Übach-Palenberg - „Grooovemen“ auf Schloss Zweibrüggen: Anekdoten und Musik

„Grooovemen“ auf Schloss Zweibrüggen: Anekdoten und Musik

Von: rei
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„Grooovemen“ sorgten im Schloss Zweibrüggen für einen rundum gelungenen Abend. Foto: Reiners

Übach-Palenberg. „Grooovemen“ traten im Schloss Zweibrüggen vor vollem Saal im Rahmen des städtischen Kulturprogramms auf. Eingefleischte Fans wissen natürlich, dass „Grooovemen mit drei O“ keinen Schreibfehler, sondern ein Zitat aus einem der 27 Songs des Liedermachers „Funny van Dannen“ darstellt, die an diesem Abend auf dem Programm standen.

Van Dannen – mit bürgerlichem Namen Franz Josef Hagmanns-Dajka und gebürtig aus Tüddern – zog es 1978 nach Berlin. Ganze drei Monate vor dem Abitur ging Funny „van dannen“ um dort, wie Frontmann Heinz Quix von den „Grooovemen“ sagt, „das, zu sein was er immer schon sein wollte, nämlich Künstler“. Quix weiß, wovon er spricht und singt, waren er und Funny doch Schulkameraden. Aufgrund dieser Nähe zum Liedermacher, Maler und Schriftseller gab Quix in seinen Moderationen auch die ein oder andere Anekdote zum Besten. So zum Beispiel zu „Gwendolyn Kucharsky“, einem Lied über eine „Liebe in Nordrhein- Westfalen“, die es wohl wirklich gab, wenn sie auch etwas anders hieß. Deren damalige beste Freundin saß, ebenso wie ehemalige Lehrer und Schulkameraden sowie Funnys Schwester selbst im Auditorium und genoss den Vortrag des Duos.

Dieses besteht aus dem erwähnten Gitarristen und Sänger Heinz Quix und Jakob Schönleber an der Cajon. Auf diesem, wie eine normale Kiste aussehenden Rhythmusgerät, das – richtig bedient – fast wie ein ganzes Schlagzeug klingen kann, begleitete Schönleber gekonnt und virtuos Quix stilsicheres Gitarrenspiel und verlieh dem Ganzen die nötige Fülle und den letzten Drive. Bei aller musikalischen Eingängigkeit war aber geistiges Abschalten keineswegs opportun.

Denn da gab es viel Ironie und Satire, wie im auch von Udo Lindenberg gecoverten „Nana Mouskouri“ oder „Gutes tun“ und dem schon vom Titel her aussagekräftigen „Saufen“, aber auch Kritisches, wie bei „Vaterland“ und „Was Krieg ist“. Eines der bekanntesten Lieder ist sicher „Als Willy Brandt noch Bundeskanzler war“, in dem van Dannen seine Jugendzeit skizziert: „Damals war Video noch Latein und bei CD wusste jeder, das kann nur Seife sein.“

Auch an Aktualität mangelte es nicht. „Grooovemen“ adaptierten eine der vier zu jedem Adventssonntag im vergangenen Jahr von van Dannen frei zugänglich gemachten Neuerscheinungen, namentlich „Wir Deutschen“. Darin geht es um die derzeitige Zuwanderungsproblematik und das Problem mit dem (Neo-)Nationalsozialismus. Das Publikum hat den Abend wie die beiden Musiker, sichtlich genossen. Mit der dritten Zugabe „Zum Leben“, einem ehemaligen Gedicht auf einem CD Cover, endete der rundum gelungene und stimmungsvolle Abend in der ansprechenden Atmosphäre von Schloss Zweibrüggen.

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