Graffiti: Immer auf der Suche nach legalen Möglichkeiten

Von: mabie
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Marcel Brouwer ist federführend als Graffiti-Künstler beim Projekt der neuen Sichtschutzwand am Städtischen Jugendzentrum in Übach-Palenberg beschäftigt. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Beim Projekt der neuen Sichtschutzwand am Städtischen Jugendzentrum in Übach-Palenberg lässt Marcel Brouwer seiner Kreativität freien Lauf. Im Jahr 2002 war es, da bekam die ehemalige Zechengemeinde ein neues Städtisches Jugendzentrum. Das bis dato als zentrale Anlaufstelle genutzte alte Gebäude in Frelenberg war passé, der ehemalige Bahnhofszustand zum Glück auch.

Doch wer die rückwärtig zu den Bahngleisen gelegene Fläche ordentlich nutzen wollte, muss noch bis September dieses Jahres warten. Denn nun erst wurde die ehemalige Schotterfläche hinter dem, was früher einmal das Palenberger Bahnhofsgebäude war, zu einem echten Teil des Zentrums.

Ein Grund für das lange Warten am Gleisbett war sicherlich auch der lange Zeit eher unbefriedigende Zustand des Bahnhofs. So gab es zwischen der Stadt mit den zwei Herzen und der Bahn lange Verhandlungen, bis nach dem Umbau des alten Empfangsgebäudes und Güterschuppens endlich der derzeitige Ist-Zustand erreicht wurde. Planungssicherheit sah so in Zeiten eines nicht vollständig umgesetzten Bahnsteigumbaus auch für die Rückseite des Jugendzentrums definitiv anders aus.

Rohe Steine

Doch das ist nun Geschichte: Statt rohen Steinen, die nur mit festem Tritt zu betreten waren, werden dort künftig Verbundsteine eine Terrasse ebnen, die das Angebot sinnvoll erweitern kann. So freut sich nicht nur Tim Schaefer vom rührigen Team des Jugendzentrums auf die neue Ausgestaltung, die wahrscheinlich zur anstehenden Oldiefete am 7. September fertig sein soll.

„Wir sind sehr zufrieden, dass wir das ganze Areal nun mitnutzen können“, so Schaefer. Und damit auch ein dauerhafter Sichtschutz in Richtung Gleise und aus Richtung Zügen gewährleistet ist, arbeiten er, Marcel Brouwer, Sebastian Langousch und Marco Cantor derzeit an einer ebenso schmückenden wie passenden Ausgestaltung der Innenfläche des Sichtschutzes. Sie wird in Graffititechnik professionell ausgearbeitet. „Wir haben einen Zug in das Bild integriert und natürlich auch einen Schriftzug für die Stadt und weitere Motive aus dem Stadtbild“, so Marcel Brouwer, der federführend an dem Projekt arbeitet.

Der 21-Jährige ist schon lange bei den Malern aus der Graffiti-Szene aktiv, betont aber, dass er immer auf der Suche nach legalen Möglichkeiten ist, seinem großen Hobby nachzugehen. „Ich will später einmal Lehrer werden, da kann ich mir keine schwarzen Flecken in meinem Lebenslauf leisten“, sagt er. Fleckig ist nur sein T-Shirt, aber das passt zu dem sympathischen jungen Graffiti-Maler, der im Übrigen das in seinen Augen despektierliche Wort des „Sprayers“ nie benutzen würde.

Vielmehr konzentriert er sich gerade auf den Zug, den er malt. „Der macht mir ein paar Schwierigkeiten, weil er eher statisch ist und nicht zu dem passt, was ich normalerweise so male“, weiß Brouwer. Der riesige Schriftzug „Übach-Palenberg“, der natürlich die größte Fläche auf den insgesamt vier Filmplatten mit je 1,25 Metern Höhe und 2,50 Metern Breite einnimmt, liegt ihm da viel mehr.

Schnell eingekauft

Finanziert über das Jugendzentrum und schnell in Aachen eingekauft, war das Material für über 220 Euro schnell beschafft. Die Arbeit haben die jungen Männer selbst hineingesteckt, auch das kreative Potenzial zur Ausgestaltung kommt alleine von ihnen. So passt dann auch die Arbeit zu der dann endlich nutzbaren Außenfläche, denn es kommt nun Kreativität auch dahin, wo bisher allenfalls ein kleines Lager war.

Passend zur neu gestalteten Sichtschutzwand gibt es am Dienstag, 27. August, in der Zeit zwischen 12 und 15 Uhr einen Graffiti-Workshop im Städtischen Jugendzentrum. Die Teilnahmegebühr beträgt jeweils fünf Euro, Interessenten sollen sich bitte beim Städtischen Jugendzentrum Übach-Palenberg, Bahnhofstraße 14, unter Telefon 02451/2781 unbedingt vorher anmelden.

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