Graffiti-Schutz, Pflegeschnitt und Kübelwahl

Von: g.s.
Letzte Aktualisierung:
Stein des Anstoßes: Einer der
Stein des Anstoßes: Einer der mit Bäumen bepflanzten Kübel aus Granit in der neugestalteten City-Zone. Wie teuer waren sie? Lassen sie auch für Feste versetzen? Antwort gab es im Ausschuss. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Jürgen Benden, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, musste im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Geilenkirchen Angriffe über sich ergehen lassen. Beispiel: „Sie haben sich mittlerweile zum aufgeblasenen Gockel und Demagogen geoutet”, warf ihm Leonhard Kuhn (CDU) vor.

Anlass für die heftige Attacke war eine Anfrage der Grünen zu den Granitkübeln, von denen kürzlich zehn Stück in der Innenstadt aufgestellt und mit Bäumen bepflanzt worden waren. Vor zwei Wochen war Jürgen Benden an die Öffentlichkeit gegangen und hatte seinen Unmut über das Stadtmobilar geäußert.

„Die absolut überdimensionierten und unästhetischen Granitkübel machen unsere Innenstadt zur ,City Graniti”, ist der schriftlichen Anfrage zu entnehmen.

In allen früheren Sitzungen hatten sich die Grünen gegen die Pflanzkübel aus Granit und für solche aus Holz ausgesprochen. CDU und FDP setzten sich aber politisch durch und müssten nun die Granit-Optik alleine verantworten, folgerte Jürgen Benden.

Der Grünen-Sprecher wollte Details zu Herstellungs- und Folgekosten sowie Pflegeaufwand wissen. Darauf hatte sich die Verwaltung vorbereitet und hielt eine Liste parat, die Jürgen Benden aber nicht ganz zufriedenstellte. Ein Holzkübel schlage - je nach Holzart - mit 2400 bis 2700 Euro zu Buche, während die Anschaffungskosten für einen Granitkübel bei 2274 Euro liegen. Für eine Pflanzung in Baumlöcher, wie im zweiten Bauabschnitt in Höhe Markt, war ein Betrag von rund 2800 Euro pro Baum zu erwarten.

Aufgrund der Betonbrücke über die Wurm sei das Pflanzen von Bäumen ins Erdreich in den unteren Bereichen jedoch nicht möglich, so Erster Beigeordneter Hans Hausmann.

Die Grünen wollten ebenfalls wissen, welche Kosten beim Versetzen der Granitkübel aufgrund eines Festes in der City entstehen würden. Ob Granit oder Holz: Mit 600 bis 700 Euro für alle zehn Bäume wären die Kosten gleich, sagte Bürgermeister Thomas Fiedler vor dem Ausschuss. Außerdem habe man die Kübel in einer Mindestgröße bestellt, die für die Bäume unbedingt notwendig sei.

Den kastenförmigen Schnitt der Bäume aber hatte Jürgen Benden zu bemängeln. Mit 4000 Euro Kosten pro Jahr für deren Pflegeschnitt könne er sich ebenfalls nicht anfreunden, hieß es. „Die Kosten für einen Pflegeschnitt wären bei anderen Bäumen genau so hoch”, meldete sich Hans Hausmann zu Wort.

Ob die Granitkübel gegen Graffiti-Attacken imprägniert seien und so Mehrkosten angefallen wären, wollte Jürgen Benden überdies wissen. Ja, Schutz vor Farbe sei aufgebracht und habe pro Kübel 65,68 Euro gekostet, lautete die Antwort.

„Demokratische Beschlüsse”

„Der Rat hat über die Auswahl der Kübel entschieden, und alles war bekannt”, warf Leonhard Kuhn ein. Fred Solenski (FDP), Christian Kravanja (Freie Bürgerliste) und Hans-Josef Paulus (CDU) bestätigten das in ihren Wortmeldungen. „Die Anfrage der Grünen hätte ich gar nicht beantwortet”, empörte sich Leonhard Kuhn in Folge: „Der Herr Benden und die Grünen reden unsere Stadt permanent schlecht. Das ist kein guter Stil.”

Jürgen Benden verteidigte seine und die Haltung seiner Fraktion: „Ich muss auch mal das sagen dürfen, was mir die Leute auf der Straße zutragen.” Toska Frohn beendete die Diskussion: „Das waren alles demokratische Beschlüsse. Mehr braucht man nicht zu sagen.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert