Großes Fest: 600 Jahre St.-Sebastianus-Bruderschaft

Von: akf
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Gemeinsam mit Bezirksbundesmeister Josef Kouchen (l.) ehrte Brudermeister Toni Crampen (r.) langjährige Schützenbrüder und sprach auch Beförderungen aus. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Fest in Schützenhand war an zentraler Stelle auf dem Rathausplatz der Stadtteil Übach. Schlag auf Schlag, ein gesellschaftliches Ereignis reihte sich an das andere. Die St.-Sebastianus-Bruderschaft Übach von 1410 war zum Feiern aufgelegt.

Das aus gutem Grund, denn unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch blickte sie in Verbindung mit dem 2. Bezirksschützenfest auf ihr 600-jähriges Bestehen zurück.

Die von langer Hand vorbereitete gelungene Festivität nahm mit dem Fest- und Heimatabend im Großraumfestzelt am Freitag seinen Anfang. Zur Eröffnung standen Musik und Gesang sowie Showeinlagen im Mittelpunkt.

Musik und Bühnenspiel

Von Akribie gekennzeichnet war der minutiöses Programmablauf. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Toni Crampen hatten zunächst die mitwirkenden Gruppen das Sagen. Das Trommler- und Pfeiferkorps Übach-Palenberg mit dem Vorsitzenden Manfred Weinmann stellte mit reichem Bühnenspiel sein Können unter Beweis.

Gleiches galt auch für den Übacher Gesangverein 1848 mit dem Vorsitzenden Hans-Josef Bröhl und Chorleiter Wilfried Hirche, der mit starkem Männergesang seine Leistungskraft bewies. Der Instrumentalverein Herbach 1895, ein Garant großartiger Blas- und Unterhaltungsmusik, begeisterte mit seinem Können. Für einen besonderen Farbtupfer im Reigen der auf ein Minimum reduzierten Reden sorgte mit fantastischen Darbietungen die Fahnenschwenker des Bezirksverbandes Geilenkirchen.

Stargast des gelungenen Abends war Jürgen B. Hausmann, der TV-bekannte Kabarettist und Büttenredner Jürgen Beckers aus Alsdorf, der mit seinem fantastischen Programm das Zelt zum Kochen brachte.

Bürgermeister und Schirmherr Wolfgang Jungnitsch entbot in seiner Festrede seinen Gruß der Geistlichkeit, den anwesenden Vorstandsmitgliedern des Schützen-Bezirksverbandes Geilenkirchen um Bezirksbrudermeister Josef Kouchen, Vertretern der Schützenbruderschaften und ihren Majestäten sowie den Vertretern der Ortsvereine, Gesellschaften, Firmen und Institutionen.

Ein ganz besonderer Gruß galt dem amtierenden Übacher Schützenkönig Bernd Zimmermann nebst Ehefrau Gertrud und dem Übacher Kaiserpaar Jürgen Werken mit Gattin Irit. „Schön, dass Sie alle hier sind und damit in sehr beeindruckender Weise Ihre Wertschätzung für das historische Schützenwesen und die Pflege der heimatlichen Tradition und des Brauchtums zum Ausdruck bringen”, betonte der Bürgermeister und verwies darauf, der älteste Verein der Stadt habe sich vorgenommen, richtig zu feiern.

Kurz und knapp erinnerte an an die Gründung der Bruderschaft vor 600 Jahren, als sich tapfere Männer zusammenfanden, um ihre Mitmenschen zu schützen. „Sicherlich standen damals wie heute die wirklichen Mächtigen dahinter - ihre Frauen!” Die Schützenbruderschaft Übach trage stets vornweg ihre Standarte mit den Idealen der historischen Deutschen Schützenbruderschaften, „Für Glaube, Sitte und Heimat”. Sie hätten diese Werte und Ideale übernommen, ein Teil unserer Kultur werde von ihnen immer noch gelebt.

Das sei nicht Selbstzweck, sondern ein Beitrag für die Gemeinschaft, betonte Wolfgang Jungnitsch. Es sei toll, wie die Bruderschaft die Festivität in dieser Art und Form aufgelegt habe. Das wäre Heimat- und Geschichtsbuch zugleich, mit viel Akribie und Ideenreichtum gestaltet. Der Bürgermeister dankte dafür Jürgen Klosa und dem Vorsitzeden Toni Crampen samt allen Helfern. „Das ist etwas Bleibendes. Herzlichen Dank für dieses tolle Werk”, das in vielen Regalen einen festen Platz haben werde.

Das aktive Mittun, das Gestalten sei gefragt. Anno 2010, in einer vermeintlich sicheren Zeit, in der so vieles zerredet und in Frage gestellt werde, seien da Schützen überhaupt noch nötig? Nun, gab der Bürgermeister auch die Antwort, wenn sie nicht oder nicht mehr wären, was wäre dann heute Abend? Wolfgang Jungnitsch begrüßte deren Existenz, denn die Schützen und besonders heute die Übacher um Brudermeister Toni Crampen mit seinem Vorstand bewegten eine Menge.

Der Bürgermeister sagte Dank den Frauen für ihren Anteil am Gelingen des Festes. „Glaube, Sitte, Heimat steht auf Ihrer Fahne. Brauchtumspflege ist Aufgabe und Ziel. Die Schützen von heute stehen für den Erhalt von Werten im Zeitalter des vermeintlichen Werteverfalls. Mit viel Um- und Weitsicht wird in den Versammlungen um den richtigen Weg gerungen. Das Anpassen an unsere Zeit muss da kein Widerspruch sein. Dafür stehen gerade die Übacher Schützen.”

Wolfgang Jungnitsch erwähnte einige Bespiele für das Machen und Tun und auch für Veränderungen und Anpassungen. Beispielhaft sei die neue 6-Bahnen-Luftgewehr-Anlage im neuen Schießheim, die 2007 in Eigenleistung erstellt wurde „Unbedingt erwähnt werden muss auch die tolle und kreative Idee der Übacher Schützen aus dem Jahre 2003. Es wurde eine Musikgruppe, die Alten Kameraden Übach, auf die Beine gestellt. Inzwischen ist diese Truppe aus dem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken”, erinnerte der Schirmherr an ihre Auftritte in historischen Uniformen mit traditionellen wie auch stimmungsvollen Musikbeiträgen, die viel Vergnügen und Freude vermittelten.

Gemeinsam mit Bezirksbundesmeister Josef Kouchen ehrte Brudermeister Toni Crampen im Verlauf des Festabends langjährige Schützenbrüder und sprach Beförderungen aus. Der stellvertretende Vorsitzende Herbert Nickels ehrte auch inaktive Mitglieder der Übacher Bruderschaft.
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