Grüne wollen keinen der Bürgermeisterkandidaten unterstützen

Von: Georg Schmitz
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Der neue Geilenkirchener Grünen-Vorstand: Karin Rodenbücher, Dieter Körner, Ruth Thelen, Roswitha Eichhorn-Jordan, Maja Bintakys-Heinrichs und Jürgen Benden (v.l.) Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Die Geilenkirchener Grünen wollen nach derzeitigem Stand keinen der aktuellen Bürgermeisterkandidaten unterstützen. Dafür sprachen sich die Frauen und Männer auf Vorschlag des Vorstandes bei der Mitgliederversammlung in der Nikolaus-Becker-Straße am Donnerstagabend einstimmig aus. Die Mitglieder votierten ebenfalls ohne Gegenstimme für eine Wiederwahl des bisherigen Vorstandes.

„Wir haben lange überlegt und in alle Richtungen ausgelotet“, berichtet Jürgen Benden. Mit den beiden Kandidaten, die für Parteien antreten, Ronnie Goertz und Christian Kravanja, habe der Vorstand mehrfach Gespräche geführt - öffentlich und in kleiner Runde. Auch habe man sich viel Mühe gemacht, einen eigenen Kandidaten zu finden.

Alles vergeblich. Die beiden Kandidaten von CDU und Bürgerliste seien nicht ausreichend auf grüne Themen eingegangen. Es sei klar geworden, dass sie ihre Parteizugehörigkeit ganz vorne anstellten. „Deshalb gehen wir jetzt ohne Aussage für einen Kandidaten in Bürgermeisterwahl“, sagte Benden. „Diese Wahl ist ganz anders als eine Kommunalwahl“, war für den Grünen-Sprecher klar. Den kommenden Bürgermeister würden die Grünen aber dennoch in die Pflicht nehmen und an fünf parteirelevanten Kernthemen messen.

Das wichtigste Thema sei die Schulpolitik, die einer neuen Ausrichtung bedürfe. „Das ist uns eine Herzensangelegenheit“, so Benden. In den letzten Jahren seien die Grünen in Geilenkirchen mit der Schulpolitik unzufrieden. Es bestehe dringender Handlungsbedarf. Benden: „Alle Geilenkirchener Kinder müssen in Geilenkirchen einen Platz finden.“

Aktuell beobachteten die Grünen den Landtag, der das zwölfte Schulrechtänderungsgesetz noch vor den Ferien verabschieden wolle. Dies sehe vor, dass Realschulen befähigt werden sollen einen Hauptschulabschluss anzubieten. Dies sei ein Schritt in die richtige Richtung, und weil der Antrag von CDU, SPD und Grünen gemeinsam eingebracht wurde, sei von einem positiven Votum auszugehen.

Ein weiteres Kernthema sei die Stadtentwicklung. „Wir sind gegen eine planlose Ausweisung von Neubaugebieten“, machte Benden klar, wobei er das „planlos“ hervorhob. Es müsse dringend eine Bedarfsanalyse her. Der Umgang mit Natur und Umwelt ist ein weiteres typisch grünes Thema. Hier müsse der Flächenverbrauch gestoppt werden. Geilenkirchen habe wertvolle landwirtschaftliche Flächen, die bewahrt werden müssten.

Auch die Erhaltung von Bäumen und Biotopen sowie die Bündelung von Ausgleichsmaßnahmen ständen auf der Agenda. Zudem müssten Überlegungen getätigt werden, wie die Naherholung im Einklang mit der Natur gefördert werden könnten.

Augenmerk auf Vereine

Ineinander übergreifend kam mit der Weiterentwicklung des kommunalen Klimaschutzes das vierte Kernthema zur Sprache. Dazu gehörten ein umweltverträgliches Verkehrskonzept, die Vermeidung von Autoverkehr in der Innenstadt und das Aufzeigen von Schwachstellen im Fahrradverkehr.

Punkt Nummer 5, mit dem die Grünen den kommenden Bürgermeister konfrontieren wollen, ist das Thema „Soziales“. „Wir wollen ein Hauptaugenmerk auf die Vereine legen“, so der Grünen-Sprecher. Die Stadt habe sich bei der Diskussion um den Schwimmsport nach dem Hallenbadbrand ein Armutszeugnis ausgestellt. Und das nur für einen kleinen Geldbetrag, mit dem die Not leidenden betroffenen Vereine hätten unterstützt werden sollen.

Zum Thema „Flüchtlingsarbeit“: „Die Ehrenamtler, die sich um die Flüchtlinge kümmern ersparen der Stadt viel Arbeit und Geld.“ Benden lobte die gute Willkommenskultur in Geilenkirchen, für die es sich lohne zu arbeiten.

Zu guter Letzt kam das geplante Bürgerhaus in Bauchem zur Sprache, dass aber aufgrund der Kosten offensichtlich in naher Zukunft kaum zu realisieren sei. Die Grünen hätten der Stadt den Vorschlag gemacht, die große Tribüne in der Sporthalle umzubauen und als Bürger- und Vereinsstätte herzurichten. Sie verfüge nicht nur über Toiletten, sondern sogar noch über eine Außenterrasse. Das würde viel Geld sparen und sei machbar.

Die Vorstandswahlen brachten folgendes Ergebnis: Sprecher Maja Bintakys-Heinrichs und Jürgen Benden; Schriftführerin Roswitha Eichhorn-Jordan; Kassiererin Karin Rodenbücher; Beisitzer Dieter Körner und Ruth Thelen (neu).

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