Geschnitzt, gemauert, gepflegt: Gangelter rettet Madonna

Von: bhama
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Karl-Heinz Melchers und Peter Scheuvens haben diese Madonnenstatue in Gangelt-Stahe aus einem faulenden Baum herausgearbeitet und ihr ein neues Gehäuse gemauert. Foto: Barbara Hamacher

Gangelt-Stahe. Vor vielen Jahren sollte an der Kapelle am Ende der Rodebachstraße in Stahe eine über 100-jährige Eiche gefällt werden. Doch das wusste Karl-Heinz Melchers zu verhindern. Der Staher hatte eine andere Idee für den alten Baum: „Meine Frau ist ein großer Lourdes-Fan, und daher stand für mich schnell fest, dass ich eine Lourdes-Madonna in den Baum schnitzen wollte“, berichtet Melchers.

Er holte die Genehmigung bei der Gemeinde ein und begann 2001 seine Arbeit, schnitzte die Madonna in den Baum hinein und arbeitete sie vorsichtig aus.

Im Laufe der Jahre wuchs der Baum jedoch immer mehr zu, besonders mit Efeu. Durch das viele Efeu ist der Baum mit der Zeit faul geworden. Melchers berichtet: „Durch viel Pflege haben wir die Madonna retten können, obwohl alles drum herum gefault war.“

Der Hobby-Schnitzer hatte die nötige Erfahrung für ein solch schwieriges Projekt in insgesamt acht Jahren auf der Schnitzerschule in Geilenkirchen gesammelt. Er arbeitete die Madonnenstatue vorsichtig aus dem Holz des alten Baumes aus. Zusammen mit Nachbar Peter Schuivens wurde nicht lange überlegt, sondern sofort das entsprechende Material besorgt, um der Madonna ein neues Gehäuse zu schaffen. Schuivens baute aus hellem Klinker ein passendes Mauerwerk um die Statue herum.

Melchers, der sich auch um die Instandhaltung der Figur kümmert und sie mindestens einmal im Jahr mit spezieller Farbe bearbeitet, finanzierte das Projekt komplett selbst. Die gesamte Nachbarschaft kümmert sich nun gemeinsam um den kleinen Platz in der Nähe des Rodebachs, pflegt die Kapelle und verschönert die Ecke unter den Bäumen mit einer Sitzgelegenheit und vielen Blumen.

Die beiden Staher berichten stolz: „An unserem kleinen Platz vor der Kapelle und der Madonna sitzen immer Leute. Viele Radfahrer nutzen ihn für ihre Pausen. Auch der Nachbarschaft dient er als Treffpunkt.“

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