Grüne suchen nach Alternativen zur Nachtabschaltung

Von: g.s.
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Für neue Beleuchtung: Grünen
Für neue Beleuchtung: Grünen-Fraktionssprecher Jürgen Benden (l.) begrüßte beim Infoabend den Referenten Dieter Podhajecky. Foto: Schmitz

Geilenkirchen. Wieder Licht ins Dunkel zu bringen - das war der Wunsch von Bürgern, die einer Einladung der Fraktion der Bündnisgrünen in das Hotel Jabusch gefolgt sind. Gut zwei Dutzend Gäste waren gekommen, um ihren Unmut über das Abschalten der nächtlichen Straßenbeleuchtung in Geilenkirchen kund zu tun.

Das Motto - „Licht aus oder LED an” - verwies auf den zweiten Schwerpunkt des Diskussionsabends, nämlich das Einsparpotenzial durch die Verwendung von LED-Technik. Zu diesem Thema hatte Fraktionsvorsitzender Jürgen Benden den Diplom-Ingenieur Dieter Podhajecky als Referenten gewinnen können. Dieser beschäftigt sich seit 1971 mit der LED-Technik und hat die Entwicklung intensiv verfolgt.

„Was kann moderne LED-Technik leisten und was bedeutet das für Geilenkirchen”, stellte Jürgen Benden die Frage und ging kurz auf den Status Quo ein. Seit dem 1. Juli ist die Straßenbeleuchtung in der Stadt von Mitternacht bis fünf Uhr in der Frühe im Rahmen einer Probephase abgeschaltet. „Durch das Abschalten spart die Stadt Geilenkirchen 70 000 Euro pro Jahr”, sagte Jürgen Benden. Aufgrund der heftigen Reaktionen und Proteste aus der Bevölkerung gegen die Abschaltung soll nun in der kommenden Ratssitzung am 24. Oktober eine vorgezogenen Entscheidung über das endgültige Ab- oder das Wiedereinschalten fallen. Die Verwaltung prüfe bereits Alternativen, hieß es am Abend. Etwa, ob nur jede vierte Lampe eingeschaltet wird.

In Geilenkirchen gibt es 4996 Straßenlampen, davon sind 1179 im Besitz der Stadt, 3817 gehören der NEW-Energie. In der Paulstraße in Immendorf sei in einer Probephase bereits LED-Beleuchtung installiert, sagte Benden. Wie in der Versammlung zu hören, zeigten sich dortige Anwohner damit größtenteils zufrieden, wenngleich das Licht schwächer sei als bei den bisher verwendeten Lampen.

„Wir Grünen favorisieren die LED-Technik”, machte Jürgen Benden klar. In Kürze sei in einer Testphase eine Lichtstraße aus LED-Lampen verschiedener Hersteller in der Innenstadt geplant. Karl-Heinz Roberts vom Stromlieferanten NEW war als Privatmann zur Versammlung gekommen und k bestätigte die Aussage von Benden: „Im Oktober wird in und um die Nikolaus-Becker-Straße in Geilenkirchen ein LED-Park aufgebaut mit etwa 90 Leuchten von neun Herstellern.”

Die aktuelle Dunkelheit während der Nachtstunden wurde aus dem Publikum heraus scharf kritisiert. „Wer es nicht erlebt hat, kann sich nicht vorstellen, wie es ist, der völligen Dunkelheit ausgesetzt zu sein”, meldete sich ein Teverener zu Wort. Zwei Feuerwehrangehörige hätten sich seit der Abschaltung schon im Dunkeln verletzt, einer sei in einem Erdloch umgeknickt, der andere gegen ein Schild gelaufen, dass er nicht sehen konnte.

Der Teverener Gast will erfahren haben, dass die Stadt Geilenkirchen nun jeder Feuerwehrkraft eine LED-Taschenlampe zur Verfügung stellen wolle. „Die Bürger in Geilenkirchen werden vor vollendete Tatsachen gestellt. Man beschließt einfach und fragt nicht vorher. Das ist kein guter Stil”, warf ein Niederheider ein. Grünen-Sprecher Jürgen Benden verwies auf den gemeinsamen Rats-Beschluss für die Nachtabschaltung, den auch seine Fraktion mitgetragen habe. Nun gelte es jedoch, eine Alternative zur Abschaltung zu finden. Benden: „Wir wollen, dass das Licht wieder angeht - aber wie können wir die Einsparung ausgleichen?” Die Zukunft bei der Straßenbeleuchtung liege in sparsamer LED-Technik, „doch ist der Bürger bereit, die Kosten zu tragen um dahin zu kommen?”

Referent Dieter Podhajecky ging auf eine Reihe von Möglichkeiten der Verwendung der LED-Technik in der Straßenbeleuchtung ein. Im Vergleich zur Glühbirne ergebe sich ein Einsparpotenzial von 90 Prozent. Ein Vorteil sei die lange Haltbarkeit und die mittlerweile machbare Möglichkeit des Dimmens.

Podhajeckys Fazit: „Die LED-Technik ist reif für die Straßenbeleuchtung!” Podhajecky verwies auf die Möglichkeit des Leasings. Bei der Anschaffung von 1000 LED-Straßenleuchten würden Kosten von bis zu 250.000 Euro anfallen. „Die Stadt wird zehn Jahre lang monatlich mit 2.500 Euro zur Kasse gebeten.” Bei einer Betriebskostenersparnis von 54.000 Euro per anno bliebe unterm Strich ein finanzielles Plus.
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