Grotenrather „brauchen“ L42n nicht

Von: Markus Bienwald
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Statt einer Kreuzung an der Tankstelle im Ortskern könnte – je nach Planung – künftig ein Kreisverkehr entstehen, der dann eine Anbindung an eine Umgehungsstraße zwischen Deutschland und den Niederlanden bildet. Foto: Markus Bienwald
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Herbert Weyand zeigte die unterschiedlichen Planungen auf. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Sachlich und mit vielen Wortbeiträgen meldeten sich nun auch die Grotenrather in Sachen L42n zu Wort. Bei einer Bürgerversammlung in der Gaststätte Jägerhof Schummertz nahe der Heide waren sich die rund 100 Anwesenden einig, dass Grotenrath diese von anderen Stellen geforderte Strecke nicht braucht.

Das steht im Gegensatz der in jüngster Zeit wieder aufgebrachten Forderung von Übach-Palenberger Seite, die Trasse doch zu bauen, in welcher Variante das auch immer passieren mag. Denn just an diesem Abend zeigten sich ebenfalls anwesende Scherpenseeler Initiativler, die für die L42n sind, überrascht darüber, dass die ihnen bekannte Trassenführung zwischen Scherpenseel und Siepenbusch an der jetzigen L42 endet, und nicht, wie auf anderen Plänen, an der Tankstelle im Ortskern.

In letzterer Variante scheint ein Abriss des benachbarten landwirtschaftlichen Hofes beschlossene Sache zu sein, was aber laut Herbert Weyand, Sprecher der Grotenrather Initiative, noch zu klären ist. Sicher ist aber eins: „Wir wollen keine L42n, egal in welcher Form“. Er wehrt sich gemeinsam mit den Bürgern dagegen, der niederländischen Seite, die durch die Pläne des sogenannten Buitenrings eine Fortsetzung dieser Umgehungsstrecke von niederländischer auf deutscher Seite fördert, einen Weg zu ebnen.

„Wir wollen keine Signale an die Niederländer, die diese veranlassen, den Anschluss des Buitenrings bis zur Grenze auszubauen“, machte Weyand am Ende der rund zweistündigen Veranstaltung deutlich.

Vertreter der niederländischen Initiativen gegen den Buitenring, die an diesem Abend ebenfalls vor Ort waren, forderten eine gemeinsame große Initiative, die den Bau der L42n dann ebenfalls verhindern könnte. Herbert Weyand sprach sich im Namen der Anwesenden auch dagegen aus, dass es Alleingänge von politischen Amtsinhabern gebe, die seiner Ansicht nach „unsere Landschaft zerstören“.

Was Weyand und die auch lokalpolitischen Gäste an diesem Abend aber eindeutig befürworteten, war der Einsatz Geilenkirchener Mandatsträger auch in überörtlichen Gremien gegen einen Bau der L42n. So sprachen sich vor Ort die Stadtverordneten Resi Hensen (CDU) als Ortsvorsteherin von Grotenrath und Kurt Sybertz (SPD) als Grotenrather Urgestein gegen eine Lösung pro L42n aus.

Bau von der Stadt gewollt?

„Bürgermeister Thomas Fiedler sagte schriftlich seinen Beistand zu“, unterstrich Weyand. Die Versammlung stellte hingegen fest, dass der Bau der L42n von der Stadt Geilenkirchen aber gewollt sein könne, da beim Bau der Kreisverkehre auf der zur Airbase führenden Fliegerhorststraße der Anschluss an die L42 ausgespart wurde.

Einen Konflikt mit den Scherpenseeler und Siepenbuscher Nachbarn heraufzubeschwören, steht bei den Grotenrathern aber auch nicht auf dem Plan. Denn dort machte Weyand ein berechtigtes Anliegen aus, den Schwerverkehr aus der Heerlener Straße herauszuhalten. Und da könne es auch keine Lösung sein, wie von einigen Politikern angedacht, den Anschluss zu einer Umgehungsstraße auf Höhe der Tankstelle im Scherpenseeler Zentrum zu schaffen.

Eine Ampelanlage an der Einmündung der L42 auf die Fliegerhorststraße schließlich würde den Verkehr über einen Rückstau durch die Waldstraße und Corneliusstraße umleiten, wenn die auf der Nato-Airbase tätigen Menschen ihre Arbeitsstelle verlassen. Und, so eins der weiteren Argumente, würde ein von der L42n auf die B56 übergehender Verkehr einen Verkehrskollaps bedeuten, der sich weiter auf die Strecke B56/L221 zwischen Janses Mattes in Heinsberg und Aldenhoven zieht.

„Wir wollen den – zunächst zeitlich begrenzten – Versuch, die Heerlener Straße mit einem LKW-Fahrverbot zu belegen“, schloss Weyand. Natürlich seien dann die in einem Umkreis von zehn Kilometern liegenden ortsansässigen Firmen mit Sonderregelungen auszustatten.

Darin sahen er und die Grotenrather Bürger, die sich an diesem Abend trafen, eine mögliche Lösung, die allen Seiten gerecht werden könnte.

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