Großer Bedarf: 1,5 Millionen Euro für den Brandschutz

Von: Jan Mönch
Letzte Aktualisierung:
13799548.jpg
Stählerne Neuerungen: Diese Treppentürme wurden bereits im vergangenen Jahr am Carolus-Magnus-Gymnasium installiert und bieten mittlerweile zusätzliche Fluchtwege. Foto: Markus Bienwald/Colourbox

Übach-Palenberg. Im S1-Gebäude sollen noch fehlende Brandschutztüren und Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RAW) eingebaut werden, das S2-Gebäude erhält eine Außentreppe aus Stahl als baulicher Fluchtweg, verbesserte Alarmierungsanlagen und ebenfalls RAW, und dann ist da noch die Sporthalle.

Diese soll zusätzliche Ausgangstüren als Fluchtwege erhalten, allerdings steht hier die Genehmigung des Konzepts noch aus. Hinzu kommen Dutzende kleinere Maßnahmen an allen Gebäudeteilen des Carolus-Magnus-Gymnasiums.

Ein Budget von guten 1,5 Millionen Euro steht Achim Vogelheim, Fachbereichsleiter Hoch- und Tiefbau bei der Stadt Übach-Palenberg, und Manfred Gutt, Bereichsleiter Hochbau, zur Verfügung. Von den vielen Gebäuden, die die Verwaltung jedes Jahr in Sachen Brandschutz unter die Lupe nehmen muss, ist das Gymnasium das mit Abstand größte Projekt. Vergangenes Jahr wurden bereits unter anderem die Verkabelung sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand gebracht und weitere Außentreppen montiert. Ist das gesamte Maßnahmenpaket vollzogen, sollten für längere Zeit keine größeren Investitionen mehr notwendig sein.

Als Hauptzeitfenster sind die Sommerferien vorgesehen. Doch nur wenn es optimal läuft, lassen sich bis zum Schuljahresbeginn sämtliche Maßnahmen abschließen. Eventuell muss auch in den Herbstferien oder im kommenden Jahr noch mal angepackt werden.

„In den Sommerferien werden bestimmt zehn verschiedene Gewerke im Gymnasium ihre Arbeit machen“, sagt Achim Vogelheim. „Das muss natürlich gut koordiniert werden.“ Erweist sich nur ein Handwerksbetrieb als unzuverlässig, gerät der Gesamtplan ins Wanken. Einen Betrieb rausschmeißen und kurzerhand einen neuen beauftragen, darf die Stadt als Behörde nicht ohne weiteres. Auch ist nie auszuschließen, dass das rund 50 Jahre alte Gebäude mit Überraschungen der unangenehmen Art aufwartet. „Viele Gebäudeteile sind praktisch unsichtbar“, sagt Vogelheim.

Zu beachten sei weiterhin, dass umfangreiche Aufräum- und Reinigungsarbeiten notwendig sind, bevor der Unterricht wieder losgeht, erinnert Manfred Gutt. Das heißt: Von den sechseinhalb Wochen Sommerferien stehen netto eher nur fünf zur Verfügung, ein sportliches Unterfangen. Den Unterricht behelfsmäßig in Container auszulagern, ist freilich keine Option, dazu ist die Schule zu groß. Die Zeitplanung für die Brandschutzmaßnahmen ist also noch unter einem gewissen Vorbehalt zu sehen. Ob nun etwas früher oder etwas später: Die Neuerungen kommen auf jeden Fall. Schon im Frühjahr 2013 hatte ein Fehlalarm an der Schule den Fokus auf die überholungsbedürftige Sicherheitslage gerichtet, was sich mit und mit zu einem handfesten Streit zwischen Schulleitung und Verwaltungsspitze auswuchs.

Brandschutzmaßnahmen in öffentlichen Gebäuden seien vor allen Dingen seit dem Flughafenbrand in Düsseldorf 1996 ein großes Thema, wissen Achim Vogelheim und Manfred Gutt. Das, was heute als sicher gelte, sei morgen oft schon wieder überholt. Als konkretes Beispiel nennt Vogelheim die Turnhalle des Gymnasiums. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Dreifachturnhalle, die durch das Herunterlassen von Zwischenwänden aufgeteilt werden kann. Während man in Sachen Brandschutz früher davon ausgegangen sei, dass eine Turnhalle eben eine Turnhalle ist, wird heute berücksichtigt, dass die Zwischenwände ja gerade unten sein könnten, wenn ein Feuer ausbricht. Es sind also de facto drei Hallen. Deshalb also erhält das Gymnasiums hier nun zusätzliche Ausgänge.

Während die ständig überarbeiteten Vorgaben bei Neubauten trotzdem recht klare Vorgaben zulassen, nämlich die aktuellen, sieht es bei Bestandsgebäuden schon anders aus. Es ist unmöglich, sie ständig auf dem neuesten Stand zu halten. Umgekehrt dürfen sie aber natürlich auch nicht einfach so gelassen werden, wie sie sind. „Grob kann man sagen, dass wir uns mit jedem Gebäude einmal in zehn Jahren intensiv beschäftigen müssen“, sagt Vogelheim. Endgültig fertig ist man nie.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert