Gibt es auch in Zukunft noch genügend Hausärzte?

Von: tp
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Übach-Palenberg. „Aktuell haben wir in unserer Stadt eine gute Versorgungssituation“, sagt Übach-Palenbergs Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch. Dennoch steht das Thema hausärztliche Versorgung speziell in den ländlichen Regionen immer wieder auf der Tagesordnung.

Also machte die Stadt genau diese Sicherstellung der Versorgung zum Thema des 2. Runden Gesundheitstisches.

Nach Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) im vergangenen Jahr war jetzt Karl-Josef Laumann (CDU), ehemaliger NRW-Gesundheitsminister und Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten und Bevollmächtigter für Pflege, ins Übacher Rathaus gekommen. Dazu kam der Geilenkirchener Internist Dr. Horst Gillessen als Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung. 16 Hausärzte gebe es in der Stadt, führte Jungnitsch aus. Aber: „Sieben von ihnen sind älter als 55 Jahre“, erklärte der Verwaltungschef. Gillessen lieferte weitere Zahlen. Im gesamten Kreis Heinsberg praktizieren aktuell 160 Hausärzte. 75 über 55 Jahre alt, vier gar schon über 70 Jahre.

Bis dahin noch kein besorgniserregender Zustand, wenn alle Allgemeinmediziner beim Eintritt in den Ruhestand gleichwertig ersetzen werden würden. „Im Jahr 2014 haben in NRW 600 Hausärzte die Altersgrenze erreicht – es sind aber nur 200 neue nachgekommen“, erläuterte Laumann das Dilemma. Demgegenüber steht die Zahl von 2000 jährlich ausgebildeten Ärzten in NRW. „400 weniger als vor 20 Jahren“, merkte der CDU-Gesundheitsexperte an. Seine Forderung lautete, mehr junge Ärzte ausbilden.

Natürlich kam auch die geplante Neuaufteilung der ambulanten Notfallpraxen zur Sprache. Im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, wo Laumann zuhause ist, sei die in unserer Region kontrovers diskutierte Notdienstreform mit weniger Praxen bereits umgesetzt, berichtete Laumann. „Das klappt dort“, bemerkte Gillessen. Argumente, die am Runden Tisch noch nicht alle überzeugen konnten. So erklärte CDU-Ratsherr Josef Fröschen: „Die Leute in unserem Seniorenverein haben schlichtweg Angst. Wenn ich krank werde, kann ich heute nach Geilenkirchen in die Notfallpraxis. Aber sollen wir demnächst bis nach Heinsberg fahren?“

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