Grüne: Weiteren Ausbau der Stadt stoppen

Von: Udo Stüßer
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Maja Bintakys und Jürgen Bend
Maja Bintakys und Jürgen Benden mit neuen Plänen: Die Bauabschnitte drei bis fünf sollen auf Eis geleg werden. Lediglich die Zufahrt zum St.-Ursula-Gymnasium soll erneuert werden. Das Grün soll zurückgeschnitten werden, damit ein freier Blick auf das Gymnasium herrscht. Foto: Georg Schmitz.

Geilenkirchen. „Geilenkirchen braucht eine längere baufreie Phase. Geilenkirchen muss als Einkaufsstadt und nicht als Baustellenstadt wahrgenomen werden”, erklärt Jürgen Benden, Fraktions- und Parteichef der Geilenkirchener Grünen.

Denn: „Der Einzelhandel muss sich erholen, das sieht man auch an den Leerständen. Wenn wir weitere Großbaustellen aufmachen, wird das so mancher Händler nicht überleben”, sagt er.

Vor der nächsten Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses am kommenden Dienstag, bei der der dritte Bauabschnitt der Stadtkernerneuerung erneut beraten werden soll, hat sich der Grünen-Parteivorstand zu einer Klausurtagung zusammengefunden. Das Ergebnis: Die Bauabschnitte drei bis fünf sollen nach dem Willen der Grünen in den nächsten Jahren auf Eis gelegt werden. „Die Bauabschnitte eins und zwei waren notwendig, auch der Bau des Einkaufszen-trums war richtig. Wichtig waren auch die heute noch sichtbaren Baustellen Stadtpassage und Eisenjansen”, sagt Benden. Jetzt müsse man das Kundeninteresse nach Geilenkirchen lenken, eine neue Baustelle sei kontraproduktiv.

Nach ihrer Klausurtagung haben die Grünen eine weitere Forderung: „Derzeit wird das Integrierte Handlungskonzept von 2006 abgearbeitet. Das ist nicht mehr zeitgemäß, weil es nie fortgeschrieben wurde. Stillstand ist tödlich. Wenn man sich weiterentwickelt, muss man sich intelligent weiterentwickeln”, formuliert es Benden.

Für den ursprünglich geplanten dritten Bauabschnitt vor St. Ursula schlagen die Grünen eine kleine Lösung vor. Sie möchten lediglich die Zufahrt zum St.-Ursula-Gymnasium erneuert wissen. Mit einem Pflegeschnitt wollen sie für einen freien Blick auf das Gymnasium sorgen. „Die Büsche kann man drastisch beschneiden, die alten Bäume zwischen St. Ursula und St. Marien müssen stehen bleiben”, fordert Benden.

Ein Argument für die Verschiebung der weiteren Bauabschnitte, notfalls auch um viele Jahre, ist nicht nur die Situation der Einzelhändler, sondern auch die Finanzlage der Stadt Geilenkirchen. Die dritte Bauphase ohne Verlagerung der Parkplätze koste rund 600.000 Euro.

Da das Land die Maßnahme zu 60 Prozent fördere, verbleibe noch ein Eigenanteil von 240.000 Euro. „Mit unserer abgespeckten Planung wird die Stadt nur mit etwa 150.000 Euro belastet”, hat Benden nachgerechnet. Für die Bauabschnitte vier und fünf seien Fördermittel bereits bewilligt worden. „Und die Regierung drängt, die Maßnahmen abzuarbeiten.” Doch genau das wollen die Grünen nicht.

Bauabschnitt vier, Ausbau der Herzog-Wilhelm-Straße vom Kreisverkehr bis zum Einkaufszentrum, koste etwa eine Million Euro, wovon bei der Stadt ein Eigenanteil von 380.000 Euro verbleibe. Und der fünfte Bauabschnitt, Ausbau der westlichen Konrad-Adenauer-Straße, koste gar 1,2 Millionen Euro, wovon der Eigenanteil der Stadt bei 480.000 Euro betrage. „Das müssen wir erst einmal alles auf Eis legen und schauen, wie sich Geilenkirchen weiterentwickelt”, meint Benden. „Außerdem haben wir in der Stadt ganz andere Pro-bleme”, sagt auch Grünen-Vorstandsmitglied Maja Bintakys.

Die Grünen wollen viel lieber punktuell in der Stadt vorgehen: der Synagogenplatz müsse neu gestaltet werden; die Gerbergasse müsse erneuert werden, weil sich Platten abgesenkt haben. „Und wenn wir schon eine Straße neu gestalten, warum nicht die Haihover Straße? Man müsste mit der Bezirksregierung reden, ob man die Fördergelder umswitchen kann.” Die wenigen kommunalen Mittel, so Benden, dürfe man nicht in teure Maßnahmen in der Innenstadt stecken, wenn gleichzeitig öffentliche Gebäude wie das Hallenbad und die alte Süggerather Schule nicht energetisch saniert würden.

Geilenkirchen habe keine funktionierende Sportanlage. „Wir müssen im Stadtrat und mit den Bürgern ergebnisoffen darüber diskutieren, was wichtig ist. Was bringt Geilenkirchen weiter?” Dabei warnte er: „Wir dürfen Fördergelder nicht einfach verprassen, weil sie da sind. Denn unsere Anteile an den Maßnahmen müssen finanziert werden.”

Die für den dritten Bauabschnitt beschlossene Planung wird in der nächsten Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses am Dienstag, 11. September, 18 Uhr, neu beraten.

Wie die Stadtverwaltung mitteilt, hat das Ing.-Büro Gietemann auf der Grundlage der haushaltsrechtlichen Vorgaben eine Alternativplanung ohne Neugestaltung der Parkflächen vor dem St.-Ursula-Gymnasium entwickelt.

Die Planung sieht unter anderem die Schaffung eines Mehrgenerationenplatzes vor. Dieser soll mit vier Spiel- und Fitnessgeräten bestückt werden.

Vorgeschlagen werden Ganzkörpertrainer, Beintrainer, Klimmzugstation, Cross-Trainer, Sky-Walker, Upperbody-Trainer und Federwippe. Der Ausschuss soll sich für die Beschaffung von vier Geräten entscheiden.

Während eine Federwippe, ein Spielgerät für Kinder, für 520 Euro zu haben ist, kostet ein Beintrainer für Erwachsene rund 4900 Euro.

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