Übach-Palenberg - Große Hilfsaktion zugunsten Obdachloser in Übach-Palenberg

Große Hilfsaktion zugunsten Obdachloser in Übach-Palenberg

Von: Markus Bienwald
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Die Helfer kamen gerne und sammelten die Hilfsmittel in der Disco des Städtischen Jugendzentrums. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Nur kurz parkt Marion Bergs ihr Auto am städtischen Jugendzentrum. Ihre Tochter Lena steht schon am Kofferraum und packt einen Karton, auch Mutter Marion greift noch eine Kiste, und schnell marschieren beide zum Versammlungsraum.

Sie waren nur zwei Spenderinnen, die nun bei einer Hilfsaktion zugunsten Obdachloser in Übach-Palenberg etwas stifteten. „Wer etwas gibt, der kriegt auch wieder etwas zurück“, beschreibt Lena Bergs in kurzen Worten den Grund zum Mitmachen. Und so schnell, wie sie gekommen sind, sind die beiden auch wieder weg.

Was mag drin sein? „Wir hoffen immer auf Hygieneartikel, Lebensmittel und Schlafsäcke“, sagt Uschi Hartmann, die mit ihrem Mann Willi gemeinsam die Obdachlosenhilfe in Übach-Palenberg organisiert. „Wir sind zwar kein eingetragener Verein, aber das kommt noch“, sagt er, während sie ein ums andere Mal vor Rührung mit den Tränen kämpft. „Es ist toll, welche Unterstützung wir hier bekommen“, sagt Uschi Hartmann. Und im Gespräch dreht sie die Uhr ein kleines bisschen zurück, denn begonnen hat ihre Arbeit nicht erst im Moment, als sie gemeinsam mit dem städtischen Jugendzentrum im Mehrgenerationenhaus (MGH) am Palenberger Bahnhof und einem Radiosender entschieden hat, Sachspenden für den guten Zweck zu sammeln.

„Vor vielen Jahren zerbrach ein mir sehr nahestehender Mensch fast am Leben“, sagt sie. Auf seine Scheidung folgte der Verlust der Arbeitsstelle und schließlich der Wohnung. „Ich wollte helfen, wusste aber nicht wie, also besuchte ich ihn ein ganzes Jahr lang auf der Straße“, so Uschi Hartmann. Immer wenn Zeit da war, kam sie zu Besuch, lernte dabei, wie hart das Leben auf der Straße ist. Diese Erfahrungen führten fast dazu, dass Uschi den Glauben an das Leben verlor. „Aber das Unglaubliche geschah, der Mensch fand wieder Arbeit und eine Wohnung“, erzählt sie und muss darüber noch heute strahlen.

Das war damals in Heerlen, über die Zeit reden sie und ihr Bekannter nicht mehr. Doch selbst nach dem Umzug nach Übach-Palenberg stand für Hartmann fest, dass sie sich für die Menschen einsetzen will, die kein festes Dach über dem Kopf haben. „So kam ich auf die Idee, die Gruppe für Menschen in Not zu gründen“, sagt sie. Der Beginn war in Fichtenau, Mönchengladbach kam bald dazu, und nun steht die Ortsgruppe Übach-Palenberg der offiziell „Obdachlosenhilfe – Gemeinsam für Menschen in Not“ getauften Gruppe an. Und während Uschi Hartmann ein paar Seiten in ihrem ganz persönlichen Geschichtsbuch aufschlägt, kommen in Wellen immer wieder neue Spenden an, füllen schließlich die normalerweise als Disco, Kino und Versammlungsraum genutzte kleine Halle des Jugendzentrums schnell zur Hälfte aus. „Wir freuen uns natürlich über jede Spende“, sagt Hartmann, „aber manchmal bringen die Leute auch ihren Ramsch zu uns“.

Das ärgert sie ungemein, scheint aber auch bei anderen Hilfsorganisationen immer wieder zu passieren. Für die Menschen, die Uschi und Willi Hartmann nicht nur an diesem Tag helfen, ist das aber nicht so wichtig. Sie wollen anpacken, möglichst viel bewegen und helfen. Sängerin Jacky K, die eigentlich Jacqueline Kosiol heißt, ist aber nicht nur zum Anpacken da. Im Beisein von Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, der für die Hilfsaktion gerne das Jugendzentrum zur Verfügung stellte, greift sie auch zum Mikro und schmettert kurzerhand den Evergreen „Er gehört zu mir“. Und damit meinte sie sicherlich auch den Gedanken, zu helfen und an Menschen zu denken, die sonst vielleicht eher als „durchs soziale Netz gefallen“ eingestuft werden. „Es macht mir einfach Spaß, zu helfen“, sagt Jacky K, „vor allem, wenn es dabei um Menschen geht, die sonst keine Lobby haben“.

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