Geilenkirchen - Grippewelle kommt meist Anfang des Jahres

Grippewelle kommt meist Anfang des Jahres

Von: Leandra Kubiak
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Die erste Grippewelle lässt – zum Glück – nämlich noch auf sich warten.

Geilenkirchen. Die kalte Jahreszeit ist da, und damit häufen sich auch wieder schniefende Nasen und kratzende Hälse. Eine einfache Erkältung hat in diesen Tagen schon viele erwischt, von einer richtigen Grippe sind die meisten bisher allerdings verschont geblieben. Die erste Grippewelle lässt – zum Glück – nämlich noch auf sich warten.

Und Erkältung ist eben nicht gleich Grippe. Beide Erkrankungen, die Grippe, auch Influenza genannt, und der sogenannte grippale Infekt, werden durch Viren ausgelöst, der Krankheitsverlauf ist aber ein anderer. Während ein grippaler Infekt oft schleppend eintritt, kommt die Grippe meist schlagartig und bringt starke Symptome wie Fieber und Angeschlagenheit.

Für die meisten Menschen ist es nicht notwendig, sich vorbeugend gegen eine Grippe impfen zu lassen. Für einige Gruppen kann es aber sinnvoll sein, da die Erkrankung für die Betroffenen sonst ein gesundheitliches Risiko darstellen könnte. Das weiß auch Dr. Rita Cranen, Betriebsärztin am Geilenkirchener St.-Elisabeth-Krankenhaus. „Eine Impfung empfiehlt sich für chronisch Kranke, für ältere Menschen und für Schwangere“, sagt sie. Durch ihre Position als Betriebsärztin befasst sie sich mit beiden Seiten: mit der Sicherheit der Patienten und der des Krankenhauspersonals. Für Menschen, die im medizinischen Bereich tätig sind, hält sie eine Schutzimpfung für sinnvoll.

In einigen Krankenhäusern in Deutschland sei es für das Personal inzwischen sogar Pflicht, sich impfen zu lassen, sagt die Betriebsärztin, beispielsweise im Berliner Charité. In den meisten Häusern sei dies den Mitarbeitern jedoch freigestellt, auch im Krankenhaus Geilenkirchen. Die Rate derer, die die Grippeschutzimpfung dort in Anspruch nehmen, liege aktuell bei 15 bis 20 Prozent. Deutschlandweit liege der Durchschnitt beim Krankenhauspersonal etwa bei 10 bis 15 Prozent, sagt Cranen.

Im Kreis Heinsberg ist die Zahl der Menschen, die sich haben impfen lassen, in den vergangenen Jahren stetig leicht zurückgegangen. Laut Kassenärztlicher Vereinigung Nordrhein waren es 2013 noch rund 24.962 Menschen, 2014 23.421 und im Jahr 2015 22.245. Für das laufende Jahr liegen der Kassenärztlichen Vereinigung keine verlässlichen Zahlen vor.

Die mit Abstand größte Zahl der Impfungen wurde in allen Jahren im jeweils vierten Quartal durchgeführt. Die größte Gruppe stellte dabei jeweils die Standardimpfung bei Menschen von über 60 Jahren dar. „Vorzugsweise wird im Oktober und November geimpft“, erklärt Cranen. Solange die erste Grippewelle noch nicht ausgebrochen sei, könne man sich aber durchaus auch im Dezember oder sogar im Januar noch impfen lassen, meint die Ärztin. In den vergangenen Jahren ist die erste richtige Grippewelle meist erst in den Monaten Januar oder Februar ausgebrochen. Wer sich impfen lässt, sollte jedoch beachten, dass es zehn bis 14 Tage dauert, bis der Impfschutz wirkt.

Die Zusammensetzung des Impfstoffs gegen die Grippe ist in jedem Jahr eine andere. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ausschuss für Humanarzneimittel bei der Europäischen Arzneimittelagentur geben jeweils eine Empfehlung für die Zusammensetzung heraus, die an die Viren angepasst wird, die im Umlauf sind oder erwartet werden.

Wen die Grippe oder eine Erkältung erwischt hat, der sollte das Ansteckungsrisiko herabsetzen, rät Betriebsärztin Cranen. So sollte zum Beispiel nicht in den Raum gehustet oder genießt werden. Für besonders wichtig hält sie Hygiene, um sich gar nicht erst anzustecken. Und regelmäßiges Händewaschen reiche eben nicht immer aus, meint sie. Wer im Supermarkt oder in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sei, fasse Einkaufswagen oder Türklinken an. Der Griff ins Gesicht reicht, um mit den Viren in Berührung zu kommen. Dr. Cranen rät deshalb, sich nicht erst Zuhause die Hände zu waschen, sondern sich schon unterwegs zwischendurch die Hände zu desinfizieren.

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