Glaskünstler Harry Smeets: Das Unkonventionelle ist sein Steckenpferd

Von: Markus Bienwald
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Gut verpackt gingen die Glasarbeiten des Gangelter Künstlers Harry Smeets auf die Reise nach Wien. Foto: Markus Bienwald

Gangelt. Schon das Entrée bei Harry Smeets zeigt, dass der Besucher hier kein gewöhnliches Haus betritt. Denn die Glaskunst des in Gangelt lebenden Künstlers ist beinahe allgegenwärtig. Und das wird ab heute Abend auch in Wien der Fall sein, denn Harry Smeets stellt dann gemeinsam mit der niederländischen Künstlerin Marijke Stulties in der Galerie „Die Ausstellung“ aus.

Vorab musste natürlich angesichts der Zerbrechlichkeit der Kunstwerke mit größter Sorgfalt alles verpackt werden. „Wir bringen die Sachen selbst in einem VW Bus dort hin, und Marijke fährt natürlich auch mit“, so Smeets. Das ist für eine 88-Jährige nicht unbedingt an der Tagesordnung, ist aber auch für den mittlerweile 69-jährigen Smeets noch eine Herausforderung. „Anders wäre es schwierig gewesen, die Dinge sach- und fachgerecht dort hin zu bringen“, meint er.

Auf der Suche

Unkonventionelle Lösungen sind übrigens sowieso ein Steckenpferd von Smeets.

So zeigt er gerne einen quadratischer Zettel mit wenigen Zentimetern Kantenlänge. Das kleine Stück Papier reicht, um ein paar Dinge über ihn zu erfahren, die er in einer wachen Nacht im vergangenen Jahr aufgeschrieben hat: „Mach Dich auf die Suche nach Deiner besonderen Gabe“, steht da in blau gefasster, gut lesbarer Handschrift.

Den Satz hat er von dem Autoren Paolo Coelho entliehen, und er dürfte selbst einem Tausendsassa wie Harry Smeets gut zu Gesicht stehen.

Der Heilpädagoge und Kunsttherapeut arbeitet mit Glas und Bronze und hat beispielsweise den Ehrenbürgerpreis seiner zur Heimat gewordenen Gemeinde Gangelt gestaltet.

Der gebürtige Niederländer ist neugierig, probiert immer wieder Sachen aus. Das gehört für ihn zu seinem bewegten Leben wie der Vlaa zum Kaffee.

Auch wenn es auf den ersten Blick den Anschein hat, dass er sich in seinem Haus permanent dem Schaffen widmet, ist dem nicht so. „Meine Frau sieht mich denken mit Kunst, sie sieht mich auch leben mit Kunst“, verrät Harry Smeets. Damit meint er, dass ihn vor allem persönliche Begegnungen zur Kunst inspirieren. Dabei geht er schnellen Schrittes in sein lichtdurchflutetes Atelier, kramt ein paar Fotos hervor und zeigt einen kahlköpfigen Mann mittleren Alters. „Den habe ich für meine erste Skulptur genommen“, sagt Smeets und zückt einen wahrlich kontrastreichen weißen Schädel, der beeindruckend plastisch wirkt.

Smeets Kunst, sie schafft Licht und Kontraste: Das Malen mit Licht habe ihn überhaupt erst zu seiner Arbeit gebracht, habe aus ihm den Künstler gemacht, der – aus tiefem Glauben heraus – auch viel für Kirchen arbeitet.

Aber er kreiert auch Witziges, beispielsweise die kleine Serie von nackten Männerfiguren, die auf einem Bein stehen, und Sinnbilder von Aussprüchen wie „Im siebten Himmel sein“ oder „Die erste Geige spielen“ wurden.

„Die Resultate meiner Kunst überraschen mich immer: Ob nun positiv oder negativ“, schließt er. Und diese Überraschungen will er nun auch unseren österreichischen Nachbarn ein wenig näherbringen. Dort wird er allerdings nur mit Glaskunst vertreten sein, die noch bis zur Finissage am 18. Juli dort zu sehen sein wird.

„Wer in seinem Wien-Aufenthalt noch nichts anderes geplant hat, ist natürlich herzlich willkommen“, flachst Smeets und freut sich über die Ehre, in der Hauptstadt von Österreich vertreten zu sein.

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