„Großer Wurf“ bei Sportplatzsanierung soll her

Von: Thorsten Pracht
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Auf dem Sportgelände von Rhenania Immendorf: Laut „Entwicklungs- und Sanierungskonzept der Sportfreianlagen der Stadt Geilenkirchen“ gibt es hier den meisten Handlungsbedarf. Foto: Thorsten Pracht
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Auf dem Sportgelände von Rhenania Immendorf „Entwicklungs- und Sanierungskonzept der Sportfreianlagen der Stadt Geilenkirchen“ den meisten Handlungsbedarf. Foto: Thorsten Pracht
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Stellte den Vereinen das Konzept vor: Gort Houben.

Geilenkirchen. Es hätte alles so schön sein können. Fast ein Jahr lang hatte die Geilenkirchener Verwaltung mit dem Stadtsportverband am „Entwicklungs- und Sanierungskonzept der Sportfreianlagen der Stadt Geilenkirchen“ gefeilt.

Es sollte „der große Wurf werden, um die Sportplätze zukunftssicher zu machen“, sagte Gort Houben, Leiter des Amtes für Bildung und Wirtschaft der Stadt Geilenkirchen, am Donnerstagabend im Clubhaus des TC Rot-Weiß Geilenkirchen.

Die Sitzung war lange geplant. Pünktlich vor der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Soziales, Sport und Kultur am kommenden Dienstag wurde den Vereinen das Konzept für die elf städtischen Sportplätze vorgestellt. Und dann das: In die Vorlage für die Sitzung hatte sich ein falsches Gutachten des beauftragten Büros „Geo3“ aus Bedburg eingeschlichen.

Unter dem Punkt Sportanlage Nirm-Kraudorf steht auf Seite 36: Rückbau und Aufgabe des Sportplatzes. Dass ihr Sportplatz geschlossen werden sollte, fanden die Verantwortlichen des FSV Kraudorf-Uetterath verständlicherweise alles andere als lustig. „Wir haben ein heißes Thema“, eröffnete Karin Hölscher, die Vorsitzende des Stadtsportverbandes, die Sitzung.

Houben bedauerte den Fauxpas der Verwaltung. „Keiner ist darüber unglücklicher als ich“, erklärte der Amtsleiter. „Es wird definitiv nichts zurückgebaut. Natürlich hat niemand vor, den Platz zuzumachen.“ Warum aber Bürgermeister Georg Schmitz, den unsere Zeitung am Montag auf die offenbar geplante Schließung des Sportplatzes aufmerksam gemacht hatte, und der Beigeordnete Markus Mönter, bei dem wir uns am Dienstag erkundigt hatten, das Missverständnis nicht aufzuklären vermochten, darauf konnte auch Houben keine Antwort geben.

Die Aufregung bei den Verantwortlichen des FSV und den anderen Vereinen war also umsonst. Denn von dem Kommunikationsfehler mal abgesehen scheint der Stadtsportverband und der Verwaltung ein vernünftiges Konzept geglückt zu sein. So wurde eine Prioritätenliste entwickelt, welche Sportplätze als erstes angepackt werden sollten.

Auf Platz 1 steht dabei die Anlage des FC Rhenania Immendorf. Für Rasenrenovation, Erneuerung der Zaunanlagen und Wegeflächen kalkuliert das Büro mit Kosten von 210.000 Euro. „Da wir größtenteils über investive Maßnahmen reden, also Neuanlagen, ist das Ganze finanziell stemmbar“, erklärte Houben.

Zur Erklärung: Für investive Maßnahmen können Kommunen Fremdkapital aufnehmen, wogegen die Kosten für Erhaltung oder Sanierung auf der Einnahmenseite des Haushaltes gegenfinanziert sein müssen. Beschließt die Stadt die Umsetzung im kommenden Jahr, könnte die Sanierung des Immendorfer Sportplatzes 2018 in Angriff genommen werden.

Im folgenden Jahr würde dann die Sportanlage Bauchem inklusive der Laufbahn für die Leichtathleten folgen. Hierfür sieht das Gutachten Kosten von 507.000 Euro vor. Wieder ein Jahr später, also 2020, sieht die Prioritätenliste das Waldstadion an der Reihe. Hier soll der Tennenplatz erneuert werden und eine Entwässerung sowie eine Flutlichtanlage erhalten. „Wir sollten erkennen, dass dieses Konzept eine echte Chance für uns ist“, warb Markus Diederen (Germania Bauchem) für die Pläne.

Ulla Symens, deren Verein TC RW Geilenkirchen von den Maßnahmen gar nicht betroffen wäre, appellierte ebenfalls dafür: „Seit Jahrzehnten wird immer nur ausgebessert“, stellte sie fest und ermunterte die Vereine, selbst Beiträge zur Planung zu leisten. „Warum sollte man nicht über eine Tartanbahn in Bauchem nachdenken“, fragte sie – wenn denn Sponsoren helfen oder die Vereine Eigenleistung erbringen könnten.

Einigkeit herrschte, dass man Details vereinsbezogen besprechen sollte. Houben versprach, die Kommunikation zu intensivieren. „Ich will, dass etwas passiert. Wir machen seit Jahren die kleinen Lösungen. Wir müssen aber eine dauerhafte Planung schaffen, damit alle wissen, wo sie dran sind“, sagte der Amtsleiter. Damit traf er den Nerv des Stadtsportverbandes. „Die Plätze sind seit vielen Jahren nicht überholt worden und teilweise im Winter gar nicht nutzbar. Speziell für die Jugend wäre es sehr wichtig, wenn die Politik den geplanten Verbesserungen zustimmt“, sagte Karin Hölscher.

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