Gründung der gemeinsamen Wasserversorgungsgesellschaft

Von: Jan Mönch
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Übach-Palenberg. „Es war eine hochkarätige Runde“, erinnert sich Michael Leonards, der Geschäftsführer des Kreiswasserwerks. Schließlich ging es um die Gründung der gemeinsamen Wasserversorgungsgesellschaft mit der Stadt Übach-Palenberg, es wurde verbindlich.

Der Leiter des Kreiswasserwerks war dabei, mehrere Vertreter der niederländischen WML waren dabei. Außerdem waren der Landrat dabei und der Bürgermeister von Übach-Palenberg, Wolfgang Jungnitsch, mit seinen engsten Mitarbeitern. Und so wurden vorbereitende Verträge unterschrieben. Landrat Stephan Pusch unterschrieb. Michael Leonards unterschrieb, die WML unterschrieb.

Die Stadt Übach-Palenberg musste noch nichts unterschreiben und ging im Gegensatz zum Kreiswasserwerk keine Verpflichtungen gegenüber den Niederländern ein, man verließ sich auf sie. So schildert es Leonards, Pusch bestätigt es. Mit Euch oder mit keinem, habe Jungnitsch sinngemäß gesagt. Das Ganze spielte sich ab, noch bevor das Thema im Januar zum ersten Mal in den Rat ging.

Die Verträge sind mittlerweile für die Tonne, wie allgemein bekannt ist, wird Übach-Palenberg weiter mit Enwor zusammenarbeiten. Die Ratsfraktionen haben einstimmig so entschieden, und nach allem, was man weiß, war es eine Entscheidung im Sinne der Bürger. Hält man sich die oben beschriebene Szene vor Augen, wird aber deutlich, wieso dies vergangene Woche solch eine wütende Reaktion von Landrat Pusch nach sich gezogen hatte.

Und Leonards klingt kein bisschen positiver. Zwei Jahre lang hätten er und seine Leute das Konzept erarbeitet. Dies werde man der Stadt in Rechnung stellen. Mit den 110.000 Euro, die laut Ratsbeschluss an den Kreis Heinsberg gehen, sei es längst nicht getan. Leonards sagt auch: „Im Nachhinein sind wir froh, dass wir mit dieser Stadt nicht zusammenarbeiten müssen.“

Damit meint er auch, aber keineswegs nur die Verwaltungsspitze, sondern genauso die Politik. Zu den vielen Millionen, die die Stadt in den kommenden Jahrzehnten sparen wird, hätten weder Politik noch Verwaltung etwas beigetragen. „Die haben sich nur damit beschäftigt, sich gegenseitig das Leben schwer zu machen.“

Insbesondere der Vorstoß der SPD, die die Bürger über die Wasserversorgung entscheiden lassen wollte, hält er für daneben. Im Rat hätten die Stadtverordneten selbst deutlich gemacht, die Sache nicht hinreichend zu verstehen. „Wie sollen denn dann die Leute entscheiden?“, fragt Leonards. „Das Thema ist missbraucht worden. Die Opposition wollte sich aus der Verantwortung stehlen.“ Daher habe das Kreiswasserwerk auch deutlich gemacht, sich im Falle eines Bürgerentscheids zurückzuziehen.

Leonards legt Wert auf die Feststellung, dass es ihm nicht darum gehe, nachzutreten. Andererseits sind zu viele Dinge in den Raum gestellt worden, die er so nicht auf sich beruhen lassen möchte. Insbesondere habe ihn die Diskussion über die Wasserqualität getroffen. „Wieso sollten wir den Leuten Gülle verkaufen wollen?“ Das Wasser aus Schinveld sei viel sicherer vor äußeren Einflüssen geschützt als Oberflächenwasser aus der Eifel, die Qualität mindestens gleich, wenn nicht besser, wiederholt er.

An einer sachlichen Diskussion sei aber offenbar niemand interessiert gewesen. Für den Kreis und sein Haus sei es von Anfang an darum gegangen, der Stadt zu helfen und die Wasserversorgung im Kreisgebiet zu halten. Die Gewinnausschüttung der neuen Gesellschaft wäre zu 100 Prozent an die Stadt gegangen. Dieses Ansinnen sei ausgenutzt worden.

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