Gesprächsabend der Gesamtschule zum Gedenken an die Reichspogromnacht

Von: mabie
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Sie freuen sich über die erste gemeinsame Geilenkirchener Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht am Montag, 9. November: Uwe Böken (l.), Leiter der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule und Geschichtslehrer Hans Bruckschen, der zugleich Koordinator der „Initiative Erinnern“ ist. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Es ist nicht wirklich der Fall, dass sich Uwe Böken als Leiter der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule über mangelnde Arbeit beschweren muss. Ganz im Gegenteil. Die Aufgaben in der Schule fordern ihn und sein Kollegium sicherlich täglich.

Dennoch gibt es die eine Sache, die immer Priorität hat und ganz unabhängig von aktuellen Zusammenhängen oder Vorfällen ein fester Bestandteil des Schulprogramms ist: das Gedenken an die Schrecken der NS-Herrschaft, das Erinnern und vor allem der Dialog darüber. „Ich freue mich, dass wir in diesem Jahr am Tag der Reichspogromnacht erstmals die verschiedenen Gedenkveranstaltungen in Geilenkirchen bündeln können“, sagt er. Leider sei dies in den letzten Jahren nicht immer der Fall gewesen, da hätten einzelne Veranstalter ihre Erinnerungen auch alleine abgehalten. „Darum freue ich mich ungemein, dass es in diesem Jahr keine Konkurrenzveranstaltungen geben wird“, so Böken weiter.

Damit meint er allerdings nicht die Konkurrenz in der Art und Weise, an das, was am 9. November 1938 auch in Geilenkirchen für eine brennende Synagoge sorgte, zu erinnern. Gemeint ist vielmehr die Konkurrenz an der Teilnahme, denn am kommenden Montag dürfen Interessierte bei all diesen öffentlichen Veranstaltungen, die im Gesprächsabend in der Aula der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule ab 19 Uhr münden, an verschiedenen Orten in der Stadt starten, und sich auf einen überaus hochkarätigen Abend freuen. Denn das, was unter der schlichten Überschrift „Gemeinsam Erinnerung wachhalten“ dann in der Gesamtschule stattfindet, ist vielschichtig und interessant zugleich. „Wir möchten mit dem Abend dazu beitragen, Erinnerungen an die jüngere Generation weiterzugeben“, so Hans Bruckschen. Er ist nicht nur Geschichtslehrer an der Geilenkirchener Gesamtschule, sondern auch Koordinator und Nachfolger von Ex-MdB Christa Nickels, die viele Jahre der „Initiative Erinnern“ vorstand.

Moderatorin des Abends wird Dr. Ulla Louis-Nouvertné von der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg. Und sie darf sich mit den dann wahrscheinlich hunderten Gästen bei der öffentlichen und eintrittsfreien Veranstaltung in der Schule auf ein wirklich hervorragendes Podium freuen. So sind mit Reuven Moskovitz, israelischer Friedensaktivist und Karlspreisträger 2003, Eva Pankok, Tochter des Künstlerehepaares Otto und Hulda Pankok, die kürzlich von der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet wurden, und Friedrich Bach aus Geilenkirchen gleich drei Autoren dabei, die ihre Werke im Gepäck mit dabei haben.

Der Geilenkirchener Bach hat seine Erinnerungen an Kriegszeit und Evakuierung in dem Buch „Unter die Räder gekommen“ veröffentlicht. Dank der Unterstützung der Buchhandlung Lyne von de Berg aus Geilenkirchen werden die Werke der Autoren auch vor Ort einsehbar sein. Die Vierte im Bunde der Gesprächsrunde ist ebenfalls aus Geilenkirchen: Elfriede Görtz. Sie ist eine Freundin der Schulnamensgeberin Anita Lichtenstein und gern gesehener Gast an der Schule.

Der letzte Teilnehmer in der Gesprächsrunde wird General a.D. Leopold Chalupa sein, ehemaliger Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa-Mitte. „Er war mit 17 Jahren Kriegsteilnehmer, und kann sicherlich hervorragend darüber berichten, wie sich das als junger Mensch gestaltet hat“, so Uwe Böken abschließend. So ist am Montag, 9. November, für viel Gesprächsstoff und regen Austausch gesorgt. Die Erinnerungen an das, was nie wieder geschehen darf, werden so wachgehalten.

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