Gangelt - Grenzüberschreitendes Rodebach-Projekt nimmt Gestalt an

Grenzüberschreitendes Rodebach-Projekt nimmt Gestalt an

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Heinz Houben, Naturpark-Manager, ist begeistert von dem, was entlang der deutsch-niederländischen Grenze geschaffen worden ist. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. „Jetzt müssen wir die Neugier der Bürger wecken”, zeigt sich Heinz Houben, Projektleiter der deutschen Träger des Naturparks Rodebach/Roode Beek, nach wie vor begeistert von dem, was da entlang der deutsch-niederländischen Grenze auf über 700 Hektar geschaffen worden ist.

Dabei war der ehemalige Geilenkirchener Verwaltungschef (bis 1999) anfangs erst auf Nummer sicher gegangen, als er 2002 vom Gangelter Bürgermeister Bernhard Tholen diese Aufgabe angetragen bekam. „Wir haben uns unter anderm bei der Regio Aachen über die Machbarkeit und die Finanzierung dieses Projektes rückversichert”, so Houben. „Dann wurden die Chancen erkannt, die ein solches Projekt bietet.” Alles begann mit der Renaturierung des Rodebaches; ein Projekt, das Ökologen, Naturfreunde, Wanderer, Radfahrer und was da alles so dies- und jenseits der Grenze im Rodebachpark zu finden ist, begeistert.

„Aber da hängt ja mittlerweile wesentlich mehr dran”, blickt Heinz Houben über den Rand des Rodebachs hinaus.

Das Infocenter, der Erlebnispfad, der Wohnmobilplatz, Radwege - unter anderm der äußerst wichtige entlang der ehemaligen Neutralen Straße - bis hin zum Verbund Heidenaturpark (Teverener- und Brunssumer Heide sowie Rodebachpark) sind im Sog dieser Idee entstanden und allesamt zu Publikumsmagneten geworden.

Heinz Houben ist mittlerweile ein Experte im Anzapfen von Fördertöpfen, beziehungsweise dem Aufteilen von Projekten den Fördertöpfen entsprechend. Das Fundament des Erfolges sei aber die Zusammenarbeit der beiden Bürgermeister - Bernhard Tholen auf deutscher und Mirjam Clermonts-Aretz bzw. zuvor voher Henk Meijer auf niederländischer Seite gewesen. „Für beide ist der Naturpark eine Herzensangelegenheit!”

Finanzierungsanträge schreiben, Sitzungen vorbereiten, die Koordinierung beiderlei Rechts und die Zusammenarbeit mit den Verwaltungen sind für den Ex-Beamten eher „trockene” Arbeiten.

Spannend sei dagegen die direkte Zusammenarbeit. Viele der niederländischen Kollegen sprächen Deutsch, „mit Platt bin ich aber immer durchgekommen”, so Houben. Er erinnert sich, dass nur dann Niederändisch gesprochen wurde, „wenn ich etwas nicht verstehen sollte”, lacht der erfahrene Verwaltungsmann, der bei seinem Marsch durch die Behörden viele Gesichter aus der „alten Geilenkirchener Zeit” wieder getroffen hat.

Er habe aber bei der Zusammenarbeit mit denen aus Onderbanken immer das Gefühl gehabt, „dass das Projekt Naturpark im Vordergrund” gestanden habe.

Dass die Niederländer ihre Seite des Rodebaches schon renaturiert hatten, als man in Gangelt noch nicht mal angefangen hatte, kann Heinz Houben auch erklären. „Die Niederländer haben eine Idee und packen das umgehend an.” Da kann es sein, dass während der Ausführung, das ein oder andere geändert werden muss.

„Bei uns wird bis ins letzte Detail vorgeplant und dann mit der Arbeit begonnen.” Alleine das Planfeststellungsverfahren auf deutscher Seite habe ein Jahr gedauert. Da waren die Nachbarn schon fertig mit der Arbeit. Nicht vergessen werden dürfen beim Betrachten der Gesamtsituation all die, die im Hintergrund mit von der Partie waren - ob die Kontrollgremien wie die Lenkungsgruppen, externe Firmen oder viele andere Mitarbeiter. Der Erfolg hat viele Väter.

85 bis 90 Prozent der Arbeiten rund um den Naturpark sieht Heinz Houben als erledigt an. Die Minigolfanlage wird noch überarbeitet, man denkt über einen Campingplatz nach, und ein 30 Kilometer langer Radweg soll durch die drei zusammenhängenden Naturparks führen. Auf niederländischer Seite arbeitet man unter anderm an der Eröffnung des Infocenters mit dem großen Teich, will den Aussichtshügel erhöhen und mit einer Infrastruktur beleben, sowie einen Teil der unterirdisch laufenden Roode Beek in Schinveld wieder offen legen.

„Neugier wecken” ist eine Aufgabe, die Heinz Houben breit fasst. Gute Werbung müsse sein. Aber auch jeder Bürger könne sich beteiligen, in dem er seine Freunde und Gäste in den Park führt. Die Tennisfreunde von Houben können davon ein Lied singen.

Denn er hat schon ein Fernziel im Auge: Die komplette Grünmetropole einbinden. Der ehemalige Stadtdirektor will einen Verbund von der Eifel über die Freizeitregion „Der Selfkant” bis in die Niederlande bilden.
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