Geilenkirchen-Beeck - Glücksmomente und Sätze voller Satire

Glücksmomente und Sätze voller Satire

Von: Angela Schollmeyer
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen-Beeck. Pure „Poesie für alle Sinne”, das versprach das Beecker Bauern- und Erzählcafé. Mit Gedichten, Liedern und Geschichten zur Zweisamkeit berührten Renée Knapp und Wolfgang Rosen, die Auftretenden, Herz und Sinn der Zuhörer.

Mal nachdenklich, mal mit Witz präsentierten die beiden Künstler der Alsdorfer Lesebühne die verschiedenen besonderen und alltäglichen Situationen rund um die Liebe.

Das Paar einer Geschichte bereist gemeinsam die Welt, um die Schönheit der Schöpfung und ihre eigenen Fähigkeiten zu entdecken. Auf ihrer Reise beschäftigt sie vor allem die Frage, ob es wohl einen „kreisrunden Regenbogen um die Sonne” gebe. Sie erfahren, dass Wunder manchmal Realität sein können und sehen ihn am Ende selbst, den kreisrunden Regenbogen. Während hier Mann und Frau die Glücksmomente genießen, sagt ein anderes Paar seine Neuseelandreise ab, weil es dem Mann wichtiger ist, einen teuren Mahagoni-Tisch zu erwerben. Dieser Tisch, mit dem allerlei Ereignisse verbunden sind, bringt der Beziehung jedoch nur Unglück, so dass sie letztendlich in die Brüche geht.

Besonders deutlich wird in den oft im Dialog vorgetragenen Kurzgeschichten auch die unterschiedliche Wahrnehmung von Frauen und Männern. Als es sich um „Frühlingsgefühle” dreht, tritt die Frau sensibel und romantisch auf, wobei sich ihr Mann genervt und zu realistisch gibt. Zudem meint er: „Was Frauen sich nicht alles so merken!”, wenn es um die ersten Tage ihrer Liebe geht - und scheint bereits den Sinn für jegliche zärtliche Worte verloren zu haben.

Schön und traurig kombiniert

Vorkommen kann es aber auch, dass sich die Partner einer Beziehung näher sind als sie denken, und dies nicht erkennen, da sie ein völlig falsches Bild von dem jeweils anderen haben. Mit bloß ein paar Worten könnten diese Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden, aber dennoch halten beide an der Tradition fest.

Eine wunderschöne, wenn auch sehr traurige, Kombination von Geschichte, Gedichten und Liedern boten Renée Knapp und Wolfgang Rosen mit der Kurzgeschichte einer anderen Autorin der Lesebühne. Ein unglücklicher Mann steht am Grab seiner verstorbenen Frau, unterhält sich mit ihr und kann sogar ihre Antworten „hören”. „Behalte mich im Herzen, dann lachst Du für mich mit”, ermutigt ihn die Frau. Die Wirkung der Szene und die Erinnerung, die zurückkommt, unterstrich die Künstlerin Renée Knapp besonders mit ihrem Gesang. Die integrierten Gedichte sprachen die beiden gemeinsam, was ebenfalls zur nachdenklichen Stimmung beitrug.

Auch an vielen anderen Stellen war es dem Publikum vergönnt, den sinnlichen oder fröhlichen Liedern der Sängerin zu lauschen. Für Heiterkeit sorgten vor allem die vorgetragenen Gedichte des Autors Eugen Roth, eine Geschichte von Peter Horton mit dem Titel „Gebete eines Herrn”, eine zufällig falsch adressierte E-Mail sowie Metaphern und Vergleiche, die besonders die Mängel von Mann und Frau betreffen.

Ebenso amüsant war das satirische humorvolle Stück „Die roten Lichter von Amsterdam”, in dem ein Ehepaar während eines Aufenthalts in der Stadt vergeblich nach dem berüchtigten Milieuviertel sucht und sich nicht so recht traut danach zu fragen, bis die Nacht fast vorbei ist. Lustig stimmte die Geschichte einer „Karnevalsparty”, auf und nach der es zu heiklen Verwechslungen und Missverständnissen kommt.

Mit ihrem neuen Programm „Caress - Poesie für alle Sinne” will das Duo noch weitere Auftritte absolvieren. Den jetzigen Besuch des poetischen Abends im Erzählcafé mit Liedern, Gedichten und Geschichten von zärtlichen, traurigen, nachdenklichen, heiteren und glücklichen Beziehungsmomenten wird, wie der Applaus zeigte, niemand so schnell vergessen - so wie Renée Knapp als Sängerin in ihrem letzten Lied haucht: „The memories stay”.
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