Gangelt-Breberen - Glück für die Nikolaus-Schule

Glück für die Nikolaus-Schule

Von: hama
Letzte Aktualisierung:
7520957.jpg
Zusammen zu arbeiten, einander vertrauen und gemeinsam etwas gestalten – so lässt sich glücklich sein. In der Grundschule Breberen wurde das Streben danach im Unterricht probiert. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt-Breberen. Zwischen Mathe und Deutsch gibt es Glück. So sah es eine Zeit in der Nikolausschule in Breberen aus, und nach dem Willen des Kollegiums, vertreten durch Schulleiterin Claudia Seidel, soll das auch in Zukunft so bleiben.

„Glück“ als Fach ist in Baden-Württemberg bereits in den Lehrplan integriert; an der Grundschule in Breberen wurde es jetzt beim Förderunterricht angeboten. Claudia Seidel und ihr Kollegium sind ebenso erstaunt wie begeistert über das, was sich in dieser einen Woche entwickelt hat. Aufmerksam geworden durch den Verein Malaika aus Aachen, dessen Arbeit sich an dem von Ernst Fritz-Schubert entwickelten Glück-Unterricht orientiert, stand für die in Breberen Verantwortlichen fest, das einfach mal ausprobieren zu wollen.

Claudia Seidel ist von einem Beispiele besonders begeistert. Sie bot an, dass die Kinder sich zwischen progressiver Muskelentspannung oder Krachmachen auf Abflussrohren entscheiden sollten. „14 Kinder wollten in die Entspannung, und das hat am Ende so gut funktioniert, dass ich auf Wunsch der Teilnehmer das Programm auf eine CD machen soll, damit die Kinder zuhause weitermachen können.“

Was man am Schlusstag der Projektwoche sehen, lesen, hören und fühlen konnte, hatte nichts mit Strom zu tun. Kein Computer, kein Fernseher, keine Playstation. Ganz im Gegenteil: Für mache Grundschüler waren es die Kleinigkeiten, die für Glücksgefühle sorgten. „Was mit Opa machen“, war da zu lesen. „Einen Stein ins Wasser werfen“, bedeutete Glück für ein anders Kind, und wieder eines kann staunend glücklich sein „wenn die Schmetterlinge fliegen“. So waren viele Gedanken auf Kleeblättern in der Ausstellung zu lesen.

Das „Förderkonzept Glück“ soll nach dem Sommerferien in den Unterricht integriert werden. Dafür wird aber kein klassisches Schulfach ausfallen, sondern im Rahmen der umfangreichen Förderprogramme wird Glück eine Rolle spielen. „Es gilt für uns, die Kinder da abzuholen, wo ihre individuellen Fähigkeiten und Neigungen liegen“, so Claudia Seidel, die an einer achtmonatigen Fortbildung teilnimmt, die vom Förderverein der Schule finanziert wird.

Die Freude und Begeisterungsfähigkeit sollen gestärkt, die Neugier und Motivation gefördert, Mut und Hingabe, Achtsamkeit und Wertschätzung geprobt und Zukunftsvisionen erarbeitet werden. „Das Förderprojekt Glück schafft Raum für Selbstwirksamkeit und Persönlichkeitsentwicklung und stärkt die Kinder ganzheitlich in ihrem Heranwachsen“, fasst die Schulleiterin zusammen und begründet damit, warum man ein besonders Augenmerk auf die Kinder gelegt hat, deren Grundschulzeit bald endet, die sich dann auf weiterführenden Schulen durchsetzen müssen. Seine Stärken erfahren, neugierig sein und Fragen stellen, oder das Glück mit allen Sinnen zu suchen und zu finden, Theater- und Zirkusaufführungen vorbereiten, waren tolle Erfahrungen dieser Woche.

Dass man Glück verschenken kann und damit auch vielleicht Glück zurück bekommt, war eine der längeren Diskussionen, die sich in das Gedächtnis der Kinder eingegraben hat. Positive Erfahrungen wurden bei Experimenten mit Wasser, beim Modellieren, beim Basteln von Spardosen, beim kreativen Gestalten und Weben, beim Sport und im Farbenlabor gesammelt. Ob Picasso ein glücklicher Mann, sei einmal dahin gestellt. Es war erstaunlich zu sehen, wie viele Kinder schnell das Prinzip der berühmten Halbfigurenporträts verstanden hatten und sicher sehr glücklich ihre eigene Sicht auf Picassos präsentierten konnten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert