Graffiti werden wohl bald von der Sporthalle verschwinden

Von: jpm
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Ein Ehrenkodex in der Szene besagt, dass fremde Graffiti nicht übersprüht werden. Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch ist das bekannt, aber offenbar nicht jedem, der an der Sporthalle mit der Spraydose zu Werke geht. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Das schlimmste Szenario sähe laut Helmut Mainz so aus: Die Wände werden nicht gereinigt, in ihrem Inneren bildet sich Schimmelpilz, der Pilz wird ins Gebäude getragen, das Gebäude muss stillgelegt werden.

Der Erste Beigeordnete betonte gegenüber dem Ausschuss für Kultur, Bildung und Soziales, dass es zwar nicht zwingend so knüppeldick kommen muss. Drauf ankommen lassen will die Stadt Übach-Palenberg es aber natürlich nicht. Die Verwaltung rät der Politik deshalb dringend dazu, einen Ratsbeschluss aus dem Jahre 2008 aufzuheben, als dessen Folge es gestattet ist, an der Sporthalle des Schulzentrums Graffiti zu sprayen. Ein Vorschlag, dem der Ausschuss (bei vier Gegenstimmen der SPD) schließlich folgte und der nun noch Haupt- und Finanzausschuss sowie Stadtrat passieren muss.

Die Verwaltung macht sich keine Illusionen darüber, dass es sich bei der Entscheidung um eine solche handelt, auf deren Basis man sich in den einschlägigen Kreisen nicht um Beliebtheitspreise bewerben kann. Allerdings sei diese Szene seit 2008 ohnehin erheblich geschrumpft, führte Helmut Mainz aus. „Aus demografischen Gründen.“

Ohnehin sei das wilde Sprayen kein so drängendes Problem mehr wie damals. Dies wiederum hänge sicherlich auch mit der empfindlichen Verschärfung des Strafrechts zusammen. Zu „Schmiereien“ im Stadtbild komme es aber selbstverständlich immer noch.

Hinsichtlich des Erscheinungsbilds der Sporthalle monierte Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch zudem, dass der berühmte Szenekodex dort wohl nicht gelte. Dieser besagt, dass die Werke anderer Sprayer nicht übersprüht werden, was sozusagen als Nebeneffekt dazu führt, dass der mit der Zeit entstehende Gesamteindruck weniger wüst ausfällt und sich eher mit dem Kunstverständnis der breiten Masse deckt. An der Graffitiwand in Frelenberg, die von dem aktuellen Ansinnen der Verwaltung nicht berührt wird, sei das glücklicherweise anders.

Wie die Einhaltung des zu erwartenden Sprayverbots sich überprüfen lässt, blieb am Mittwoch offen.

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