Gestrandet in Hommerschen: Lkw-Fahrer wartet seit Tagen auf Hilfe

Von: jpm
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Sein Lkw wurde bei dem Unfall am Wochenende beschädigt. Seit Tagen harrt Istrán Csorba nun auf dem Parkplatz Hommerschen aus. Er wartet auf die Kollegen aus Ungarn. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Diese Fahrt wird Istrán Csorba nicht so schnell vergessen. Der ungarische Fernfahrer lag in der Nacht zum Sonntag schlafend auf der Pritsche in seinem Lkw, als er mit einem ohrenbetäubenden Knall aus derselben herausgeschleudert wurde. Der Schrecken steht ihm jetzt noch ins Gesicht geschrieben, wenn er davon erzählt.

Csorba ist der Fahrer des Lkw, in den am Wochenende auf dem Parkplatz Hommerschen ein Audi A3 gerast ist.

Die Tage, die seitdem vergangen sind, hat er auf dem Parkplatz Hommerschen verbracht. Kollegen aus Ungarn sind unterwegs, um seinen nicht mehr fahrbereiten Lkw wieder flott zu machen. Für den 53-Jährigen bedeutet das: warten. Europa kommt ihm plötzlich sehr, sehr groß vor.

Bei dem Unfall in der Nacht auf Sonntag hatte sich ein 18-Jähriger schwere Verletzungen zugezogen. Zuvor hatte er in völlig betrunkenem Zustand den Audi eines Bekannten gestohlen und sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Die Trunkenheitsfahrt endete unter Csorbas rollendem Arbeitsplatz.

Wie der Zufall es will, stammt Csorbas aus dem Komitat Komárom-Esztergom, zu dem der Kreis Heinsberg eine Partnerschaft unterhält. Csorbas Tour ging durch Slowenien, Frankreich und Deutschland. Nun schlägt er an diesem wenig einladenden Ort an der Bundesstraße die Zeit tot. Manchmal geht er ein bisschen spazieren.

Warum er nicht in ein Hotel zieht? Vielleicht hat das mit dem ungarischen Arbeitsrecht zu tun, wer weiß das schon. Europa ist ein großer Kontinent. Und Csorbas spricht nur gebrochenes Deutsch und ist sehr schwer zu verstehen. So viel aber kann er verständlich machen: Die verlorene Zeit bedeutet für ihn Arbeitsausfall und somit verlorenes Geld. Vermutlich will er zumindest die Nebenkosten für seine Zwangspause in der westdeutschen Provinz gering halten.

Unser Reporter Georg Schmitz, der den Ungarn in der Unfallnacht kennengelernt hatte, besuchte diesen zwischendurch und lud ihn nach Geilenkirchen auf einen Kaffee und ein Stück Kuchen ein. Da wirkte Europa schon ein bisschen kleiner und freundlicher.

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