Gesellschaft für Sicherheitspolitik: Vortrag über Flüchtlingspolitik

Von: mabie
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Herbert Wölfel (l.) und Josef Latour (r.) von der Sektion Aachen/Heinsberg und Axel Auer von der Anton-Heinen-Volkshochschule (2.v.l.) sowie Fachjournalistin Julia Weigelt. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. Thematisch immer am Puls der Zeit, nur unter dem neuen Namen „Gesellschaft für Sicherheitspolitik“, zeigte sich die Sektion Aachen/Heinsberg der früher als Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) bekannten Vereinigung im Geilenkirchener Haus Basten.

Dort begrüßten Sektionsleiter Herbert Wölfel und sein Team nicht nur Axel Auer als Vertreter des Mitveranstalters Anton-Heinen-Volkshochschule (VHS) des Kreises Heinsberg. Mit Julia Weigelt fanden sie auch eine kompetente Fachjournalistin für Sicherheitspolitik, die einen genauen Blick auf die europäische Sicherheitspolitik wagte.

„Der Traum von einer besseren Welt“ fand sich im Untertitel und offenbarte sich in einem sehr lebendigen Vortrag als Teil vernetzter Sicherheit. Dabei erklärte Weigelt nicht nur, wie sich Flüchtlinge fühlen, sondern warf auch einen Blick auf aktuelles Zahlenwerk. So ist der europäische Mittelmeerraum nach der Bengalischen Bucht in Asien der Teil mit der höchsten Todesrate von Flüchtlingen weltweit.

Das und die schrecklichen Verbrechen an Flüchtlingen wie 1992 in Rostock machten es nötig, alle zuständigen Bereiche miteinander zu vernetzen und abzustimmen. „Militär, Polizei, Diplomatie, Entwicklungspolitik und humanitäre Hilfe müssen gebündelt werden, um hier wirklich nachhaltig zu handeln“, betonte Julia Weigelt. Grundlage dafür müsse immer das Prinzip sein, dass politisch Verfolgte Asylrecht genießen. „Und schließlich kommen nicht nur Menschen nach Deutschland, es ziehen auch viele weg“, räumte die Referentin mit einem gern von extrem gesinnten Zeitgenossen zitierten Vorurteil auf.

Ein Blick auf die Herkunftsländer der Menschen, die erstmals in Deutschland Asyl beantragen, sorgte ebenfalls für Erstaunen. Denn mit fast 15.000 Menschen aus Russland, die 2013 nach Deutschland kamen, stellen sie die weitaus meisten Flüchtlinge, noch vor Syrien mit knapp 12.000 und Serbien mit gut 11.500 Menschen. „Die höchste Flüchtlingsanzahl pro Einwohner hat übrigens Schweden, wo 5,7 Anträge auf 1000 Einwohner kommen, und selbst Malta liegt mit statistisch 5,3 Anträgen pro 1000 Einwohner noch über Deutschland, das mit einem Quotienten von 3,5 auf Platz 16 in Europa liegt“, klärte die Expertin auf. So sei das Thema Flüchtlinge ein europäisches, das aber nicht mit Zäunen und Grenzschützern zu lösen sei. „Es wird keine nationale Lösung geben, das geht nur mit der Europäischen Union“, schloss Weigelt.

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