Grenzenlos gut: Ensembles überzeugen im Doppelpack

Von: bhama
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Die Schauspieler des Langbröker Selfkanttheaters und des Theatervereins Kiekes Wead aus Landgraaf begeisterten mit „Alles Anee Jeni-et“ das Publikum im Bürgertreff in Langbroich. Foto: Barbara Hamacher
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Tüene Seef (Maria Horrichs) kann das ganze Wirrwarr nur noch auf diese Weise ertragen. Ihr Motto: „Nichts anmerken lassen.“ Foto: Barbara Hamacher

Gangelt-Langbroich. „Der ganze Palaver für nichts“, dies war wohl die Moral des Stückes „Alles anee jeni-et“ (alles aneinander genäht), das das Langbröker Selfkanttheater zusammen mit dem niederländischen Theaterverein Kiekes Wead aus Landgraaf im Rahmen des Festes der Begegnung anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Kreissparkassen-Stiftung Heinsberg präsentierte.

Sprache ist kein Problem

Die Stiftung, die sich für die Förderung der internationalen Gesinnung, des Völkerverständigungsgedankens und der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur im Kreis Heinsberg einsetzt, hatte beim Langbröker Selfkanttheater angefragt, ob sie ein gemeinsames Stück mit einer Theatergruppe aus den benachbarten Niederlanden spielen könnten.

Schnell hatte man mit der befreundeten Theatergruppe Kiekes Wead (auf deutsch: sehenswert) den passenden Gegenpart gefunden. Die beiden Gruppen besuchen schon seit mehr als zehn Jahren gegenseitig ihre Aufführungen.

Zwar sprechen und spielen die Teilnehmer jeweils in ihrem heimischen Dialekt, die Sprache ist dabei aber kein Problem, so Leo Horrichs vom Langbröker Selfkanttheater. „Wir verstehen gegenseitig unser Platt. Wir sind ein Menschenschlag, der zusammengehört, denn irgendwie sind wir doch alle Limburger.“

Die grenzüberschreitende Theaterproduktion war für beide Seiten zunächst noch Neuland, bei den gemeinsamen Proben lernte man sich dann aber schnell kennen. Horrichs: „Der Spaß am Spiel stand bei den Proben im Vordergrund.“ Und dieser ist den beiden Gruppen gemein, so dass die Verständigung keine weiteren Probleme bereitete. So trafen die beiden befreundeten Gruppen auch gemeinsam die Entscheidung, den Erlös des Abends an den Bürgertreff Langbroich zu spenden, um die Bühne zu erneuern.

Das Luststück in drei Akten handelte vom verarmten Schneidergesellen Tüene Tüen (Stefan Keulen, Langbroich), der nichts besitzt außer einem kleinen Baugrundstück im Ort, das nicht einmal verkauft werden darf, und seiner Frau Tüene Niss (Anja Wagner, Langbroich). Den beiden kommt es gerade Recht, dass Niss ein weiteres Grundstück erben soll. Das Erbe ist aber an eine Bedingung geknüpft: Niss muss glücklich verheiratet sein und in guten Verhältnissen leben.

Zur Kontrolle schickt der Notar aus Landgraaf Frau Dorothea von Lichtenstein (Joke Hebert, Landgraaf) zu einem Kontrollbesuch nach Langbroich. Schnell werden Niss Freundin Fien (Jacqueline Dieters, Landgraaf) und Tüens Freund Kaalbätsere Kon (Arndt Horrichs, Langbroich) als Hausmädchen und Diener engagiert, um wohlhabende Verhältnisse vorzutäuschen. Als dann plötzlich Sieglinde von Lichtenstein (Jolanda Jansen, Landgraaf), die Schwägerin von Dorothea, vor der Tür steht, ist die Verwirrung perfekt und eine Verwechslung jagt die nächste.

Zunächst scheint der Plan trotz Rollentauschen und der sich anbahnenden Liebesgeschichte zwischen Fien und Kon aufzugehen, aber Tüens Mutter Seef (Maria Horrichs, Langbroich) und die Dorftratsche Moele Greet (Anita van Haaften, Landgraaf) sorgen für Unruhe. Auch Poste Fränz (Sven Gossen, Langbroich) versteht die Welt nicht mehr und lässt den Plan beinahe auffliegen.

Vor allem Seef überfordert das ganze Wirrwarr. Von ihrem Sohn hat sie die kurze Anweisung bekommen, sich nichts anmerken zu lassen. Von da an sitzt sie nur noch im Hintergrund, trinkt einen Schnaps nach dem anderen und wiederholt wann immer die Aufmerksamkeit auf sie fällt: „Nichts anmerken lassen“, wodurch das Publikum immer wieder erneut in schallendes Gelächter ausbricht. Bürgermeister Laumes Pit (Helmut Schürkens, Langbroich) spielt in dem Durcheinander ebenfalls eine Rolle: Er will Tüen ein Grundstück abkaufen, lässt sich aber von Kon über den Tisch ziehen.

Als dann am Ende herauskommt, dass es sich bei dem Grundstück lediglich um eine nasse Wiese handelt und Niss es auch bekommen hätte, wenn sie in einfachen Verhältnissen leben würde, bleibt als Fazit nur bestehen: „Der ganze Palaver für nichts.“

Viele helfende Hände

Hinter der Bühne arbeiteten Andreas Hausmann, Christoph Goertz, Giel Janssen, Henk van Haaften, Franz-Josef Ronkartz, Karl-Heinz Gossen, Gino Ronkartz, Sandra Hausmann, Isabelle Schlicher, Hedwig Barion und Christina Schroten an dem Gelingen des Stückes mit.

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