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Gorch Fock: Jenny Bökens Vater hofft auf „mehr Sicherheit”

Von: Von Elke Silberer, dpa
Letzte Aktualisierung:
Jenny Böken Gorch Fock
Jenny Böken starb beim Dienst auf der Gorch Fock. Foto: dpa

Geilenkirchen. Der Vater der 2008 über Bord gegangenen Kadettin Jenny Böken findet es gut, dass die Gorch Fock wieder auf Fahrt ist. „Ich hoffe nur, dass sämtliche Sicherheitsvorkehrungen jetzt anders sind, als zu dem Zeitpunkt, wo es meine Tochter beziehungsweise Sarah Seele getroffen hat”, sagte Uwe Böken am Dienstag. Die zweite Kadettin war Anfang 2010 von der Takelage in den Tod gestürzt. Man könne nicht auf moderne Sicherheitstechniken zugunsten „nicht mehr zeitgemäßer Marinetraditionen” verzichten.

Es sei fraglich, ob bei einer Radarüberwachung bestimmte Wachpositionen noch Sinn machten. „Wenn ich eine Radarüberwachung habe, brauche ich niemanden mehr, den ich vorne hinstelle”, sagte Böken. Tochter Jenny hatte nach Angaben der Eltern in der Unglücksnacht Wache auf dem Postenausguck, ganz vorn, wo man nach anderen Schiffen Ausschau hält. Sie hatte demnach keine Schwimmweste an und war auch nicht durch eine Leine gesichert.

Aspekte wie das Tragen von Schwimmwesten und Anleinpflicht seien nach dem Tod von Jenny diskutiert worden. „Aber die Frage ist, wie viel von dem, was bei den Untersuchungen der Havariekommissionen herausgekommen ist, zu vernünftigen Ergebnissen und Maßnahmen geführt hat.” Nach zweijähriger Zwangspause ist das Schulschiff „Gorch Fock” nach Las Palmas gestartet.

Er sei nie davon ausgegangen, dass das Schiff komplett aus dem Verkehr gezogen werde. „Das war auch nie unser Ziel. Unser Ziel war, dass das Ganze so sicher gemacht wird, dass so etwas nicht mehr passiert.” Die Eltern kämpfen seit Jahren um die vollständige Aufklärung der Todesumstände.

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