wieder“, erklärt Benden.

Seit 20 Jahren habe er den Parteivorsitz inne. „Und diese Partei steht wie eine Eins, das würde ein Ego-Shooter so nicht schaffen.“

Wenn er sehe, dass der ehemalige CDU-Fraktionschef Wilhelm-Josef Wolff und die ehemalige CDU-Parteichefin Theresia Hensen ebenso wie der ehemalige SPD-Parteivorsitzende Stefan Mesaros und die ehemalige SPD-Fraktionschefin Gabi Kals-Deußen ihre Parteien mit einer Schlammschlacht verlassen hätten, frage er sich, wo die „Ego-Shooter“ sitzen. Überhaupt kann er die Kritik, die der CDU-Fraktionschef Max Weiler und der SPD-Fraktionsvorsitzende Christoph Grundmann an ihm üben, nicht nachvollziehen.

Diese Kritik an den Grünen hatten sie geäußert, nachdem die beiden Ratsfraktionen SPD und CDU eine künftige Zusammenarbeit beschlossen hatten. „Ich bin verwundert, dass beide Fraktionen in 50 Prozent ihrer Aussagen über die Grünen herziehen. Es scheint so, als hätten die beiden Parteien zu wenig fortschrittliche Ideen. Sie haben sich deshalb darauf eingeschossen, auf die Grünen zu zielen.“ Dafür, dass Weiler und Grundmann ihm das Scheitern des Wahlbündnisses vorwarfen, hat er kein Verständnis.

„Beide waren nicht in ihren Fraktionen verankert, beide waren nie an Gesprächen beteiligt. Damals hat die FDP das Bündnis zerschossen. Das in einem Atemzug mit Kritik an den Grünen zu äußern, halte ich für unredlich.“

Da es im Rat der Stadt Geilenkirchen keine klare Mehrheit gebe, sei eine Zusammenarbeit der Fraktionen unerlässlich. „Negativ ist, wenn die SPD ihre soziale Seele verkaufen muss, um eine Zusammenarbeit zu gewährleisten“, erklärt Benden und erinnert an den Vorschlag der Grünen, die den Kindergartenfreibetrag von 18 000 auf 25 000 Euro Jahreseinkommen anheben wollen, um junge, einkommensschwache Familien zu entlasten. „Dieser Vorschlag wurde von der SPD abgelehnt. Damit ist die Geilenkirchener SPD von der Linie der Landes- und Bundes-SPD abgewichen“, sagt Benden.

Auch für den Bau eines Bürgerhauses müssten die Fraktionen parteiübergreifend zusammenarbeiten. „Mit der Verknüpfung des Bürgerhauses mit einem Treffpunkt für Kinder und Jugendliche haben wir die Kuh vom Eis geholt, weil wir dadurch die Möglichkeit haben, Fördermittel zu beantragen“, erläutert Benden weiter.

Als es um die Feuerwehr in Beeck ging, sei er sehr nahe an den anderen Fraktionen gewesen. „Der Unterschied war nur, dass ich einen Mediator einschalten wollte. Und daraus will man mir nun einen Strick drehen“, ärgert sich der Fraktionschef der Grünen. Er wünsche sich für die Zukunft eine vernünftige Zusammenarbeit aller Fraktionen und mehr Gespräche untereinander.

Derweil kann auch die Stadtverordnete Maja Bintakys-Heinrichs die Kritik an Jürgen Benden nicht verstehen. „In unserer Fraktion wird viel diskutiert, Jürgen Benden vertritt dann lediglich die Meinung der Fraktion.“ Auch für die von CDU und SPD besiegelte Zusammenarbeit sieht sie keine Notwendigkeit „Es ist schön, eine Mehrheit zu haben. Aber darum muss man kämpfen. Wenn konstruktive Beschlüsse herauskommen, sind mir wechselnde Mehrheiten lieber.“

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